Der Steam Summer Sale läuft, die Wunschlisten quellen über, und jeder redet über Valves Prozent-Bomben. Während du also noch überlegst, ob Kingdom Come: Deliverance 2 mit 60 Prozent Rabatt endlich fällig ist, hat GOG ganz leise ein echtes Juwel in den Gratis-Pool geworfen: Nexus: The Jupiter Incident. Der Tactical-Fleet-Simulator von 2004 kostet bis zum 6. Juli exakt null Euro. Und das ist kein x-beliebiges Füllmaterial für die „Gratis“-Rubrik, sondern ein Spiel, das PC Gamer damals mit 83 Prozent bewertet hat und das auf GOG mit 4.4 von 5 Sternen dasteht.
Nur noch 2 Tage bleiben dir, um den Deal mitzunehmen. Danach ist der Klassiker wieder zum regulären Preis im Regal, und der GOG Summer Sale selbst läuft noch bis zum 9. Juli. Wenn du auf Homeworld-Ästhetik, durchdachte Weltraumtaktik und diese spezielle 2000er-Jahre Sci-Fi-Atmosphäre stehst, bei der die Schiffe noch nach massiven Stahlkolossen aussahen und nicht nach Apple-Produkten – dann ist das dein Wochenende.
20 Jahre alt, 83 auf Metacritic, und jetzt für exakt null Euro
Nexus: The Jupiter Incident erschien 2004, entwickelt vom ungarischen Studio Mithis Entertainment. Das Setting ist herrlich klassisch: 60 Jahre nach der Katastrophe des Kolonieschiffs Noah’s Ark herrscht ein brüchiger Frieden zwischen den Megacorps, die das Sonnensystem kontrollieren. Dann taucht eine Entdeckung auf, die das Machtgefüge sprengt, und du als Captain Marcus Cromwell stehst mittendrin.
Das Spiel versteht sich als Tactical Fleet Simulator – keine Basisbau-Orgie, keine Ressourcen-Flows, keine Tech-Trees. Stattdessen Echtzeit-Weltraumkämpfe, bei denen Positionierung, Schildmanagement und das Ausnutzen gegnerischer Schwachstellen den Unterschied machen. Ein Baldur’s Gate artiges Pause-System lässt dich in der Hitze des Gefechts durchatmen und Befehle verteilen. Das klingt nach Homeworld, und das ist auch kein Zufall: Der visuelle Stil mit den langsam durchs All driftenden Schiffen und die epische Kampagnen-Struktur erinnern stark an Relics Meisterwerk – aber Nexus ist kompromissloser auf die Gefechte fokussiert.
Die Schwächen des Spiels sind dokumentiert und fair: kein Speichern mitten in der Mission, einige Stealth-Sequenzen, die eher an Trial-and-Error erinnern, und eine Wegfindung, die manchmal mehr Geduld verlangt, als ein moderner Spieler aufbringen will. Aber die Set-Piece-Schlachten der letzten Missionen? Die entschädigen für alles. Und das Modkit mit Model Viewer und Beispielmodellen, das der GOG-Release mitliefert, verlängert die Lebensdauer des Spiels um Jahre.
Homeworld-Vibes mit Wing Commander Struktur – und ein Modkit, das noch heute taugt
Was Nexus von vielen anderen Taktikspielen der Ära abhebt, ist die narrative Klammer. Selbst wenn du eine Mission verlierst, treibt die Geschichte dich weiter – wie bei Wing Commander. Die Erzählung läuft über Captain’s Log-Einträge und Cinematics, die für 2004 erstaunlich gut gealtert sind. Die Grafik-Engine war damals eine der besten ihrer Klasse, und der Stil – irgendwo zwischen Homeworld und Freespace – trägt das Spiel auch 22 Jahre später noch mit Würde.
Das mitgelieferte Modkit ist kein liebloser Anhang, sondern ein voll dokumentiertes Werkzeugset: Model Viewer, Beispielmodelle aus dem Spiel, Richtlinien für eigene Kreationen. Wer schon immer mal eine eigene Flotte ins schwarze Nichts schicken wollte, bekommt hier das Rüstzeug. Dass GOG solche Extras in einem Gratis-Download mitliefert, während andere Stores nicht mal Handbücher beilegen, sagt viel über die Philosophie der Plattform.
Der Steam Summer Sale mag die Schlagzeilen dominieren, aber GOG gewinnt das Kleingedruckte
Ja, der Steam Summer Sale ist die große Nummer. Da gibt es Kingdom Come: Deliverance 2 mit 60 Prozent Nachlass, und wer will, kann seine gesamte Wunschliste in einer Nacht plündern. Aber GOGs Summer Sale spielt in einer anderen Liga – nicht bei den Blockbuster-Rabatten, sondern bei den Fundstücken, die du auf Steam eventuell nicht entdecken würdest.
The Witcher Enhanced Edition für unter zwei Euro. Alan Wake für 1,25€. Prince of Persia: The Sands of Time. Freedom Fighters. Oder eben Nexus: The Jupiter Incident – für gar nichts. Der GOG Summer Sale läuft noch bis zum 9. Juli, und während Steam dich mit 80 Prozent Bannern auf die großen Namen hetzt, hat GOG immer ein paar echte Perlen in der hintersten Reihe, die keinen Cent kosten und trotzdem mehr Seele haben als mancher Vollpreis-Release. Nexus ist so eine.