Lenovo hat eine Nachricht für alle, die noch auf fallende Hardware-Preise hoffen: Vergesst es. Executive Director Martin Hiegl sagte auf der ISC 2026, dass DRAM- und NAND-Preise „nie wieder“ auf das Niveau von Anfang 2025 fallen werden – und meinte das ziemlich genau so. Die KI-Industrie hat den Speichermarkt gekapert, und zwar dauerhaft. Die Zahlen, die Microsoft parallel dazu nannte, sind vernichtend: Speicherpreise sind um das 2,5-Fache gestiegen, und bis Herbst 2027 droht eine weitere Verdopplung. Wer jetzt auf eine günstige PS6, Project Helix oder Steam Machine 2 hofft, sollte sich warm anziehen.
- Lenovo sagt, was keiner hören will: Die Preise fallen nie wieder
- KI-Chips statt Konsolen-Speicher – so lenkt die Tech-Industrie die Krise um
- Microsoft, Valve, Nintendo: Die ganze Branche steckt in der Preisfalle
- Fünf Jahre Mindesthaltbarkeit: Was die RAMpocalypse für die nächste Konsolengeneration bedeutet
Lenovo sagt, was keiner hören will: Die Preise fallen nie wieder
Martin Hiegl sprach auf der ISC 2026 Klartext. „Nie wieder“ – das klingt nach Drama, und tatsächlich wurde das Wort, wie ComputerBase und VGC berichten, als Übertreibung eingeordnet. Aber der Zeithorizont, den Hiegl meint, ist trotzdem erschreckend: fünf Jahre.
Die strukturelle Ursache ist simpel: SK Hynix, Samsung und Micron haben langfristige Verträge mit KI-Unternehmen abgeschlossen, die sämtliche Produktionskapazitäten binden. Der gesamte Konsumgütermarkt steht hinten an. Die Speicherkrise als strukturelles Problem haben wir bereits analysiert.
Micron hat sich komplett aus dem Konsumentenmarkt zurückgezogen und die Crucial-Sparte faktisch eingestellt. Die produzieren schlicht nicht mehr für Endkunden.
KI-Chips statt Konsolen-Speicher – so lenkt die Tech-Industrie die Krise um
Der Mechanismus ist einfach und brutal. KI-Rechenzentren brauchen enorme Mengen an DRAM und NAND. Da dort die Margen höher sind, gehen die Fertigungskapazitäten dorthin, wo das Geld ist – und zwar langfristig.
Apple bestätigte gegenüber MacRumors, dass man „noch nie einen derart schnellen und starken Preisanstieg bei Komponenten erlebt“ habe. Und Microns Chief Business Officer Sumit Sadana schob die Schuld direkt an die Adresse der Tech-Konzerne: „Viele Investitionen der Branche wurden 2023 wegen schlechter Preise und Margen eingestellt.“
Das ist kein temporärer Engpass, den der Markt von selbst reguliert. Wie drastisch die Chipkrise Microsoft getroffen hat, dokumentiert der Xbox-Krisenbericht.
Microsoft, Valve, Nintendo: Die ganze Branche steckt in der Preisfalle
Die Folgen sind überall sichtbar. Microsoft erhöht die Preise für Xbox Series X und S ab August drastisch: Die Series S 512 GB kostet dann 500 Dollar, die Series X mit Laufwerk 800 Dollar, die Digital Edition 750 Dollar. Die Galaxy Black Special Edition wird komplett eingestellt.
Valve gab zu, bei der Steam Machine nicht die nötige Verhandlungsmacht für bessere Preise gehabt zu haben. Ingenieur Pierre-Loup Griffais sagte: „Wir würden die Steam Machine gerne günstiger anbieten und mehr Menschen erreichen“ – aber ein Preisnachlass sei nicht in Sicht. Wie sehr die RAM-Krise Valves Würfel belastet, haben wir analysiert.
Nintendo ist ebenfalls betroffen: Die Switch 2 bekommt im August eine Preiserhöhung. Und wer denkt, Sony sei immun, hat die Mai-Zahlen aus den USA noch nicht gesehen.
Fünf Jahre Mindesthaltbarkeit: Was die RAMpocalypse für die nächste Konsolengeneration bedeutet
Micron hat die Preise laut The Register für die nächsten fünf Jahre festgeschrieben. Das bedeutet: Die PS6, Project Helix und die nächste Steam Machine werden nicht zu den Preisen erscheinen, die wir aus früheren Generationen kennen.
Sony hat bereits bestätigt, dass die Preise der PS6 nicht fallen werden. Microsoft experimentiert mit „Buy Now, Pay Later“-Modellen, um die Einstiegshürde zu senken. Und Lenovos Hiegl hat im Grunde nur ausgesprochen, was alle wissen: Die Zeit der günstigen Konsolen ist vorbei.