Der 4. August steht: Korea. IL-2 Series hat einen festen Release-Termin, und er liegt näher, als die Community nach den vorsichtigen Formulierungen in der Roadmap erwarten durfte. Davor startet am 25. Juni der Early Access – mit acht Jets, einer neuen Engine und der größten Karte der Seriengeschichte. Wer schon dieses Wochenende ins Cockpit will: Auf der FlightSimExpo 2026 in Saint Paul, Minnesota, läuft das Spiel am Pimax-Stand erstmals öffentlich.
Was Korea. IL-2 Series in den Early Access packt
1C Game Studios liefert zum Start des Early Access ein Paket, das eher an einen Soft Launch als an eine abgespeckte Beta erinnert.
Vorbesteller bekommen einen Museumsmodus, in dem jedes Flugzeug bis zur letzten Niete inspiziert werden kann – inklusive Cockpit-Diagrammen, historischer Lackierungen, Animationen und einem „FLY NOW“-Knopf für den Sofortstart. Dazu gesellen sich Einzelmissionen mit Briefings, ein Missionsplaner mit drei Grundtypen (Freier Flug, Duell, Luftkampf) und ein vollwertiger Multiplayer mit Team-Deathmatch-Szenarien.
Offizielle Server laufen rund um die Uhr mit unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden. Wer eigene Dogfight- oder Koop-Server hosten will, kann das direkt aus dem Spiel heraus oder per dedizierter Server-Anwendung tun. Ein Gerätezuordnungs-Assistent für nicht erkannte Controller und mehr als 70 Steuerungsvorlagen mit Layout-Diagrammen sollen den Einstieg erleichtern – ein notorischer Schwachpunkt der Great Battles Reihe, den das Studio hier gezielt angeht.
Der Umfang erinnert an das, was andere Studios erst zum Full Release liefern. Wie die Korea-Roadmap von März bereits andeutete, verfolgt 1C Game Studios einen klar getakteten Plan: Early Access als verlängerte Beta mit Community-Feedback, dann der finale Release am 4. August. Ob dieser Zeitplan hält, wird auch davon abhängen, wie die ersten Gameplay-Eindrücke zu Korea. IL-2 Series auf der FlightSimExpo ausfallen – dort können Besucher das Spiel ab sofort am Pimax-Stand auf der FlightSimExpo 2026 in VR antesten.
Acht Jets und 200.000 Quadratkilometer Korea im Zustand der 1950er Jahre
Das Flugzeug-Line-up bildet den technologischen Grabenkrieg ab, der den Koreakrieg aus der Luft definierte. Auf der einen Seite Kolbenmotor-Veteranen: die F-51D Mustang, Yak-9P, IL-10 und La-11 – Maschinen, die Fans der IL-2 Sturmovik Great Battles Reihe in den Knochen haben. Auf der anderen Seite die erste Generation der Strahljäger: MiG-15bis und F-86A-5 Sabre, dazu die F-80C-10 Shooting Star und die F-84E Thunderjet. Acht Maschinen, jede anhand echter Baupläne, historischer Fotos und Museumsdokumentation rekonstruiert.
Die Karte ist mit über 200.000 Quadratkilometern die größte der Seriengeschichte. Kein modernes Satelliten-Korea, sondern die Halbinsel im Zustand der frühen 1950er Jahre – rekonstruiert aus historischen Dokumenten. Dutzende Flugplätze mit authentischen Layouts, Hunderte Siedlungen, Häfen, Dämme, verbunden durch ein ausgedehntes Transportnetz. Dazu KI-gesteuerte Verbände mit B-29-Bombern, Bodentruppen, Züge und Schiffe – ein Detailgrad, den man von einem Start in den Early Access in dieser Dichte nicht unbedingt erwartet.
Zwei Editionen, dynamische Preise – und was noch offen bleibt
Die offizielle Vorbestellerseite listet zwei Varianten. Die Standard Edition kostet aktuell 79,99 US-Dollar, steigt zum Start des Early Access auf 89,99 Dollar und klettert zum Release auf 99,99 Dollar. Die Founder’s Edition für 139,99 Dollar (später 149,99 Dollar) bündelt alle Vorbesteller-Inhalte mit dem Zugang zu fünf zusätzlichen Flugzeugen, die im ersten Jahr per DLC erscheinen sollen. Bislang hat 1C Game Studios nur Dollar-Preise kommuniziert, europäische Preise stehen noch aus.
Das Preismodell ist ambitioniert. Zum Vergleich: Ein einzelnes Modul in DCS World im Early Access liegt bei 50 bis 70 Dollar – für ein Flugzeug. Korea liefert dafür acht Maschinen plus Karte, Karrieremodus und Multiplayer. Trotzdem sind 80 Dollar für einen Titel im Early Access, der erst sieben Wochen später fertig sein soll, kein Impulskauf.
Die Founders Edition wirft zudem die Frage auf, wie schnell und in welcher Qualität die fünf DLC-Flugzeuge nachgeliefert werden. DCS-World-Veteranen kennen das Spiel mit jahrelangen Early-Access-Phasen nur zu gut – 1C Game Studios betritt hier ein Terrain, auf dem Vertrauensvorschüsse hart erarbeitet werden müssen.
Neue Engine mit DLSS, FSR und Raytracing – der VR-Härtetest steht bevor
Unter der Haube steckt eine komplett neue Engine mit überarbeitetem Schadensmodell und überarbeiteter Flugphysik. Unterstützte Technologien umfassen FSR, DLSS, OpenVR, OpenXR und indirektes Raytracing – eine Kombination, die signalisiert, dass 1C Game Studios VR-Spieler und Besitzer aktueller Grafikkarten gleichermaßen im Blick hat.
Auf dem Pimax-Stand läuft das Spiel in VR – ein erster Härtetest unter Realbedingungen. IL-2 Great Battles war in VR spielbar, aber nie eine Referenz. Die neue Engine muss beweisen, dass sie mit den Anforderungen moderner Headsets klarkommt. Der Trailer zum Release-Termin gibt zumindest optisch Anlass zu vorsichtigem Optimismus: Die indirekte Beleuchtung und die detaillierten Cockpits deuten an, dass hier mehr als nur ein Facelift stattfindet.
Für alle, die nicht in Saint Paul sind, beginnt der Countdown: Early Access am 25. Juni, vollständiger Release am 4. August. Auf Steam ist Korea. IL-2 Series bereits gelistet.
