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Microsoft knickt ein: Windows 10 bleibt bis 2027 – weil Windows 11 zu teuer ist

Microsoft verlängert die Extended Security Updates für Windows 10 leise von Oktober 2026 auf Oktober 2027. Grund sind explodierende Hardwarepreise und die hohen Windows 11 Hürden (TPM 2.0), die 24 Prozent der Steam-Nutzer am Umstieg hindern.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
29.06.26
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Lesezeit: 3 Min.
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Erst war Schluss im Oktober 2025. Dann gab es ein Gnadenjahr bis Oktober 2026. Und jetzt? Jetzt flattert still und leise eine weitere Verlängerung herein: Windows 10 bekommt Sicherheitsupdates bis Oktober 2027. Wer schon drin ist im Programm, bekommt das Jahr automatisch oben drauf. Die Botschaft ist klar: Microsoft kann sich keine Zwangsmigration leisten – weil die Hardwarepreise und die eigenen Systemanforderungen das schlicht unmöglich machen.

Das steckt im Artikel
  • Erst das Support-Ende, dann die Verlängerung: Wie Microsoft leise die Richtung wechselte
  • 24 Prozent der Steam-Nutzer weigern sich – und Microsoft kann ihnen nicht böse sein
  • RAM-Preise, TPM-Zwang und ein Betriebssystem, das keiner will
  • Was die Verlängerung wirklich bedeutet: Mehr Zeit – aber keine neuen Features

Erst das Support-Ende, dann die Verlängerung: Wie Microsoft leise die Richtung wechselte

Die Chronik ist schnell erzählt. Oktober 2025: Windows 10 ist tot, lang lebe Windows 11. Dann rudert Microsoft zurück: Es gibt Extended Security Updates – gegen 30 Dollar oder kostenlos mit Microsoft-Konto. Laufzeit: ein Jahr. Das wäre Oktober 2026 gewesen. Jetzt, im Sommer 2026, folgt die stille zweite Verlängerung. Kein Event, keine große Ankündigung. Einfach ein geändertes Datum auf der Support-Seite. Von den kostenlosen Tools zur Windows-Optimierung profitiert das System damit auch noch ein Jahr länger. Microsoft hat gemerkt, dass ein Billionen Dollar Konzern seine Nutzer nicht einfach ins neue Betriebssystem prügeln kann. Vor allem nicht, wenn das neue System auf Millionen von Rechnern gar nicht läuft.

24 Prozent der Steam-Nutzer weigern sich – und Microsoft kann ihnen nicht böse sein

Die aktuellen Steam Hardware Zahlen vom Mai 2026 zeigen: Knapp 24 Prozent aller Gamer auf der Plattform nutzen noch Windows 10. Das sind Millionen Menschen, die schlicht nicht umsteigen können oder wollen. Windows 11 setzt TPM 2.0 voraus, einen Sicherheitschip, der auf älteren Mainboards schlicht fehlt. Zwar gibt es Workarounds mit Tools wie Rufus, aber wer seinen Rechner nicht jeden Monat neu zusammenklickt, scheitert oft schon an der simplen Installationsprüfung. 

Nioh 3 macht Windows 11 zur Pflicht – ein Trend, der Windows 10 Nutzer langsam, aber sicher in die Enge treibt. Dazu kommt: Windows 10 läuft stabil, sieht gut aus und tut, was es soll. Warum sollte jemand ein neues System installieren, das mehr will, aber nicht mehr kann? Microsofts Problem ist hausgemacht.

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RAM-Preise, TPM-Zwang und ein Betriebssystem, das keiner will

Der Elefant im Raum heißt Rampocalypse – oder, etwas präziser: die RAM-Preiskrise. Nach Jahren stabiler oder fallender Preise sind Speichermodule und Grafikkarten massiv teurer geworden. Wer einen neuen PC bauen will, zahlt heute für 32 GB DDR5 das Doppelte als vor zwei Jahren. Und genau in diese Phase fällt Microsofts Drängen auf Windows 11.

Die Botschaft „Kauft euch halt einen neuen Rechner“ kommt schlecht an, wenn ein vernünftiger Neubau schnell 1.500 Euro kostet. Gleichzeitig kürzt Microsoft Rewards die täglichen Punkte – auch so ein Signal, dass der Konzern spart, wo er kann. Stattdessen bleiben die Leute sitzen, wo sie sind. Und Microsoft hat offenbar die Wahl zwischen Durchsetzen und Realität. Es hat sich für Letzteres entschieden.

Was die Verlängerung wirklich bedeutet: Mehr Zeit – aber keine neuen Features

Wichtig zu verstehen: ESU bedeutet nicht, dass Windows 10 neue Funktionen bekommt. Keine Feature-Updates, keine Interface-Änderungen, kein Copilot, nichts. Nur Sicherheitspatches. Das reicht, um den Rechner am Laufen zu halten – aber es friert Windows 10 faktisch ein. Microsoft setzt darauf, dass die Nutzer irgendwann von selbst kommen, wenn sie genug Druck durch fehlende Spiele- und App-Kompatibilität spüren.

Dass Nioh 3 bereits Windows 11 als Pflichtangabe auf Steam listet, ist ein erstes Zeichen. Doch solange 24 Prozent der Gamer auf Windows 10 sitzen, werden die meisten Entwickler nicht den Stecker ziehen. Der Game Pass steht ohnehin vor einem Umbruch – Microsoft hat im Moment genug Baustellen, um nicht auch noch einen OS-Krieg anzuzetteln. Die Verlängerung bis 2027 bringt allen etwas. Microsoft die Zeit, die Hardwarepreise wieder fallen zu sehen. Und den Nutzern die Zeit, den Umstieg zu planen – oder ihn einfach weiter zu ignorieren.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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