KI-generierte Bilder statt teurer Rohpower. Das klingt nach einer soliden Strategie – und genau die scheint Sony für die PlayStation 6 zu verfolgen. Ein neuer Leak des bekannten Brancheninsiders Moore’s Law is Dead zeichnet ein klares Bild: Die nächste Sony-Konsole soll Frame Generation nutzen, um hohe Bildraten und Auflösungen zu suggerieren, während die Hardwarekosten im Rahmen bleiben.
KI Frame Generation als Preisbremse
Der Leak stammt aus einer aktuellen Folge des Broken Silicon Podcasts, in dem Moore’s Law is Dead über mehrere durchgesickerte Slides zur PS6-Entwicklung spricht. Die Botschaft ist simpel: Sony setzt auf eine Kombination aus KI, Raytracing und der hauseigenen Upscaling-Technologie PSSR (PlayStation Spectral Super Resolution), um die Kosten für die nächste Generation in den Griff zu bekommen. Das Zitat des Leakers bringt es auf den Punkt: Sonys Ziel sei es, „ein Gefühl von 4K und 120 Bildern pro Sekunde zu vermitteln und danach die Kosten zu senken.“
Die Idee dahinter ist so simpel wie clever: Statt eine teure APU zu verbauen, die native 4K/120 FPS stemmt, liefert die PS6 eine solide Basisleistung – und die KI berechnet die fehlenden Bilder per Frame Generation dazu. Was auf dem PC mit DLSS 3/4 und FSR 3/4 längst Alltag ist, soll nun auch auf der Konsole zur Standard-Strategie werden. Mark Cerny hatte in einem Interview mit Digital Foundry bereits bestätigt, dass Frame Generation auf PlayStation-Plattformen kommen wird – damals noch ohne konkreten Zeitrahmen.
Das Problem mit dem Timing
Dass Sony überhaupt über solche Maßnahmen nachdenkt, liegt an der aktuellen Marktlage. Explodierende RAM-Preise, eine angespannte Chip-Versorgung und die allgemeine Inflation haben die Kosten für Konsolenhardware in die Höhe getrieben. Analysten wie David Gibson von MST Financial prognostizierten zeitweise eine Verschiebung der PS6 auf 2028 oder sogar 2029. Ein ausführlicher Forbes-Bericht zur RAM-Krise legte nahe, dass Sony die geplanten 2027-Pläne überdenken müsse.
Doch die Gegenstimmen mehren sich. Brancheninsider KeplerL2 argumentiert, dass eine Verschiebung finanziell riskanter wäre als der planmäßige Launch: „Eine Verschiebung der Konsole, wenn sie im Grunde fertig ist, ergibt keinen Sinn“, so seine knappe Einschätzung. Seine Begründung: Sony hat längst TSMC-Verträge für die APU-Produktion und GDDR7-Verträge mit Speicherherstellern abgeschlossen. Unser Artikel fasst die Argumente detailliert zusammen.
Was die Konkurrenz macht
Während Sony auf KI als kostensenkendes Feature setzt, wählt Microsoft einen anderen Weg. Project Helix, die nächste Xbox, soll laut aktuellen Leaks rund 26 Prozent mehr Recheneinheiten bieten als die PS6. Der Vergleich mit der aktuellen Generation zeigt jedoch, dass reine Rohleistung selten den Ausschlag gibt: Die Xbox Series X hatte 44 Prozent mehr Recheneinheiten als die PS5 – im echten Spielbetrieb war der Unterschied kaum messbar. Project Helix vs PS6 zeigt, dass am Ende voraussichtlich der Preis entscheiden wird. Und da hat Sony durch den kompakteren, günstigeren Chip die Nase vorn.
Die WCCFTech PS6 Übersicht hält fest: Sony peilt 2027 an, auch wenn die endgültige Entscheidung laut Leaks erst Anfang 2027 fallen soll. Ein Handheld zur PS6 – genannt PS6 Portable – ist ebenfalls im Gespräch und soll zwischen 399 und 499 Dollar kosten.
Die technische Basis ist gelegt
Dass die Technologie für diesen Schritt bereit ist, hat Cernys PSSR-Ansatz bereits bewiesen. Die verbesserte Upscaling-Version rollt derzeit für Titel wie Resident Evil Requiem, Silent Hill 2 und Cyberpunk 2077 auf der PS5 Pro aus. Der nächste logische Schritt ist die Frame Generation auf Basis derselben AMD-Kooperation. Auch die Notebookcheck Analyse zum PS6 Leak betont: Die Raytracing-Leistung der PS6 soll PS5-Niveau um das Zehnfache übertreffen – bei gleichzeitig reduziertem Energiebedarf von rund 160 Watt.
