BioWare arbeitet stillschweigend am nächsten Mass Effect, doch konkrete Details bleiben rar. Während Fans über die Zukunft der Sci-Fi-Saga rätseln, meldet sich Bruce Nesmith zu Wort – ehemaliger Lead Designer von The Elder Scrolls 5: Skyrim – mit einem provokanten Vorschlag: Das Studio sollte Bethesdas Open-World-Philosophie adaptieren und endlich das veraltete Gameplay modernisieren. Seine Vision? Ein content-schweres, weitläufiges Sci-Fi-Universum, das Mass Effect-Spieler „zum Durchdrehen bringen würde“. Doch damit nicht genug: Nesmith fordert auch, dass BioWare Lektionen aus Baldur’s Gate 3 übernimmt, um dem Franchise frischen Wind einzuhauchen.
Bethesda-Stil für hungrige Mass Effect-Fans
„Ich denke, sie sollten wahrscheinlich versuchen, ein Spiel mehr im Bethesda-Stil zu machen, um ehrlich zu sein“, erklärt Nesmith im Interview mit PressBoxPR. „Ich glaube, Mass Effect-Spieler sterben nach einem Open-World-Science-Fiction-Spiel, das diese Art von Flavor hat. Ein großes, offenes, content-schweres Game? Ich denke, Mass Effect-Spieler würden dafür völlig durchdrehen.“ Der Veteran gibt offen zu, dass seine Bethesda-Vergangenheit diese Perspektive färbt, doch der Kern seines Arguments hat Substanz: Mass Effect war stets linear strukturiert, mit Hub-Bereichen wie der Citadel und planetaren Missionen, die zwar Exploration boten, aber nie die Freiheit eines echten Open-World-Designs. Ein Ansatz à la Starfield, aber mit BioWares narrativer Finesse und Charakter-Tiefe, könnte tatsächlich revolutionär sein – vorausgesetzt, BioWare schafft die Balance zwischen strukturierter Story und emergenter Sandbox-Freiheit.
Gameplay fühlte sich immer eine Generation hinter an
Nesmiths harscheste Kritik gilt der Mechanik der Original-Trilogie: „Eines der Dinge, die ich an Mass Effect kritisieren würde, ist, dass sie sich immer anfühlten, als wären sie eine Generation zurück. Ich weiß, sie hatten sehr coole Charaktere, sie hatten großartige Geschichten, aber das Gameplay fühlte sich staubig und alt an. Es war einfach nicht da.“ Diese Beobachtung trifft einen wunden Punkt: Mass Effect 1 kämpfte 2007 mit clunky Combat und RPG-Mechanics, die sich unbeholfen anfühlten. Mass Effect 2 streamlined radikal, verlor aber RPG-Tiefe. Mass Effect 3 verfeinerte, blieb aber hinter zeitgenössischen Third-Person-Shootern zurück. Mass Effect: Andromeda 2017 wirkte bereits zum Launch veraltet, mit steifem Movement und repetitiven Missionsstrukturen. „Wenn sie die Dinge nehmen können, in denen sie so gut waren, und es in einem moderneren Sinn machen, denke ich, hätten sie ein fantastisches Spiel“, hofft Nesmith.
Baldur’s Gate 3 als Blueprint für meaningful Choices
Der zweite Referenzpunkt ist Larian Studios‘ Meisterwerk: „Ich denke, Lektionen aus Baldur’s Gate 3 zu nehmen, würde Mass Effect wirklich gut passen. Sie hatten bereits diese Art von Stil in ihren Games, und Larian Studios hatte den Vorteil, die Divinity- und Divinity 2-Spiele produziert zu haben.“ BioWare erfand das Companions-mit-Approval-System und branching Storylines, doch Baldur’s Gate 3 perfektionierte diese Konzepte 2023: Jede Entscheidung fühlt sich konsequent an, Companions reagieren dynamisch auf Spieler-Choices, und Multiple Playthroughs enthüllen radikal unterschiedliche Narrative. Mass Effect hatte dies ansatzweise – Wrex‘ Schicksal auf Virmire, die Geth-Heretic-Entscheidung, Genophage-Cure – doch zu oft fühlten sich Choices kosmetisch an, mit identischen Outcomes trotz unterschiedlicher Pfade. Larians Ansatz, jede Decision wirklich Konsequenzen tragen zu lassen, könnte Mass Effect 5 zur definitivsten BioWare-Erfahrung machen.
Production Director gesucht während Entwicklung voranschreitet
BioWare postete kürzlich eine Job-Ausschreibung für einen Production Director als „High-Impact-Leader“ für das Projekt – ein Signal, dass die Entwicklung trotz Stille Progress macht. Das nächste Mass Effect wurde 2020 angekündigt, doch konkrete Details bleiben Mangelware: Photorealistischer Art-Style und mature Tone der Original-Trilogie wurden bestätigt, ein möglicher Launch vor 2029 gilt als unwahrscheinlich. Nach dem gemischten Empfang von Dragon Age: The Veilguard und dem Andromeda-Debakel 2017 steht enorm viel auf dem Spiel. Nesmiths Vorschläge – Bethesda-Style-Open-World, modernes Gameplay, Baldur’s Gate 3-inspirierte Choices – könnten BioWare den Roadmap bieten, den das Studio dringend braucht. Die Frage ist, ob BioWare den Mut hat, Mass Effect so radikal zu reimaginieren, oder ob sie bei bewährten, aber veralteten Formeln bleiben.