Creative Assembly hat auf der BiliBili World in Shanghai das gemacht, worauf die Community seit der Ankündigung gewartet hat: sechs Minuten ungeschnittenes Gameplay aus Total War: Warhammer 40,000. Kein Teaser, kein cinematic Trailer – echte Schlachten, echte Einheiten, echte zerstörbare Umgebungen. Und ja, es sieht so aus, als müsste man sich langsam Gedanken um sein Setup machen.
Das Video spielt im Armageddon Theatre, einer Kampagnen-Region mit mehreren Planetensystemen, die jeweils eigene Biome und Besonderheiten haben. Konkret sehen wir einen zivilisierten Planeten, der grade von den Orks des Deff Makerz Klans überrannt wird. Die Imperiumsflotte hängt im Orbit und pumpt Feuerunterstützung runter, während unten die Astra Militarum in Stellung geht. Klingt nach einem normalen Gefecht – ist es aber nicht, denn hier zeigt sich zum ersten Mal, wie sich das Spielgefühl von Total War ins 41. Jahrtausend übersetzt.
Orks machen, was Orks tun – und das ist gut so
Die Orks kommen nicht einfach nur in anderen Farben daher. Das Video zeigt, wie unterschiedlich die Fraktionen ticken: Die Astra Militarum muss taktisch denken, weil sie sich einen Dauerfeuergefecht mit Orks nicht leisten kann. Die Grünhäute sind einfach stärker im Direktkampf, also heißen die Antworten Deckung, Flankenmanöver und schlau positionierte schwere Waffen.
Die Imperiums-Seite schickt Scouts voraus, versteckt die Hauptmacht im Gelände und postiert Truppen auf erhöhten Positionen. Panzer sichern eine Brücke, damit die Orks nicht flankieren können. Das ist klassisches Total War. Aber dann kommen die Orks mit ihrem Arsenal: Killsaw, Power Klaw, Kombi-Skorcha – und Stormboyz, die mit Jetpacks reinfliegen und genau die Flanke aufreißen, die man gerade nicht gesichert hat.
PC Gamer hat in ihrer Analyse übrigens was Interessantes beobachtet: Die Infanterie verteilt sich dynamisch auf die Deckungspunkte, splittet sich in kleinere Squads auf, um das verfügbare Cover optimal zu nutzen. Und wenn Ogryns oder Sentinel Walker durch die Stellung pflügen, trümmern sie die Barrikaden einfach mit – die normalen Soldaten müssen drüber klettern. Das ist kein kosmetisches Detail, das ist taktische Tiefe, die das Gameplay fundamental verändert.
Zwischen Deckung und Zerstörung – wie sich Total War im 41. Jahrtausend anfühlt
Was auffällt: Das Spiel sieht schon jetzt verdammt gut aus. Creative Assembly betont, dass es sich um einen In-Development-Build handelt – trotzdem zeigt das Video einen Polishgrad, der überrascht. Von der Orbitalebene mit kämpfenden Schiffen bis runter zu einzelnen Soldaten, die über Trümmer klettern, hält die Grafik auch bei den heftigeren Explosionen.
Aber genau da kommt der Haken: PC Gamer hat bemerkt, dass die Framerate bei den großen Detonationen spürbar einbricht. Wer also hofft, dass Total War: Warhammer 40,000 auf der Mittelklasse-Grafikkarte von 2023 butterweich läuft, sollte vielleicht nochmal nachrechnen. Die zerstörbaren Umgebungen sehen fantastisch aus, aber sie fressen offenbar auch ordentlich Performance.
Trotzdem: Was das Video zeigt, macht Lust. Die Karten sind so gestaltet, dass Cover nicht nur Deko ist – Gebäude bieten echten Schutz, bis die schwere Artillerie kommt. Dann brechen Stockwerke weg, Barrikaden zerbersten, und der schöne Plan wird von einer Welle Grün überrannt. Die Mischung aus taktischer Planung und chaotischem Zusammenbruch fühlt sich genau richtig an für Warhammer 40,000.
Kein Release-Datum, aber eine Beta – wo steht das Spiel?
Total War: Warhammer 40,000 wird für PC, PS5 und Xbox Series X/S entwickelt – ein Novum für die Reihe. Ein konkretes Release-Datum gibt es noch nicht, aber Creative Assembly hat letzten Monat die Closed Beta Anmeldungen gestartet. Das deutet darauf hin, dass der Entwicklungsstand weit genug ist, um externes Feedback einzuholen.
Ob die Beta noch dieses Jahr kommt oder erst 2027, ist offen. Aber ein Blick auf den Track Record von CA bei den Warhammer-Titeln zeigt: Die Fantasy-Reihe wurde über Jahre mit DLC und Patches ausgebaut. Dass Total War: Warhammer 40,000 auf die gleiche Langzeitstrategie setzt, ist kein Geheimnis.
Trotzdem bleibt die Frage: Wie performt das Spiel auf den Konsolen? Total War war immer eine PC-Marke, und die Controller-Steuerung eines komplexen RTS ist eine echte Herausforderung. Das Video zeigt leider kein UI oder Steuerungshinweise – hier müssen wir auf die Beta warten.
