Ein UAZ-Bus, irgendwo in der osteuropäischen Taiga. Der Motor stottert, die Karosserie ist durchgerostet, aber er fährt. Das ist Hodka: ein Open World Survival-Spiel, das dich nicht als Soldaten oder Auserwählten sieht, sondern als Schrottsammler mit einem Metalldetektor. Flazm hat den Titel auf der PC Gaming Show Tokyo Direct vorgestellt. Es geht ums Graben, ums Überleben und um einen Van, der mehr Zuhause ist als jedes Haus. Und um einen Onkel, der verschwunden ist.
Ein Detektor, ein Van, keine Gnade
Hodka setzt auf eine Mechanik, die simpel klingt und brutal werden kann: Du streifst mit einem Metalldetektor durch die Wildnis, gräbst Verschüttetes aus und verstaust es in deinem Van. Platz ist knapp, und nicht jeder Fund ist sein Gewicht in Rubel wert. Die offiziellen Steam-Seite verrät bislang nur das Jahr 2027 als Release-Fenster – ein konkretes Datum fehlt.
Upgrades wie Motor, Reifen, Winde und Schnorchel lassen sich verdienen, aber sie kosten. Und sie wiegen. Jeder Ausflug ist eine Wette darauf, dass du vor Einbruch der Dunkelheit zurück bist. Denn der Schwarznebel, der nachts aufzieht, ist kein Wetterphänomen. Er ist eine Bedrohung.
Train Valley Macher wechseln die Gleise
Hinter dem Projekt steht Flazm Interactive Entertainment, ein Studio mit einer ungewöhnlichen Biografie. Gegründet 2010 in Magnitogorsk, zog das Team 2014 nach Vilnius. Bekannt wurde es mit der Simulationsreihe Train Valley – Eisenbahn-Puzzle statt Survival-Horror. Dass ausgerechnet diese Werkstatt jetzt einen Open-World-Titel über einen Van in der Taiga baut, ist kein Zufall, sondern eine bewusste Erweiterung. Der Blick für Systeme, für Ressourcenflüsse und für das Gefühl, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat, bleibt derselbe. Nur die Gleise sind jetzt Schotterpisten.
Ein Publisher, der an Grenzen stößt
Die PC Gaming Show Tokyo Direct bot über 35 Spiele, aber kaum eines mit dieser spezifischen Atmosphäre. Publisher Skystone Games, 2020 in Kalifornien gegründet und unter anderem mit Diablo-Schöpfer David Brevik im Beirat, hat den Titel ins Programm genommen.
Branchenintern ist die Rede von einem Budget jenseits der 200.000-Dollar-Marke – für westliche Indie-Verhältnisse ein Grenzfall. Hodka wird kein großes Marketing bekommen. Es muss durch seine Idee überzeugen. Durch einen Van, der rostet. Durch einen Detektor, der piept. Und durch eine Nacht, die dich lehrt, was Alleinsein wirklich bedeutet.
