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Hardware

Valve macht die Steam Machine zum Bastler-Traum – E-Ink-Faceplate jetzt zum Selberbauen

Valve hat die kompletten Baupläne für die E-Ink-Frontblende der Steam Machine als Open Source Projekt auf GitLab veröffentlicht. Mit 3D-Drucker, ESP32-Mikrocontroller und etwas Lötarbeit kann sich jeder das Inkterface selbst zusammenbauen – eine kommerzielle Version von JSaux ist ebenfalls in Arbeit.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
07.07.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Die Steam Machine ist gerade erst im Handel und Valve legt schon die Blaupause für ihr schickstes Accessoire auf den Tisch. Nicht im Shop, nicht als Vorbestellung – sondern als Open Source Projekt auf GitLab, komplett mit 3D-Druckdateien, Stückliste und Firmware. Wer einen 3D-Drucker und ein bisschen Löt-Erfahrung mitbringt, kann sich die E-Ink-Frontblende ab sofort selbst zusammenbauen. Das Projekt heißt Inkterface und war bislang nur als Konzept zu sehen, das Valve beim Reveal der Steam Machine kurz angeteasert hatte. Jetzt ist es echt – und jeder kann ran.

Das steckt im Artikel
  • Ein halbes Jahr war das Inkterface nur ein Render – jetzt liegt die Blaupause auf GitLab
  • Ein ESP32, ein bisschen Lötarbeit und eine Prise Geduld – das brauchst du für den Nachbau
  • JSaux will euch die Faceplate verkaufen – Valve schenkt sie euch

Ein halbes Jahr war das Inkterface nur ein Render – jetzt liegt die Blaupause auf GitLab

Als Valve die Steam Machine im November 2025 enthüllte, war die modulare Frontblende eines der ersten Dinge, die auffielen. Magnetisch, werkzeuglos wechselbar, offen für Dritthersteller-Designs – und mittendrin ein kurzer Teaser: ein E-Ink-Display, das Hardware-Statistiken oder eigene Bilder anzeigen kann. Damals hieß es nur, eine kommerzielle Version sei nicht geplant. Stattdessen wollte Valve die Community ranlassen.

Entdeckt hat das Ganze Valve-Insider Brad Lynch, der das Repository am Freitag auf X teilte und die Steam Machine seit Monaten mit präzisen Leaks begleitet. Jetzt, wenige Tage nach dem Launch der Konsole, ist das Repository live. Auf dem SteamOS-GitLab liegen sämtliche 3D-druckbaren CAD-Dateien, eine komplette Stückliste und ein Video-Guide für den Zusammenbau.

Valve hat das Inkterface damit vom Konzeptstatus direkt in die Hände der Bastler übergeben – kein Crowdfunding, kein Preorder, einfach Open Source. Wo Sony und Microsoft ihre Hardware bis zur letzten Schraube abdichten, baut Valve der Steam Machine systematisch eine offene Flanke ein. Die magnetische Frontblende war von Anfang an als Einladung gedacht – und das Inkterface ist der Beweis, dass Valve es ernst meint.

Ein ESP32, ein bisschen Lötarbeit und eine Prise Geduld – das brauchst du für den Nachbau

Die Stückliste ist überschaubar, aber sie setzt voraus, dass du weißt, was du tust. Kernstück ist ein Adafruit ESP32 Feather mit 2 MB PSRAM, dazu ein eInk Breakout Friend und ein monochromes 5,83-Zoll-E-Ink-Panel von Adafruit. Dazu kommen dreizehn M2.5-Schrauben und vier Magnete für die magnetische Befestigung an der Konsole.

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Der Zusammenbau selbst ist kein Lego-Set. Du musst das Gehäuse 3D-drucken, die Elektronik verlöten, die Firmware auf den ESP32 flashen und – zumindest bis Valve die versprochene Konfigurations-App in Steam veröffentlicht – ein eigenes AppImage kompilieren. Die komplette Dokumentation dafür liegt im offiziellen Repository. Wer schon mal einen Arduino programmiert oder ein Custom-Keyboard gebaut hat, wird klarkommen.

Die Belohnung: Ein E-Ink-Display an der Front deiner Steam Machine, das per Bluetooth Echtzeit-Hardware-Statistiken anzeigen kann – Temperaturen, Auslastung, Taktfrequenzen. Oder du legst eigene Bilder drauf, die auch ohne Strom erhalten bleiben. E-Ink verbraucht nur beim Aktualisieren Energie. Das Display bleibt also auch im Standby lesbar.

JSaux will euch die Faceplate verkaufen – Valve schenkt sie euch

Es gibt bereits kommerzielle Alternativen. Der Zubehörhersteller JSaux, der sich mit Docking-Stations und Hüllen einen Namen gemacht hat, arbeitet an einer eigenen E-Ink-Faceplate für die Steam Machine. Preis und Termin stehen noch nicht fest.

Valve hingegen verzichtet auf die Marge und gibt das Design frei. Das ist eine Strategie, die man von kaum einem anderen Hardware-Hersteller kennt – und sie hat System. Das Steam Deck lebt bis heute von einer Community, die Boot-Videos, Backplates und ganze Gehäuse-Umbauten teilt. Valve verdient nicht an jedem Zubehörteil mit, sondern an der Plattform, die dadurch attraktiver wird.

Mehr gebastelte Faceplates bedeuten mehr Bindung an die Steam Machine – und mehr Spielekäufe auf Steam. Das Verified-Programm der Steam Machine macht diesen Plattform-Gedanken perfekt sichtbar: Tausende Spiele sind vom ersten Tag an startklar, ohne dass Entwickler nachbessern müssen. Das Inkterface ist nur der sichtbarste Teil einer Strategie, die auf Offenheit statt Kontrolle setzt.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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