Es ist still geworden um Kojimas nächstes Projekt. Nach dem Launch von Death Stranding 2: On the Beach 2025 zog sich der Meister zurück – und arbeitete im Geheimen an einem der rätselhaftesten Spiele der Branche. Jetzt liefert ein ausführliches Entertainment Weekly-Interview zu Xbox‘ 25. Jubiläum endlich konkrete Details: Ein neuer Screenshot zeigt die bedrohliche Atmosphäre von OD, während Kojima bestätigt, dass das Konzept zum Horror-Spiel älter ist als viele dachten.
Drehstart mit einem schweren Verlust
Die Arbeiten an OD laufen – und das auf Hochtouren. Wie Kojima im Interview bestätigt, haben die Dreharbeiten mit den Schauspielern offiziell begonnen. Sophia Lillis und Hunter Schafer sind an Bord, der Cast steht fast vollständig. Fehlt einer: Udo Kier, der Schauspieler und Kojima-Vertraute, der 2025 verstarb. Kojima Productions hatte zwar noch einen Scan des 81-Jährigen anfertigen können, ein finaler Dreh war aber nicht mehr möglich. Ob und in welcher Form Kier letztlich im Spiel auftauchen wird, bleibt vorerst offen. Für ein Studio, das seine Darsteller oft zentral in die Erzählung einwebt, ist das mehr als eine Randnotiz – es ist eine kreative Lücke, die Kojimas Team irgendwie schließen muss.
Ein Konzept seit den Tagen von Death Stranding
Der interessanteste Teil des Interviews betrifft die Ursprünge des Projekts. Kojima verrät, dass er die Grundidee zu OD bereits während der Arbeit am ersten Death Stranding entwickelte – und das ganz allein:
„Ich wollte etwas Neues machen. Etwas anderes. Ich hatte dieses OD-Konzept, als ich an DS1 gearbeitet habe – ganz allein. Ich kann nicht ins Detail gehen, aber es ist etwas, das noch niemand zuvor gesehen hat. Ein neues Spielsystem.“
Mit dieser Beschreibung reiht sich OD nahtlos in Kojimas Ruf als Grenzgänger ein. In unserem Artikel über OD hatten wir bereits darüber berichtet, dass der Entwickler bewusst ein spaltendes Werk schaffen will – eines, das nicht nach Metacritic-Punkten, sondern nach Jahrzehnten gemessen wird. Diese Haltung wird durch den zeitlichen Ursprung der Idee nur noch untermauert.
Dass Kojima mit der Xbox-Führung um Phil Spencer und die neue Chefin Asha Sharma einen Partner gefunden hat, der dieses Risiko mitträgt, ist bemerkenswert. Gerade in einer Phase, in der Microsoft Arbeitsplätze streicht und Studios schließt, betont Sharma im Interview die Einzigartigkeit von OD: „Es zeigt, dass wir die Grenzen von Games noch nicht erreicht haben.“ Ein starkes Statement in unruhigen Zeiten.
Ein Screenshot voller PT-Referenzen
Der neue Screenshot im EW-Artikel gibt erste atmosphärische Einblicke – und die haben es in sich. Zu sehen ist eine Frau in Rot (mutmaßlich Hunter Schafer), die in einem dunstigen Türrahmen steht, den Blick leer ins Nichts gerichtet. Links flimmert Sophia Lillis‘ Charakter über einen Fernsehbildschirm. Doch der Blick wandert nach rechts: eine Tür, nur einen Spalt geöffnet, gesichert mit einer Türkette – die wortwörtlich aus einer Kette besteht.
Der subtile Hinweis ist unübersehbar. Fans von P.T., Kojimas legendärem Silent-Hills-Teaser, erinnert die Bildkomposition sofort an den Flur, der die Gaming-Welt 2014 in Kollektivangst versetzte. Dass OD in der Tradition des gestorbenen Projekts steht, ist kein neuer Verdacht – der IGN-Artikel zum Kojima-Interview bestätigt zudem ein spezielles Feature für Spieler, die vor Angst aufgeben wollen: ein Sicherheitssystem, das sie weiterspielen lässt, wenn der Schrecken überhandnimmt.
Ob das mit den markenrechtlich geschützten Systemen Social Scream und Social Stealth zusammenhängt? Kojima schweigt – aber der neue Screenshot zu OD legt nahe: Wir haben es hier nicht mit einem gewöhnlichen Gruselspaziergang zu tun.