Ubisoft lässt auf der gamescom Opening Night Live eine echte Bombe platzen und kündigt das Heroes of Might and Magic III Remake an. Der unangefochtene König der Rundenstrategie kehrt 2027 im modernen 3D-Gewand zurück, ohne seine geliebte Hexfeld-Seele zu verraten. Dass die Entwickler dabei das komplette Original samt Erweiterungen von Grund auf neu aufbauen, dürfte alte Strategie-Hasen und Taktik-Neulinge gleichermaßen elektrisieren.
Snowdrop-Engine, Hexfeld-Taktik und der geniale Schachzug für Map-Bauer
Das Heroes of Might and Magic III Remake hievt das Gameplay-Fundament von 1999 mit Ubisofts Snowdrop-Engine in eine voll drehbare 3D-Welt und behält die taktischen Rundenkämpfe auf dem Hexfeld originalgetreu bei. Die Ubisoft-Studios in Chengdu und Shanghai werfen die starre 2D-Isometrie über Bord und spendieren Erathia hochauflösende 4K-Assets, dynamische Lichtstimmungen sowie wechselnde Jahreszeiten. Auf den Schlachtfeldern bleibt die taktische Tiefe unberührt: Helden skillen, Einheiten über das Raster manövrieren und mächtige Zaubersprüche im perfekten Moment zünden fühlt sich exakt so griffig an wie damals.
Neue Entscheidungshilfen und aufgeräumte Interface-Tools nehmen Einsteiger an die Hand, ohne erfahrenen Feldherren die gewohnte Kontrolle über Ressourcen, Laufwege und Stadtbauten zu rauben. Der eigentliche Geniestreich liegt jedoch in der Community-Pflege. Ubisoft spendiert dem Spiel eine moderne Parser-Pipeline, wodurch das Remake vom Start weg mit zehntausenden von Fans erstellten Karten der letzten zweieinhalb Jahrzehnte kompatibel bleibt. Über eine frische UGC-Plattform im Hauptmenü ladet ihr legendäre Fan-Kampagnen mit wenigen Klicks herunter.
Dazu gesellt sich eine runderneuerte Soundkulisse mit dynamischem Audio-Layering und vollständiger Sprachausgabe, die das Kampfgeschehen und plötzliche Moral-Umschwünge akustisch untermalt. Wer den Strategie-Klassiker direkt im Auge behalten will, findet erste Übersichten im offiziellen Ubisoft Newsroom, bevor der Titel 2027 für PlayStation 5, Xbox Series X|S und PC über Ubisoft Connect und den Epic Games Store aufschlägt.
Simultan-Züge, Hot-Seat und neun Fraktionen unter einem Dach
Für Mehrspieler-Partien rüstet Ubisoft das Remake mit einem modernen Netcode für Simultan-Züge auf und packt das Hauptspiel sowie beide Erweiterungen in eine einzige, nahtlose Kampagne. Wer früher quälend lange warten musste, bis Freunde ihre Züge beendet hatten, zieht nun zeitgleich über die Abenteuerkarte und nimmt Minen oder Artefakte parallel ein. Erst wenn zwei Helden direkt aneinandergeraten, schaltet das Geschehen flüssig in das rundenbasierte Hexfeld-Gefecht um. Für gesellige Abende vor einem einzigen Bildschirm bleibt der heißgeliebte Hot-Seat-Modus für bis zu acht Strategen komplett erhalten.
Inhaltlich schnürt das Studio ein gewaltiges Paket, das neben dem Basisspiel „The Restoration of Erathia“ auch „Armageddon’s Blade“ und „The Shadow of Death“ umfasst. Alle neun legendären Fraktionen – von stolzen Rittern der Burg über finstere Nekromanten bis hin zu den Elementarwesen des Konflux – kehren mit ihren vollständigen Einheiten-Rostern zurück. Eine neu gestaltete Prolog-Kampagne führt Neulinge behutsam an Königin Catherines Feldzug zur Befreiung ihres Reiches heran, während aufwendige Render-Zwischensequenzen die altehrwürdige Geschichte zeitgemäß inszenieren.
Das Timing für diese Enthüllung passt perfekt in die aktuelle Strategie-Landschaft. Das vollwertige 3D-Remake schlägt die perfekte Brücke zwischen purer Nostalgie und moderner Zugänglichkeit. Durch eine saubere State-Replication im Mehrspieler laufen Online-Matches spürbar flüssiger ab, was das Strategie-Comeback mit Olden Era um einen echten Titanen erweitert.
Warum Erathia im Jahr 2027 genau die richtige Frischzellenkur bekommt
Mit diesem Projekt beweisen die Entwickler in Chengdu und Shanghai ein erstaunliches Feingefühl für das Erbe eines echten Spieledenkmas. Statt den genialen rundenbasierten Kern mit unnötigen Mode-Gimmicks zu verwässern, konzentriert sich Ubisoft auf sinnvolle Komfort-Verbesserungen, butterweiche Kamerafahrten und eine detailverliebte Spielwelt. Die Entscheidung, 27 Jahre Community-Arbeit nicht im Regen stehenzulassen, sondern alte Map-Dateien direkt lesbar zu machen, ist schlichtweg genial.
Viele Publisher neigen dazu, geliebte Klassiker durch unüberlegte Experimente zu verschlimmbessern. Ubisoft wählt hier erfreulicherweise den geradlinigen Weg und poliert genau die taktischen Tugenden auf Hochglanz, die HoMM 3 seit 1999 unsterblich machen. Bis zur Veröffentlichung im Jahr 2027 zieht zwar noch etwas Zeit ins Land, doch Königin Catherine hat ihre Banner bereits unübersehbar gehisst.
