Take-Two Interactive hat sein Fiskaljahr 2026 mit Zahlen abgeschlossen, die selbst optimistische Analysten überrascht haben. 6,72 Milliarden Dollar Net Bookings, 750 Millionen über Plan, Rekorde bei NBA 2K und Zynga – und das alles ohne den großen Einschlag, der im November kommt. CEO Strauss Zelnick nutzt den Schwung für eine klare Ansage: Take-Two hat über eine Milliarde Dollar Cashflow zur Verfügung und wird damit auf Einkaufstour gehen.
6,72 Milliarden Gründe für gute Laune – Take-Two übertrifft die eigenen Erwartungen
Wer die letzte Investoren-Konferenz von Take-Two verpasst hat, dem ist ein beeindruckendes Zahlen-Feuerwerk entgangen. Der Publisher hat sein Fiskaljahr 2026 mit 6,72 Milliarden Dollar Net Bookings abgeschlossen – rund 750 Millionen mehr als ursprünglich anvisiert, wie der offizielle Earnings-Bericht belegt. Dass CEO Strauss Zelnick in seinem Aktionärsbrief da einen draufsetzt, ist verständlich: „Jedes unserer Labels hat unsere Erwartungen übertroffen“, schreibt er.
NBA 2K lieferte demnach Rekord-Net-Bookings und Rekord-Rekurrentausgaben, Zynga erreichte das höchste Niveau seit der Übernahme 2022 – und Rockstars Grand Theft Auto-Reihe trieb weiterhin signifikante Net Bookings bei enormer Spielerbindung. Das ist nicht nur eine Momentaufnahme, sondern ein strukturelles Bild: Take-Two hat sich von einem Publisher, der im Wesentlichen von GTA und NBA 2K lebte, zu einem diversifizierten Konzern entwickelt. Zyngas Mobile-Arm und der wiedererstarkte NBA-2K-Zyklus geben dem Unternehmen eine Breite, die es in früheren GTA-Pausen nicht hatte.
Und genau diese Breite ist es, die Zelnick jetzt in die Position bringt, die nächste Stufe zu zünden.
Die Milliarden-Frage: Wen kauft Take-Two als Nächstes?
Der spannendste Satz im Aktionärsbrief kommt nicht im ersten, sondern im vorletzten Absatz. Zelnick rechnet für das laufende Fiskaljahr 2027 mit einem operativen Cashflow von über einer Milliarde Dollar (offizielle Take-Two-Pressemitteilung) und stellt klar, dass dieses Geld für „wertsteigernde M&A-Möglichkeiten“ eingesetzt werden soll. Übersetzt: Take-Two hat nicht nur genug Geld, um zu überleben – sie haben genug, um zu kaufen. Und die Aussage ist kein beiläufiges „wir prüfen Optionen“, sondern eine klare strategische Ansage.
Die Frage ist nur: Wen? Ein Blick auf die Pipeline verrät, dass Take-Two bereits sechs Remakes und Remaster für 2028/2029 angekündigt hat – darunter das Max Payne 1 & 2 Remake von Remedy, das sich in voller Produktion befindet. Das deutet darauf hin, dass der Publisher eher an Entwicklungskapazität und geistigem Eigentum interessiert ist als an kurzfristigen Umsatzbringern. Denkbar wäre ein Studio mit Erfahrung in Open World Entwicklung oder kompetenten Mobile-Entwicklern, um Zyngas Position weiter zu stärken.
Fest steht: Take-Two hat den finanziellen Spielraum, und die Aussage von Zelnick ist kein Placebo für die Börse. Wer den CEO über die Jahre verfolgt hat, weiß, dass er solche Signale nicht ohne Hintergedanken setzt.
GTA 6 sprengt alle Dimensionen – Zahlen, die man erstmal verdauen muss
Und dann ist da natürlich noch Grand Theft Auto 6. Zelnick selbst bezeichnet das kommende Fiskaljahr 2027 als „major inflection point“ – getrieben durch den Launch am 19. November. Im Juni starteten die Vorbestellungen für GTA 6 auf PS5 und Xbox Series X/S und Newzoo kommt zu Prognosen, die selbst nach Jahren der Branchenbeobachtung absurd wirken: Allein in den USA und den fünf größten europäischen Märkten wurden 260 Millionen Dollar in digitalen Vorbestellungen umgesetzt. Weltweit dürfte die Summe noch deutlich darüber liegen.
Die Analysten halten einen Launch-Week-Umsatz zwischen 3,3 und 5,2 Milliarden Dollar für realistisch – das entspräche bis zu 51 Millionen verkauften Einheiten in sieben Tagen. Zum Vergleich: GTA 5 hat im gesamten ersten Monat knapp 29 Millionen Exemplare abgesetzt. Selbst die konservativere Korrektur nach unten liegt noch bei 37 Millionen.
Dass die Ultimate Edition für 100 Euro erhältlich ist und im PlayStation Store sogar die beliebtere Variante zu sein scheint, unterstreicht die Zahlungsbereitschaft der Community – trotz der Kontroversen um exklusive Läden und Frisöre hinter der Paywall.