Ein grandioser Sound ist auf dem virtuellen Schlachtfeld oft die halbe Miete. Doch muss herausragende Audioqualität zwangsläufig ein tiefes Loch in deinen Geldbeutel reißen? Das Glorious GHS Eternal RGB betritt die Bühne und verspricht exzellenten Premiumklang zum absoluten Kampfpreis. Wir haben uns die leuchtenden Ohrmuscheln geschnappt, unzählige Runden im Multiplayer verbracht und die Höhen und Tiefen der Klangwelten durchforstet. Tauche ein in ein klangliches Abenteuer voller Überraschungen.
Ein Erbe aus der Welt der Präzision
Wenn du schon länger in der Szene unterwegs bist, klingelt bei dem Namen Glorious sicherlich sofort etwas in deinen Ohren. Das amerikanische Unternehmen hat sich in den vergangenen Jahren einen exzellenten Ruf erarbeitet. Bekannt wurden sie durch ihre revolutionären und federleichten Mäuse, die den Markt ordentlich durcheinandergewirbelt haben. Aber auch im Bereich der mechanischen Tastaturen haben sie bewiesen, dass sie wissen, was Spieler wirklich wollen. Der Fokus lag dabei stets auf einem herausragenden Preis-Leistungs-Verhältnis und weniger auf überflüssigem Schnickschnack. Nun wagen sie also den großen Sprung in das hart umkämpfte Segment der Audiogeräte.

Vorab gab es unzählige Spekulationen in der Community, ob ein Hersteller von Peripheriegeräten überhaupt in der Lage sei, ein vernünftiges Klangprofil auf die Beine zu stellen. Die Erwartungen waren entsprechend hoch, denn wer bei Mäusen und Tastaturen liefert, muss auch bei den Ohren überzeugen. Mit dem Glorious GHS Eternal RGB möchte das Studio genau diese Lücke schließen und eine Alternative zu den oft überteuerten Premiumgeräten bieten. Ob dieser mutige Schritt geglückt ist, haben wir für dich detailliert herausgefunden.
Ausgepackt und aufgesetzt
Schon beim ersten Öffnen des schlichten, aber stilvollen Kartons wird deutlich, dass sich die Entwickler Gedanken um die Bedürfnisse der Spieler gemacht haben. Das Erste, was dir entgegenlacht, ist natürlich das Gerät selbst, wahlweise in einem satten Schwarz oder einem strahlend sauberen Weiß. Unsere weiße Testversion macht auf dem Schreibtisch eine verdammt gute Figur und wirkt überaus modern. Neben dem eigentlichen Kernstück findest du ein abnehmbares Mikrofon sowie eine ganze Armada an Kabeln. Ein knapp zwei Meter langes USB C auf USB C Kabel sorgt für ausreichend Bewegungsfreiheit am Rechner. Wer lieber auf analoge Wege setzt, freut sich über das rund eineinhalb Meter lange Kabel für den klassischen Klinkenanschluss. Ein praktischer Adapter auf den bewährten USB A Standard rundet das Zubehörpaket ab. Ein hartes Transportetui suchst du allerdings vergebens, was für vielreisende Gamer sicherlich ein kleiner Wermutstropfen ist.
Die Verarbeitungsqualität ist auf den ersten Blick hervorragend. Das Design des Kopfbügels setzt auf eine schwebende Konstruktion. Ein inneres Aufhängeband ruht sanft auf deinem Kopf und verteilt den Druck derart gleichmäßig, dass du das Gewicht kaum spürst. Die Ohrpolster selbst bestehen aus einem atmungsaktiven Stoff, der mit einem weichen Memory Schaumstoff gefüllt ist. Diese Kombination fühlt sich überraschend luxuriös an und erinnert stark an Geräte, die gut und gerne das Doppelte kosten. Die Ohrmuscheln lassen sich zudem vollständig drehen, was die Anpassung an verschiedene Kopfformen enorm erleichtert. Ein kleiner Kritikpunkt ist jedoch die fehlende Stabilität, wenn du das Gerät auf den Tisch legst. Die Muscheln bewegen sich dann sehr frei und lassen sich zudem nicht kompakt zusammenklappen. Für den täglichen Transport im Rucksack gibt es also definitiv bessere Lösungen.
Die Technik unter der leuchtenden Haube
Werfen wir einen genaueren Blick auf das Herzstück der akustischen Darbietung. Glorious hat hier versucht, so viele erstklassige Funktionen wie möglich in ein bezahlbares Gewand zu packen. Im Inneren schlummern angewinkelte 40 Millimeter Treiber, die laut Hersteller für eine besonders breite und räumliche Klangbühne sorgen sollen. Das Mikrofon nimmt deine Stimme omnidirektional auf und erwies sich in unseren Tests als äußerst sensibel. Du solltest jedoch beachten, dass es sich hierbei um ein rein kabelgebundenes Vergnügen handelt. Eine kabellose Verbindungsmöglichkeit gibt es nicht, was in dieser Preisklasse jedoch durchaus verschmerzbar ist.
Hier sind die wichtigsten technischen Eigenschaften im kompakten Überblick:
- Angewinkelte 40 Millimeter Treiber für eine optimierte räumliche Darstellung
- Vollständig abnehmbares und omnidirektionales Mikrofon
- Vielfältige Anschlussmöglichkeiten durch mitgelieferte Adapter
- Hochwertige und haptisch ansprechende Bedienelemente aus reinem Metall
- Atmungsaktive Ohrpolster mit anpassungsfähigem Memory Schaumstoff
Besonders die physischen Bedienelemente an der Ohrmuschel sind ein echtes Highlight. Hier kommen zwei Rädchen aus Metall zum Einsatz, die sich fantastisch anfühlen und einen Hauch von Luxus versprühen. Das eine Rädchen regelt die Lautstärke, lässt dich Musiktitel überspringen und sogar Anrufe annehmen. Das zweite Rad steuert die Balance zwischen Spielsound und Sprachchat und schaltet bei längerem Drücken die auffällige Beleuchtung ein oder aus. Diese aufgeräumte Lösung verhindert ein unübersichtliches Tastenchaos und macht die Bedienung im Eifer des Gefechts absolut intuitiv. Etwas schade ist lediglich, dass die Stummschaltung des Mikrofons über einen separaten Schalter abgewickelt wird und es kein akustisches Signal gibt, sondern lediglich eine rote Leuchtdiode aufleuchtet. Da vergisst man im Discord schnell mal, dass man noch stummgeschaltet ist.
Zwei völlig unterschiedliche Klangwelten
Kommen wir zum wichtigsten Teil eines jeden Audiotests. Wie klingt das gute Stück eigentlich, wenn die virtuellen Kugeln fliegen oder der epochale Soundtrack eines epischen Rollenspiels einsetzt? Im alltäglichen Gebrauch ist das Gerät unheimlich bequem. Durch das geringe Gewicht entsteht selbst bei ausufernden Raids oder stundenlangen Grind Sessions kein unangenehmer Druck auf den Ohren.
Die allgemeine Klangqualität ist grundsolide und weiß in vielen Bereichen zu überzeugen. In rasanten Titeln konnten wir Umgebungsgeräusche und feindliches Feuer sehr präzise orten. Das Soundprofil wirkt insgesamt erstaunlich natürlich. Glorious verzichtet auf den typisch übertriebenen Bass, den viele andere Hersteller nutzen, um Explosionen künstlich aufzublähen. Wir empfinden diese ausgewogene Abstimmung als klaren Vorteil, da so auch subtilere Geräusche nicht im Wummern untergehen. Beim reinen Musikhören ist die Leistung ordentlich, wenn auch nicht weltbewegend. Die ganz hohen Töne können manchmal eine Spur zu spitz wirken, was audiophile Musikliebhaber vielleicht stören könnte.

Interessant wird es bei der Wahl des Anschlusses, denn hier offenbaren sich zwei völlig verschiedene Gesichter. Nutzt du die klassische Klinkenverbindung, präsentiert sich der Klang überaus natürlich, wunderbar ausbalanciert und sehr sauber. Die Lautstärke hat ordentlich Kraft und Dialoge werden mit einer schönen Tiefe wiedergegeben. Wechselst du hingegen auf die digitale USB C Verbindung, ändert sich das Bild drastisch. Die Gesamtlautstärke sinkt spürbar ab, die satten Bässe treten deutlich in den Hintergrund und die Höhen dominieren das Geschehen. Für kompetitive Spieler kann dieser Fokus auf die Höhen zwar hilfreich sein, um Schritte besser zu hören, der musikalische Genuss leidet darunter jedoch merklich.
Software und Kommunikation
Die hauseigene Glorious CORE Software bietet dir einige Werkzeuge, um das Erlebnis an deine Bedürfnisse anzupassen. Du findest hier vorgefertigte Equalizer Profile für verschiedene Szenarien wie Shooter oder Musik. Leider verwehrt dir das Programm die Möglichkeit, eigene und vollständig benutzerdefinierte Kurven zu erstellen. Du bist also auf die Vorgaben des Herstellers angewiesen. Sehr gut funktioniert hingegen der Mithörton, durch den du deine eigene Stimme leicht im Hintergrund hörst. Das verhindert, dass du im Eifer des Gefechts unbewusst anfängst, deine Teamkollegen anzuschreien.
Das Mikrofon war in unseren Testrunden eine sehr positive Überraschung. Unsere Mitspieler bescheinigten uns eine glasklare und sehr verständliche Sprachqualität. Allerdings ist das Mikrofon derart empfindlich, dass es auch ungewollte Geräusche gnadenlos einfängt. Schweres Atmen oder scharfe Zischlaute beim Sprechen werden oft mit übertragen. Auch hier spielt die Wahl des Kabels wieder eine entscheidende Rolle. Über den Klinkenanschluss fängt das Mikrofon unfassbar viele stimmliche Details ein, nimmt aber eben auch sämtliche Hintergrundgeräusche mit auf. Über die USB Verbindung klingt deine Stimme deutlich komprimierter und verliert etwas an natürlicher Klangfarbe, dafür werden Störgeräusche aber viel besser herausgefiltert.
Ein kurzes Wort noch zur Optik. Die verbauten Leuchtstreifen sehen auf Produktbildern fantastisch aus und verleihen dem Gerät einen aggressiven Look. In der Praxis gibt es jedoch ein Problem, besonders wenn du eine Brille trägst. Die helle Beleuchtung spiegelt sich unaufhörlich in den Brillengläsern, was beim Spielen in abgedunkelten Räumen extrem irritierend sein kann.