Meta, der Gigant, der einst alles auf die Karte „Metaverse“ setzte, vollzieht eine drastische Kehrtwende und hinterlässt dabei verbrannte Erde in seiner Gaming-Sparte. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf die Nachricht ein, dass der Konzern drei seiner renommiertesten VR-Studios dichtmacht: Sanzaru Games, Armature Studio und Twisted Pixel. Diese Entscheidung ist mehr als nur eine finanzielle Korrektur; es ist ein unmissverständliches Signal, dass die Prioritäten im Hause Zuckerberg neu gemischt werden.
Prominente Opfer auf dem Altar der Neuausrichtung
Besonders schmerzhaft ist das Ende von Sanzaru Games. Das Studio hatte sich erst kürzlich mit Asgard’s Wrath 2 ein Denkmal gesetzt, das von Kritikern und Fans gleichermaßen als eines der ambitioniertesten und besten Spiele für die Quest-Headsets gefeiert wurde. Auch Armature Studio, die Zauberer hinter dem brillanten VR-Port von Resident Evil 4 und dem Microsoft-Titel ReCore, sowie Twisted Pixel, bekannt für skurrile Perlen wie ‚Splosion Man und das erst letztes Jahr erschienene Marvel’s Deadpool VR, stehen nun vor dem Nichts. Es ist eine bittere Ironie, dass Studios, die gerade erst vor wenigen Jahren – Sanzaru in 2020, die anderen beiden 2022 – mit großen Hoffnungen aquiriert wurden, nun so abrupt fallen gelassen werden.
Wearables statt virtuelle Welten
Doch warum dieser radikale Schnitt? Ein Bericht von Bloomberg liefert die ernüchternde Antwort. Meta plant massive Kürzungen in der Reality Labs Abteilung, die über 1.000 Angestellte betreffen sollen. Der Fokus verschiebt sich weg von reinen VR-Games hin zu „Wearables“, also tragbarer Technologie wie Smart Glasses. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte diesen Kurswechsel unverblümt: Man schichte Investitionen vom Metaverse hin zu Wearables um und nutze die Einsparungen, um das Wachstum in diesem Sektor noch in diesem Jahr zu befeuern. Die Gaming-Community bleibt dabei als Kollateralschaden zurück.
Ein düsterer Ausblick für Quest-Besitzer
Für Besitzer einer Meta Quest wirft dieser Schritt dunkle Schatten voraus. Wenn der Plattformbetreiber selbst seine fähigsten First-Party-Studios schließt, stellt sich die bange Frage, wer in Zukunft die System-Seller liefern soll. Sanzaru und Armature waren nicht irgendwelche Teams; sie waren Veteranen, die zuvor eng mit Größen wie Sony und Microsoft an Franchises wie Sly Cooper oder Metal Gear Solid gearbeitet hatten. Ihr Wegfall hinterlässt eine Lücke an Expertise und Kreativität, die kaum zu füllen sein dürfte. Ob dies der Anfang vom Ende der großen VR-Blockbuster unter Metas Flagge ist, bleibt abzuwarten, doch die Zeichen stehen auf Sturm.