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Sony BRAVIA 9 II: Sonys neuer RGB-TV trumpft mit 4.000 Nits auf – aber Gamer gucken teilweise in die Röhre

Sonys neue True RGB Fernseher liefern endlich satte Farben und bis zu 4.000 Nits auf LCD-Niveau – Blooming inklusive. Nur zwei HDMI-2.1-Ports machen den BRAVIA 9 II für Gamer mit mehreren Konsolen jedoch zur teuren Kompromisslösung.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
28.05.26
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Lesezeit: 5 Min.
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Sony bringt mit dem BRAVIA 9 II und 7 II seine ersten „True RGB“-Fernseher auf den Markt – und verspricht das größte Farbvolumen aller Zeiten. Bis zu 115 Zoll, 4.000 Nits Spitzenhelligkeit und ein völlig neu konstruiertes RGB-Backlight klingen nach einem echten OLED-Schreckgespenst. Doch ein Blick auf die Anschlussleiste offenbart einen Pferdefuß, der gerade Gamer kalt erwischen dürfte.

Das steckt im Artikel
  • Vom Qualia 005 zum True RGB – Sonys langer Weg zur Farbreinheit
  • BRAVIA 9 II und 7 II – Preise, Größen und die Gaming-Bremse
  • BRAVIA Theatre Trio – 360-Grad-Sound für 1.999 Euro ohne Subwoofer
  • Nachhaltig, barrierearm – aber was verschweigt Sony?

Vom Qualia 005 zum True RGB – Sonys langer Weg zur Farbreinheit

Dass Sony keine Neulinge im RGB-Geschäft sind, betont der japanische Hersteller selbst: Bereits 2004 experimentierte man mit dem Qualia 005 mit unabhängigen RGB-Lichtquellen, 2016 folgte das Backlight Master Drive in Sonys damaligem LCD-Flaggschiff. Die neue True RGB Technologie, angetrieben vom hauseigenen RGB Backlight Master Drive Pro, steuert rote, grüne und blaue LEDs individuell und mit deutlich höherer Präzision als herkömmliche Mini-LED-Systeme.

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Ansatz: Statt weißer LEDs, deren Licht durch Farbfilter gejagt wird, erzeugen die farbigen Dioden das Primärlicht direkt. Das Resultat sind reinere Farben, ein laut Sony bis zu vierfach größeres Farbvolumen gegenüber QD-OLED und eine Spitzenhelligkeit, die laut ersten Hands-on-Tests von What Hi-Fi und FlatpanelsHD tatsächlich an der 4.000-Nits-Marke kratzt – und das im akkuraten „Professional“-Preset. Ein Wert, mit dem Sony dem hauseigenen BVM-HX3110 Mastering-Monitor gefährlich nahe kommt.

Doch der Teufel steckt im Detail. FlatpanelsHD zählte am finalen 65-Zoll-Modell 1.530 Dimming-Zonen (4.590 RGB-Zonen) – weniger als der Vorgänger BRAVIA 9 aus 2024. Sony argumentiert, die intelligentere Ansteuerung mache die schiere Zonen-Anzahl zweitrangig, und tatsächlich attestieren erste Tests eine spürbar bessere Blooming-Unterdrückung. Allerdings zeigte der berüchtigte Blade-Runner-2049-Test von What Hi-Fi auch, dass die schwarze Raumschiff-Szene dem True-RGB-TV teils sichtbare Schwächen in der Gleichmäßigkeit entlockte.

Während Sony also das Backlight grundlegend umgekrempelt hat, setzt die Konkurrenz längst eigene RGB-Akzente. TCL hat auf der CES 2026 mit SQD-Mini-LED nachgelegt, Hisense experimentiert mit ULED X und LGs OLED-evo-M5-Flaggschiffe zeigen, dass OLED bei den entscheidenden Disziplinen Schwarzpegel und per-Pixel-Kontrolle weiterhin uneinholbar bleibt. Sony selbst hält an einer Zweigleis-Strategie fest – 2025 war QD-OLED dran, 2026 folgt der LCD-Angriff.

BRAVIA 9 II und 7 II – Preise, Größen und die Gaming-Bremse

Die Preisliste liest sich standesgemäß sony-typisch:

  • BRAVIA 9 II 65 Zoll: 3.499 €
  • BRAVIA 9 II 75 Zoll: 3.999 €
  • BRAVIA 9 II 85 Zoll: 5.099 €
  • BRAVIA 9 II 115 Zoll: 24.999 €
  • BRAVIA 7 II 50 Zoll: 1.999 €
  • BRAVIA 7 II 55 Zoll: 2.149 €
  • BRAVIA 7 II 65 Zoll: 2.499 €
  • BRAVIA 7 II 75 Zoll: 3.049 €
  • BRAVIA 7 II 85 Zoll: 3.599 €
  • BRAVIA 7 II 98 Zoll: 6.299 €

Der BRAVIA 7 II verzichtet auf die matte „Immersive Black Screen Pro“-Beschichtung des Flaggschiffs und muss mit einer abgespeckten True-RGB-Implementierung auskommen – laut Sony etwa die Hälfte der Spitzenhelligkeit des 9 II, was grob 2.000 Nits bedeuten würde. Beide Modelle bieten Googles TV-Betriebssystem, Dolby Vision, Dolby Atmos, DTS:X und IMAX Enhanced.

Und jetzt der Haken für Gamer: Beide True-RGB-TVs besitzen nur zwei HDMI-2.1-Anschlüsse. Die restlichen zwei Ports bleiben auf HDMI 2.0 limitiert. Wer gleichzeitig eine PlayStation 5, eine Xbox Series X und eine Soundbar mit eARC betreiben will, muss entweder umstecken oder akzeptiert abgespeckte Features. Schuld ist der verbaute MediaTek Pentonic 1000 SoC – eine mittlerweile angestaubte Plattform, die auch Dolby Vision 2 ausschließt. Dass Sony ausgerechnet beim selbsternannten „Cinema is Coming Home“-Flaggschiff an der Anschluss-Architektur spart, während selbst das günstigere Einstiegsmodell BRAVIA 3 II mit Pentonic 800 und vier HDMI-2.1-Ports antritt, wirkt wie ein schlechter Scherz aus der Entwicklungsabteilung.

Immerhin: Auto Low Latency Mode, VRR und PS5-spezifische Features wie Auto HDR Tone Mapping sind an Bord. Die versprochene Kombination mit der neuen „Direct Connect“-Funktion erlaubt zudem, optionale Subwoofer und Rücklautsprecher direkt mit dem TV zu koppeln – ohne zusätzliche Soundbar.

BRAVIA Theatre Trio – 360-Grad-Sound für 1.999 Euro ohne Subwoofer

Parallel zu den Fernsehern schickt Sony das BRAVIA Theatre Trio ins Rennen – ein kabelloses Dreikanal-System für 1.999 Euro, das explizit für Großbild-Diagonalen ab 85 Zoll entwickelt wurde. Die drei Frontlautsprecher für links, rechts und Mitte setzen auf Sonys 360 Spatial Sound Mapping, das bis zu 24 virtuelle Lautsprecher simuliert und per mitgeliefertem USB-C-Mikrofon auf den Raum kalibriert wird.

Oscar-nominierter Tonmeister Tony Lamberti schwärmt von einer Klangbühne, die „den Zuhörer vollständig umschließt“. In der Praxis unterstützt das System Dolby Atmos, DTS:X und IMAX Enhanced – allerdings ohne dedizierten Subwoofer im Basispaket. Wer satte Bässe will, muss zum Kit mit Sub 8 und Rear-9-Lautsprechern für 2.999 Euro greifen. Zum Launch lockt Sony mit einem Bundle: Käufer eines BRAVIA 9 II oder 7 II bekommen eine BRAVIA Theatre Bar 7 samt Sub 7 gratis obendrauf.

Nachhaltig, barrierearm – aber was verschweigt Sony?

Löblich: Sony verwendet recycelte Kunststoffe (SORPLAS), der BRAVIA 9 II ist das erste Modell mit erneuerbarem Kunststoff aus gebrauchtem Speiseöl – vor allem in der Rückabdeckung. Eine neue Fernbedienung mit Sprachausgabe und taktilen Elementen verbessert die Barrierefreiheit.

Was fehlt: Konkrete Zahlen zur DCI-P3- oder BT.2020-Abdeckung. Keine offiziellen Nits-Angaben im Datenblatt. Kein Wort zum Stromverbrauch, obwohl die effizientere RGB-LED-Ansteuerung beworben wird. Und vor allem: kein Bekenntnis, wann der seit Jahren überfällige Platform-Upgrade auf frischere MediaTek-Chips erfolgt.

Was bedeutet das für dich? Wenn du einen High End TV fürs Wohnzimmer suchst, der auch bei Tageslicht brilliert und Farben liefert, gegen die herkömmliche Mini-LEDs blass aussehen – der BRAVIA 9 II ist verdammt nah dran am selbstgesteckten Anspruch. Bist du jedoch Gamer mit mehr als zwei HDMI-2.1-Geräten oder legst Wert auf tiefstes Schwarz ohne jedwedes Blooming, fährst du mit einem aktuellen QD-OLED von LG oder Samsungs S95F-Reihe vermutlich glücklicher.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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