Bungies Marathon hat seit seinem Erscheinen für viel Gesprächsstoff gesorgt – mal wegen seiner eigenwilligen Spielstruktur, mal wegen seiner unverkennbaren Atmosphäre. Nun hat der Entwickler öffentlich eingeräumt, dass eine der jüngsten Anpassungen übers Ziel hinausgeschossen ist. Was zunächst wie eine durchdachte Verbesserung wirkte, entpuppte sich im Spielalltag als echtes Ärgernis – und Bungie reagiert.
Eine Änderung mit ungewollten Nebenwirkungen
Im Zuge des ersten großen Patches für Marathon wurde die Hörweite von Schusswaffengeräuschen anderer Spieler deutlich erhöht. Die Absicht dahinter war nachvollziehbar: Wer früher von Gegnern überrascht wurde, ohne überhaupt etwas gehört zu haben, sollte besser gewarnt werden. In der Praxis stellte sich jedoch heraus, dass die Reichweite schlicht zu groß geraten ist. In einem Spiel, das ohnehin schon durch anspruchsvolle computergesteuerte Gegner viel Druck aufbaut, führte die Änderung dazu, dass Spieler von Dritten angegriffen wurden, die ihrerseits von weiteren Dritten attackiert wurden – eine Kettenreaktion aus Chaos, die das Spielgefühl merklich trübte. Bungie hat diese Rückmeldungen aus der Gemeinschaft aufgegriffen und spricht intern offen von einer Überkorrektur.
Was Bungie jetzt plant
Der Entwickler hat angekündigt, die Hörweite in einem kommenden Update zurückzuschrauben – und zwar so, dass die grundlegende Absicht der Änderung erhalten bleibt. Man soll die Aktionen anderer Spieler weiterhin wahrnehmen können, ohne dabei das Gefühl zu haben, mitten in einem akustischen Schlachtfeld zu stecken. Einen genauen Termin für dieses Update gibt es noch nicht, doch Bungie hat sich klar positioniert. Noch in dieser Woche hingegen wird eine andere Anpassung ausgerollt: Die maximale Stapelgröße für Munition, Bergungsgut und Granaten im Tresor wird erhöht. Konkret bedeutet das, dass Volt-Munition, Heilmittel und Schilde künftig bis zu dreißig Einheiten gestapelt werden können – eine praktische Erleichterung für alle, die mit dem begrenzten Lagerplatz zu kämpfen hatten.
Langfristige Verbesserungen für leistungsstarke Systeme
Darüber hinaus arbeitet Bungie an Optimierungen für Spieler mit leistungsstarken Rechnern. Wann genau welche Verbesserungen kommen, hat das Studio bewusst offengelassen – man betonte lediglich, dass diese Änderungen nicht auf einen Schlag eingeführt werden, sondern schrittweise. Das deutet auf einen längeren Prozess hin, bei dem Bungie offenbar sorgfältig vorgehen möchte, anstatt erneut eine Überkorrektur zu riskieren. Marathon ist für Xbox Series X/S, PlayStation 5 und PC erhältlich und steckt mit der bevorstehenden Season 1 – inklusive der neuen Endgame-Zone Cryo Archive – noch mitten in seiner Anfangsphase. Es ist also davon auszugehen, dass weitere Patches und Feinjustierungen in den kommenden Wochen folgen werden. Gerade bei einem Spiel dieses Formats ist die Balance zwischen Herausforderung, Spielbarkeit und technischer Stabilität ein fortlaufendes Unterfangen – kein Sprint, sondern ein Langstreckenlauf.


