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Valve: Steam Machine
Hardware

Steam Machine: Preis lag Intern schon vor zwei Monaten über dem Steam Deck Niveau – und RAM wird täglich knapper

Ein neuer Leak deutet darauf hin, dass die Steam Machine selbst vor zwei Monaten intern teurer kalkuliert wurde als das teuerste Steam Deck – und die RAM-Preise steigen weiter. Valves Budget-Versprechen kollidiert mit einer globalen Speicherkrise, die das gesamte Hardware-Projekt zu zerlegen droht.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
29.05.26
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Lesezeit: 6 Min.
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Die Steam Machine, Valves Linux-basierte Wohnzimmer-Konsole, sollte eine Budget-Revolution werden. Hardware-Ingenieur Yazan Aldehayyat versprach einen „wirklich wettbewerbsfähigen Preis“ im Vergleich zum PC-Selbstbau. Jetzt, Ende Mai 2026, zeichnet sich ein anderes Bild ab: Bekannte Leaker berichten, dass Valves interne Preisziele bereits vor zwei Monaten über den aktuellen Steam-Deck-Preisen lagen – und seitdem sind die Kosten für Arbeitsspeicher und Flash-Speicher nur weiter gestiegen. Die erste Jahreshälfte 2026, in der Steam Machine und Steam Frame eigentlich längst in den Regalen stehen sollten, läuft in wenigen Wochen ab. Preis? Keiner. Termin? Fehlanzeige.

Das steckt im Artikel
  • Von 50 auf 200: Die RAM-Krise, die Valves Preiskalkulation zerlegt
  • Intern schon vor zwei Monaten über Steam-Deck-Niveau: Brad Lynchs Warnung
  • Das gebrochene Budget-Versprechen: Aldehayyats Worte von gestern
  • Controller first, Machine maybe later: Valves Hinhaltetaktik

Von 50 auf 200: Die RAM-Krise, die Valves Preiskalkulation zerlegt

Als Valve die Steam Machine im November 2025 ankündigte, kosteten 16 Gigabyte DDR5-Arbeitsspeicher im Einkauf rund 50 Dollar. Ein 512-GB-NVMe-Laufwerk schlug mit etwa demselben Betrag zu Buche. Heute, ein halbes Jahr später, kostet das günstigste einzelne DDR5-4800-Modul auf Newegg zwischen 150 und 200 Dollar – eine Verdreifachung des Preises in weniger als sechs Monaten.

Die Ursache ist kein Geheimnis: KI-Rechenzentren saugen den globalen Speichermarkt leer. Hersteller wie Samsung, SK Hynix und Micron priorisieren High-Bandwidth-Memory für Nvidia H200 und B200 Beschleuniger, deren Margen den Consumer-Bereich um ein Vielfaches schlagen. Was übrig bleibt, wird teuer verkauft.

Die Folgen sind bereits sichtbar:

  • Steam Deck OLED 512 GB: von $549 auf $789 (+$240)
  • Steam Deck OLED 1 TB: von $649 auf $949 (+$300)
  • Valve selbst spricht in einem Statement von „steigenden Kosten für Arbeitsspeicher und Massenspeicher“ und warnt vor regionalen Lieferengpässen

Und das sind die Geräte, die bereits produziert werden. Die Steam Machine mit ihrer leistungsstärkeren Hardware – 16 GB DDR5, 8 GB GDDR6-VRAM, 512 GB oder 2 TB NVMe SSD – trifft der Preisschock mit voller Wucht. Valve-Hardware-Ingenieur Steve Cardinali brachte es gegenüber Polygon auf den Punkt, warum der Steam Controller zuerst erscheint: „Der hat keinen Arbeitsspeicher verbaut, und es ist nicht so kompliziert, ihn auszuliefern.“ Was wie ein flapsiger Spruch klingt, ist die nüchterne Bilanz einer Branche, die von der KI-Industrie an den Rand der Kalkulierbarkeit gedrängt wird.

Intern schon vor zwei Monaten über Steam-Deck-Niveau: Brad Lynchs Warnung

Der bekannte Valve-Leaker Brad Lynch postete am 27. Mai auf X eine Einschätzung, die aufhorchen lässt. Er übersetzte sie mit der für ihn typischen Vorsichtsformel: „Nehmt das mit Vorsicht, es waren nur geflüsterte Informationen – aber als man mir vor zwei Monaten eine Zahl für Valves internen Zielpreis der Steam Machine nannte, lag der bereits über den heutigen Steam-Deck-Preisen.“

Das ist eine konkrete Ansage, denn „heutige Steam-Deck-Preise“ bedeutet: über 949 Dollar für das 1−TB−OLED−Modell,das aktuell Valves teuerstes Gerät ist.

TechSpot hat nachgerechnet: Damit Valve an der Steam Machine auch nur die Kosten deckt, müsste der Einstiegspreis bei mindestens $800 bis $900 liegen. Mit einem moderaten Aufschlag landet man im vierstelligen Bereich. Und: Seit Lynchs Informationsstand sind die RAM-Preise weiter gestiegen, nicht gefallen. Die interne Kalkulation dürfte heute noch höher liegen als vor zwei Monaten.

Was diesen Leak von gewöhnlicher Gerüchteküche unterscheidet, ist seine Deckung mit beobachtbaren Fakten. Valves eigene Preiserhöhung für das Steam Deck OLED bestätigt, dass die Komponentenkosten das Unternehmen zu schmerzhaften Schritten zwingen – und das Steam Deck ist ein etabliertes Produkt mit optimierter Lieferkette. Bei der Steam Machine, die in viel geringeren Stückzahlen vom Band laufen wird, sieht die Kostenstruktur noch ungünstiger aus.

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Das gebrochene Budget-Versprechen: Aldehayyats Worte von gestern

Im November 2025 klang das noch ganz anders. Yazan Aldehayyat, Hardware-Ingenieur bei Valve, versprach in einem Interview mit IGN einen wirklich wettbewerbsfähigen Preis im Vergleich zu selbstgebauten PCs mit ähnlicher Leistung. „Wenn du versuchst, einen PC mit vergleichbaren Funktionen und ähnlicher Leistung zusammenzustellen, denke ich, wird die Steam Machine preislich sehr konkurrenzfähig sein und einen richtig guten Gegenwert liefern.“

Das war vor der RAM-Krise. Heute klingt es wie ein Versprechen aus einer anderen Welt.

Die Ironie ist bitter: Die originalen Steam Machines scheiterten 2014 und 2015 genau daran, dass Valves OEM-Partner – Alienware, Asus, Gigabyte – keine wettbewerbsfähigen Preise liefern konnten. Eine Kiste mit Mittelklasse-Hardware für 800–1.000, während eine PlayStation 4 für 399 im Regal stand. Der Markt entschied damals eindeutig. Jetzt, zwölf Jahre später, droht Valve denselben Fehler zu wiederholen – nur dass diesmal nicht Dritthersteller das Problem sind, sondern die Weltwirtschaft.

Laut Insider Gaming soll Valve intern tatsächlich diskutieren, ob man die Hardware mit Verlust verkauft, um den Preis künstlich zu drücken – das klassische Konsolenmodell, das Sony und Microsoft seit Jahrzehnten fahren. Aber Valve ist kein Billionenkonzern mit diversifizierten Einnahmequellen. Steam-Margen sind üppig, aber die Steam Machine subventionieren, während gleichzeitig das Steam Deck teurer wird? Das ist ein Spagat, der selbst für Valves chaotisch-flache Hierarchien ambitioniert wirkt.

Controller first, Machine maybe later: Valves Hinhaltetaktik

Der Steam Controller kam am 4. Mai für 99 Dollar auf den Markt – und war innerhalb weniger Tage ausverkauft. Valve inszeniert den Controller erfolgreich als Vorboten für das große Hardware-Ökosystem und hält die Fans mit „bald mehr Details“-Versprechen bei Laune. Aber die Uhr tickt.

Im Februar erklärte Valve: „Unser Ziel, alle drei Produkte in der ersten Jahreshälfte auszuliefern, hat sich nicht geändert.“ Im März bekräftigte das Unternehmen, alle drei Produkte „noch in diesem Jahr“ zu veröffentlichen. Es ist Ende Mai. Für eine Launch-Ankündigung mit Vorlaufzeit von mindestens vier bis sechs Wochen bleibt kein realistisches Fenster mehr, um das H1-Ziel zu erreichen. Der Steam Frame, Valves Streaming-VR-Headset und Nachfolger des Index, ist ebenfalls ohne Preis oder Termin.

Branchenkenner spekulieren bereits, dass Valve auf die zweite Jahreshälfte zusteuert – womöglich mit einem gebündelten Launch von Steam Machine und Half-Life 3, von dem Insider Gaming behauptet, es existiere tatsächlich und sei ursprünglich für Frühjahr 2026 eingeplant gewesen. Ein exklusiver Launch-Titel dieser Größenordnung wäre das stärkste Argument, das Valve für einen vierstelligen Konsolenpreis in der Hinterhand hätte. Aber selbst das wäre ein Pokerspiel mit ungewissem Ausgang – denn die Frage, ob Spieler $999+ für Hardware bezahlen, die mit 16 GB RAM und 8 GB VRAM in ein Marktumfeld tritt, in dem Grafikkarten mit 16 GB VRAM längst Standard sind, bleibt unbeantwortet.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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