Das Next-Gen-Update für Metro 2033 Redux und Last Light ist da — und es enthält ein Feature, das in keiner offiziellen Patch-Notes-Zeile steht. DLSS 5 Neural Rendering ist im Grafikmenü als „DLSS-NR“ wählbar, versteckt hinter dem unscheinbaren Eintrag „DLSS Support“. 4A Games hat die Technik nicht angekündigt. Sie haben sie einfach eingebaut — und das ist wirklich interessant.
Ein Schalter, den niemand angekündigt hat
Die offiziellen Patch Notes für das Metro-Redux-Update listen 4K-Texturen, ungekappte Bildraten und DLSS — aber nicht DLSS 5. Wer nach dem Update das Grafikmenü öffnet, findet unter der DLSS-Option einen Eintrag namens „DLSS-NR“. NR steht für Neural Rendering. Es ist die fünfte DLSS-Generation, die Nvidia im September 2026 vorgestellt hat.
Entdeckt wurde der Schalter nicht von 4A Games, sondern von der Community. Der X-Nutzer Renan Maniero postete am 22. Oktober einen Screenshot aus den Grafikeinstellungen. Darauf: die Option „DLSS-NR“, eindeutig als DLSS-5-Feature identifizierbar. Weder 4A Games noch Nvidia hatten zu diesem Zeitpunkt eine offizielle Ankündigung gemacht — WCCFTech bestätigt, dass die Implementierung in den Patch Notes mit keiner Silbe erwähnt wird.
Metro 2033 Redux ist damit das zweite Spiel überhaupt mit offizieller DLSS-5-Unterstützung — nach NBA 2K27 und vor Hogwarts Legacy, das erst am 5. November nachziehen soll. Ein 12 Jahre altes Remaster schlägt ein aktuelles Open-World-RPG im Rennen um die neue Nvidia-Technik.
Gesichter gewinnen, Umgebungen bleiben blass
Der erste Blick auf DLSS 5 in Metro 2033 Redux zeigt einen Unterschied, der sich auf Gesichter konzentriert: Hauttexturen, Kontaktschatten und Mimik gewinnen sichtbar an Details. DSOGaming-Autor John Papadopoulos bringt den Vorher-Nachher-Vergleich auf eine Formel, die hängen bleibt: „Mit DLSS 5 sehen alle Charaktere besser aus. Ohne DLSS 5 sehen sie aus wie Plastikpuppen.“ Die Umgebungen dagegen verändern sich kaum — wer den Unterschied sehen will, braucht Standbilder und einen direkten Vergleich.
Die Performance-Kosten sind dafür messbar. Auf einer RTX 5090 lief Metro 2033 Redux in nativen 1440p mit DLAA und DLSS 5 bei 220 bis 250 FPS. Ohne DLSS 5 waren es über 330 FPS. Das ist ein Delta von rund 33 Prozent — und die Leistungsaufnahme der Founders Edition stieg auf 575 Watt. TweakTown vermutet, dass 4A Games noch das ältere, langsamere DLSS-5-Modell nutzt, das mit NBA 2K27 debütierte.
Für Spieler mit moderner Hardware ist der Einschnitt dennoch verkraftbar. Über 200 FPS in einem linearen Shooter aus dem Jahr 2014 sind kein Grund zur Klage. Der eigentliche Preis ist der Stromverbrauch — und die Erkenntnis, dass Neural Rendering auf einem alten Spiel bereits so viel Leistung zieht. Bei Metro 2039, das im Februar 2027 mit Raytracing und Path-Tracing erscheint, wird DLSS 5 eine ganz andere Rolle spielen.
Ein Testlauf für den Untergrund von morgen
4A Games hat DLSS 5 nicht für ein 12 Jahre altes Spiel eingebaut, weil Metro 2033 Redux es braucht. Das kostenlose Next-Gen-Update ist eine strategische Einladung an 50 Millionen Metro-Käufer, vor Metro 2039 im Februar noch einmal in die Tunnel zurückzukehren. DLSS 5 ist der Testlauf: 4A Games kann die Technik auf einer bekannten Engine erproben, Feedback sammeln und die Implementierung für die nächste Generation optimieren, ohne das Risiko eines Launch-Desasters.
Die Reibung liegt nicht in der Bildqualität, sondern in der Stabilität. DSOGaming berichtet von Auflösungsproblemen — die Spiele ließen sich zeitweise nicht über 1440×1080 einstellen — und von schwerem Stuttering in Last Light Redux, das ohne erkennbare Ursache auftrat. Ein Treiber-Neuinstallationsversuch half, aber nur bis zur nächsten Einstellungsänderung. 4A Games hat die Community-Bugfixes in den Patch Notes ausführlich dokumentiert, aber DLSS 5 ist offenbar noch nicht vollständig in die bestehende Render-Pipeline integriert.
Wer Metro 2033 Redux heute mit DLSS 5 startet, bekommt die beste Version der Gesichter, die dieses Spiel je hatte — und einen Vorgeschmack auf das, was 4A Games für den nächsten Teil als „düsterer und politischer“ ankündigt. Der Schalter ist umgelegt. Ob er in Metro 2039 standardmäßig aktiv sein wird, wird sich im Februar zeigen.