Es ist Juli 2026, und Sony schafft es tatsächlich, die Gaming-Community innerhalb von vier Tagen zweimal in Rage zu bringen. Am 1. Juli verkündete der Konzern das Ende der Disc-Produktion für neue PlayStation-Spiele ab 2028, wie der offizielle PlayStation Blog bestätigt. Und jetzt geht eine Klausel aus den aktualisierten AGB viral, die noch eine Stufe härter ist: Wer sich 36 Monate nicht in seinen PSN-Account einloggt, riskiert die komplette Löschung – mitsamt aller gekauften Spiele, DLCs und Filme. Irreversibel. Kein Einspruch. Kein „wir heben das mal eben aus dem Backup“.
36 Monate Inaktivität, dann ist alles weg – was in den neuen AGB wirklich steht
Die fragliche Passage findet sich in den UK Terms of Service, zuletzt aktualisiert im April 2026. Unter „Closing Your Account“ steht dort ein Satz, der in seiner Nüchternheit fast schon unverschämt klingt: Wenn du deinen Account 36 Monate lang nicht nutzt, kann Sony die Schließung einleiten. Ein sechsmonatiges Fenster bleibt dir, um zu reagieren – dann ist der Account unwiderruflich weg.
Die Konsequenz formuliert Sony selbst mit brutaler Klarheit: Kein Zugriff mehr auf PlayStation Online Services, keine Nutzung der mit diesem Account gekauften digitalen Produkte. Alles, was du in vielleicht 15 Jahren als treuer Kunde angesammelt hast – Spiele für hunderte Euro, DLCs, Season-Pässe – wäre mit einem Schlag verschwunden.
Der Haken: Die US-Version der AGB enthält diese Klausel Stand heute nicht. Es handelt sich um eine regionale Regelung, die vor allem Spieler in Großbritannien und potenziell weiteren europäischen Märkten trifft. Aber dass Sony diesen Text überhaupt formuliert und veröffentlicht hat, ist eine Ansage. Wer garantiert, dass die Klausel nicht bald global ausgerollt wird?
Erst die Disc, jetzt der Account – die Juli-Woche, die PlayStation nicht mehr einfängt
Man muss sich den Juli 2026 wie eine schlecht geschriebene Dramaserie vorstellen. Am 1. Juli schreibt Sony im PlayStation Blog, dass ab Januar 2028 keine physischen Discs für neue Spiele mehr produziert werden. Das Werk in Thalgau, Österreich – 600.000 Discs am Tag – wird auf Mikrolinsen-Produktion umgerüstet.
Die Community war noch damit beschäftigt, diesen Brocken zu verdauen, als vier Tage später die Account-Lösch-Klausel die Runde macht. #BoycottSony trendet, eine Petition fordert Sony zum Umdenken auf, und Kojimas alte Warnung – „Digitale Daten werden irgendwann niemandem mehr wirklich gehören“ – wird tausendfach neu geteilt.
Das Fatale an dieser Abfolge: Beide Meldungen verstärken sich gegenseitig. Sony sagt, ihr braucht keine Discs mehr – und im selben Atemzug steht in den AGB, dass euer digitales Archiv jederzeit gelöscht werden kann. Ein Vertrauensverlust, der sich gewaschen hat. Und die nächste schlechte Nachricht wartet schon.
500 Filme, null Rechtsanspruch – das Kleingedruckte, das keiner liest
Um das Gesamtbild abzurunden, lohnt ein Blick auf das, was im September ansteht. Sony hat angekündigt, über 500 Filme aus den Bibliotheken der Nutzer zu entfernen – Lizenzverträge laufen aus, das ist der offizielle Grund. Wer diese Filme gekauft hat, verliert den Zugriff. Kein Rechtsanspruch, keine Entschädigung.
Das ist keine neue Praxis – auch andere Plattformen entfernen lizenzierte Inhalte. Aber der Zeitpunkt könnte kaum schlechter gewählt sein. In der gleichen Woche, in der die Community über Account-Löschungen und das Disc-Ende diskutiert, sickert durch, dass selbst bereits bezahlte Filme nicht sicher sind.
Und während das alles passiert, schraubt Sony an den Preisen: Die PS5 kostet inzwischen 650 Dollar, die Pro 900, und die PS6 wird Analysten zufolge ohne Laufwerk kommen, bei Komponentenkosten von geschätzt 960 Dollar. Das ist kein Ausrutscher mehr. Das ist ein Muster.