Indie-Entwickler Buzzin‘ Games hat das erste Multiplayer-Gameplay zu Rock, Paper, Severed rausgehauen und macht aus dem simpelsten Pausenhof-Klassiker der Welt einen eiskalten Psychoterror. Vier Zocker sitzen an einem Tisch, werfen ihre Hände und hoffen verzweifelt, mit allen Gliedmaßen wieder aufzustehen. Wer hier falsch liegt, verliert nicht bloß eine Runde, sondern bezahlt jede Fehleinschätzung mit purem Schmerz. Im Schatten des Raumes lauert eine unheimliche Präsenz, die genau darauf wartet, dass eure Nerven versagen.
Vier Zocker am Schafott: So funktioniert der blutige Handgemenge-Modus
Rock, Paper, Severed nimmt das klassische Schere-Stein-Papier-Prinzip und verwandelt jede verlorene Runde in eine irreversible Verstümmelung eurer Spielfigur. Auf der offiziellen Shop-Seite auf Steam wird schnell klar, worum es im Kern geht: Die eigene Hand ist eure Lebensleiste. Vier Spieler treten online gegeneinander an, werfen auf Kommando ihr Symbol und müssen mit den gnadenlosen Konsequenzen leben. Wer unterliegt, verliert schlichtweg einen Finger.
Und wer verliert? Zahlt mit Fleisch. Mit jedem abgetrennten Finger schrumpfen eure Optionen drastisch zusammen. Wer keine Finger mehr für die Schere übrig hat, sitzt mit dem Rücken zur Wand und wird für seine Mitspieler am Tisch berechenbar. Genau hier setzt die psychologische Kriegsführung ein: Ihr müsst eure Kontrahenten lesen, Bluffs durchschauen und abschätzen, wie viel Risiko euer verbliebener Finger-Vorrat noch verkraftet. Was früher eine harmlose Entscheidungshilfe auf dem Schulhof war, wird zu einem zermürbenden Nervenkrieg, bei dem Schweißperlen auf der Stirn garantiert sind.
Fiese Werkzeuge gegen das Schicksal: Wie Items die Wahrscheinlichkeiten kippen
Um dem brutalen Zufall ein Schnippchen zu schlagen, greift ihr mitten in der Partie zu manipulativen Werkzeugen, die den Spielausgang aktiv zu euren Gunsten verdrehen. Wie das Londoner Studio im ersten Gameplay-Trailer demonstriert, könnt ihr mit absurden Hilfsmitteln Wahrscheinlichkeiten manipulieren, gegnerische Züge stören oder euch in ausweglosen Situationen etwas Luft verschaffen. Das hebt den Titel spürbar von reinen Glücksspielen ab und verpasst dem Geschehen eine handfeste taktische Ebene.
Dieser Mix aus scheinbar simplen Tabletop-Mechaniken, unbarmherziger Bestrafung und taktischen Gegenständen erinnert an Überraschungshits wie Buckshot Roulette oder Inscryption, die ebenfalls aus minimalistischen Grundregeln maximale Panik kitzelten. Bei Rock, Paper, Severed kommt allerdings der direkte Sozialdruck von bis zu drei menschlichen Mitspielern hinzu. Über dem makabren Quartett thront zudem eine finstere Entität namens „The Old Sire“. Das Wesen wacht über die Einhaltung der Regeln und konfrontiert die Figuren nach und nach mit ihren düsteren Sünden, während die Runden immer bizarrere Züge annehmen.
Gamescom-Feuertaufe und PC-Release: Was Buzzin‘ Games jetzt liefern muss
Bereits auf der Gamescom 2026 feiert das Indie-Projekt seine Premiere im B2B-Bereich, bevor der Titel noch im laufenden Kalenderjahr regulär auf dem PC aufschlägt. Für das dreiköpfige Team von Buzzin‘ Games ist der Messeauftritt in Köln der entscheidende Härtetest. Dort muss sich zeigen, ob das ungewöhnliche Konzept abseits stimmungsvoller Trailer auch im echten Hands-on zündet.
Technisch setzt die Produktion auf eine schlanke Basis mit DirectX-11- und DirectX-12-Unterstützung sowie nativer DirectInput-Einbindung für Controller. Für reibungslose Runden sorgt die direkte Anbindung an das Steam-PvP-Netzwerk inklusive Cloud-Synchronisation. Zartbesaitete Gemüter dürfen zudem aufatmen: Das Entwicklerteam integriert einen zuschaltbaren Gewaltfilter, der offene Wunden und Bluteffekte im Menü komplett ausblendet.
Am Ende steht und fällt der Erfolg eines solchen Party-Horrors mit der Balance zwischen blankem Psychoterror und echtem spielerischem Tiefgang. Wenn die Items für unvorhersehbare Wendungen sorgen und die Runden schnell genug über die Bühne gehen, könnte Buzzin‘ Games hier einen verdammt spaßigen Discord-Dauerbrenner landen. Sollten sich die Mechaniken nach zehn Runden abnutzen, bleibt am Ende nur ein blutiger Gag zurück. Die Community wird am Tisch sehr genau hinsehen, ob sich der Einsatz des eigenen Körpers lohnt.
