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PlayStation 5 Pro
Hardware

PS5 Pro: Sony testet PSSR-2.0 Zwangsupdate – und das ist gut so

Sony dreht die PSSR-Policy um 180 Grad und aktiviert Enhanced PSSR in der August-Beta standardmäßig für alle PS5-Pro-Spiele – mit Opt-out für Problemfälle.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
08.08.26
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Lesezeit: 5 Min.
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Sony testet eine PS5-Pro-Systemsoftware, die Enhanced PSSR – von der Community längst als PSSR 2.0 bezeichnet – standardmäßig für alle unterstützten Spiele aktiviert. Bislang mussten Entwickler ihre Titel manuell auf die neue Upscaling-Version patchen. Mit der August-Beta kippt Sony diese Policy: PSSR 2.0 wird für jedes Spiel, das mindestens PSSR 1.0 nutzt, automatisch angewandt – es sei denn, ihr schaltet es ab. Das ist eine Kehrtwende mit Ansage.

Das steckt im Artikel
  • ResetEra-Leak enthüllt: Sony lädt Beta-Tester mit neuem Default ein
  • Das ist eine Policy-Kehrtwende – und Cerny hat sie vorbereitet
  • 100 Mikrosekunden schneller – und das macht den Unterschied
  • Zwölf Spiele hatten PSSR 2.0 – bald sind es alle
  • Warum Sony jetzt auf Zwang setzt – und welche Spiele trotzdem leiden
  • Frame Generation kommt – aber nicht mehr 2026
  • Der Override, den sich jeder PS5-Pro-Besitzer merken sollte

ResetEra-Leak enthüllt: Sony lädt Beta-Tester mit neuem Default ein

Der ResetEra-Nutzer Nicoreese machte den Fund öffentlich: Sony verschickt E-Mails an registrierte Beta-Tester der PS5-Pro-Systemsoftware. Der August-Build enthält einen entscheidenden Schalter: Die Option „PSSR-Bildqualität verbessern“ ist ab sofort standardmäßig aktiv – und zwar für alle Spiele mit PSSR-Unterstützung, nicht nur jene, die Entwickler explizit auf Version 2.0 gehoben haben.

Wer die automatische Anwendung nicht will, kann sie in den Systemeinstellungen deaktivieren. Sony liefert sogar einen Tooltip mit: „Deaktiviere diese Option, falls du unerwartetes Verhalten während des Spielens feststellst.“ Übersetzt heißt das: Sony weiß, dass die Zwangsbeglückung nicht in jedem Titel fehlerfrei läuft – und gibt den Spielern bewusst einen Ausweg.

Das ist eine Policy-Kehrtwende – und Cerny hat sie vorbereitet

Noch im März 2026 klang Mark Cerny, Lead-Architekt der PS5 und PS5 Pro, in einem ausführlichen Digital-Foundry-Interview anders: „Die aktuelle Strategie ist, dass die Parameter fixiert bleiben. Selbst wenn es aktualisierte Netzwerk-Parameter für die neuesten PS5-Pro-Spiele gibt, werden diese nicht auf die Enhance-Funktion angewandt.“ Sein Argument: Nur so könne die Community klare Anweisungen geben, wann und wie Enhanced PSSR einzusetzen sei.

Auf PixelCritics analysierten wir Cernys damalige Aussage ausführlich und kamen zum Schluss: Sonys Vorsicht ist verständlich, aber auf Dauer nicht haltbar. Wenn Enhanced PSSR wirklich so gut ist, wie die ersten Tests zeigten, warum sollte es nicht für alle Spiele gelten?

Cerny selbst legte die Kehrtwende im selben Interview an: „Wir sind in sehr frühen Tagen mit diesen ML-Bibliotheken, und ich bin sicher, unsere Strategie wird sich mit der Zeit weiterentwickeln.“ Fünf Monate später ist „mit der Zeit“ offenbar jetzt.

100 Mikrosekunden schneller – und das macht den Unterschied

Technisch bringt PSSR 2.0 einen klaren Vorteil: Die neue Version ist laut Cerny „ungefähr 100 Mikrosekunden schneller als das Original. Das wiederum hat uns erlaubt, die ‚PSSR-Bildqualität verbessern‘-Option zu implementieren.“

100 Mikrosekunden klingen nach nichts – im Kontext eines 16,7-Millisekunden-Budgets für 60 FPS sind sie aber relevant. Jede Mikrosekunde, die das Upscaling weniger GPU-Zeit frisst, steht für Berechnungen, Beleuchtung oder Physik zur Verfügung. Cerny bringt es auf den Punkt: „Wenn ihr die Option nutzt, sollten Frame-Drops ein ganz kleines bisschen seltener werden.“

Digital Foundry testete über 20 Spiele mit dem neuen PSSR-Override und kam zu einem klaren Urteil: Die Bildqualität „wischt den Boden mit allen vorherigen Versionen.“ Besonders Spiele mit feinen Details – Vegetation, Haare, entfernte Texturen – profitieren spürbar.

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Zwölf Spiele hatten PSSR 2.0 – bald sind es alle

Das Problem bisher: Von rund 80 PS5-Pro-Spielen, die PSSR 1.0 nutzen, hatten gerade mal 12 bis 13 ein natives PSSR-2.0-Update erhalten. Kein einziges First-Party-Spiel von Sony war darunter. Resident Evil Requiem machte im März den Anfang, dann folgten Titel wie Silent Hill f, Monster Hunter Wilds, Final Fantasy VII Rebirth und Crimson Desert.

Der neue Default-Modus ändert das schlagartig. Jedes PSSR-1.0-Spiel greift automatisch auf die verbesserte Upscaling-Engine zu – ohne dass der Entwickler einen Finger rühren muss.

Das ist der Punkt, an dem die Policy-Wende von einem „Developer-First“-Ansatz zu einem „Player-First“-Ansatz wird. Und er ist überfällig.

Warum Sony jetzt auf Zwang setzt – und welche Spiele trotzdem leiden

Die Frage, die sich stellt: Warum der Schwenk? Drei Faktoren spielen zusammen.

Erstens: Die Technik ist reif. Sonys enge Kooperation mit AMD bei FSR Redstone und Project Amethyst hat PSSR massiv beschleunigt. Cerny spricht von „co-entwickelter Technologie“, die Upscaling, Frame Generation und Ray Regeneration umfasst. FSR Redstone und das neue PSSR nutzen denselben Algorithmus-Kern – die Implementierungen unterscheiden sich nur durch die zugrunde liegende Hardware.

Zweitens: Das Community-Feedback war überwältigend positiv. In Foren wie ResetEra und Reddit wurde die Enhance-Option schnell zum Geheimtipp – „90 Prozent der Zeit funktioniert der Override einwandfrei“, schrieb ein Nutzer. Sony hat offenbar genug Daten, um den Default zu rechtfertigen.

Drittens: Die Ausnahmen bestätigen die Regel. Star Wars Jedi: Survivor, Silent Hill 2 und Alan Wake 2 zeigen in Einzelfällen visuelle Fehler unter PSSR 2.0. Dragon’s Dogma 2 hat weiterhin „bizarre Löcher in der RTGI“, so Digital Foundry. Sony adressiert das transparent mit dem Opt-out – wer Probleme sieht, schaltet ab. Das ist kein Grund, 70 andere Spiele nicht zu verbessern.

Frame Generation kommt – aber nicht mehr 2026

Die PSSR-Offensive ist Teil einer größeren Strategie. Sony arbeitet mit AMD an Frame Generation für PlayStation-Hardware – ML-basierte Zwischenbildberechnung, die das Gefühl von 4K liefert, ohne die Rohleistung dafür zu stemmen. Cerny bestätigte die Technologie, dämpfte aber die Erwartungen: „Alles, was ich sagen kann, ist, dass wir für dieses Jahr keine weiteren Releases geplant haben.“

Das Timing ist kein Zufall. Der PSSR-2.0-Default ist ein Testlauf für die PS6. Wenn Sonys ML-Upscaling systemweit und unsichtbar funktioniert, kann die nächste Konsolengeneration mit weniger brutaler Rechenleistung auskommen – und trotzdem besser aussehen.

Der Override, den sich jeder PS5-Pro-Besitzer merken sollte

Die Beta läuft, ein öffentlicher Rollout ist für kommende Monate wahrscheinlich. Bis dahin gilt: Wer die Beta installiert hat, sollte in den Systemeinstellungen prüfen, ob Enhanced PSSR aktiv ist – und es nur dann deaktivieren, wenn ein Spiel sichtbare Grafikfehler zeigt.

Für alle anderen heißt es: Abwarten, bis Sony den Schalter für alle freigibt. Und dann nie wieder in die Einstellungen schauen – es sei denn, Alan Wake 2 fängt an zu flackern.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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