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Games

Take-Two entlässt seinen KI-Chef – obwohl der CEO die Technologie noch bejubelt hat

René Nikel
von René Nikel
07.04.26
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Lesezeit: 3 Min.
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Take-Two Interactive und Künstliche Intelligenz – das ist eine Beziehung, die zuletzt mehr durch vollmundige Aussagen als durch greifbare Ergebnisse aufgefallen ist. Nun hat das Unternehmen hinter Grand Theft Auto 6 eine Entscheidung getroffen, die so manchem die Augenbrauen hochzieht: Der oberste Kopf hinter der KI-Abteilung ist weg. Und das ausgerechnet zu einem Zeitpunkt, an dem CEO Strauss Zelnick kaum eine Gelegenheit ausließ, die Technologie in höchsten Tönen zu loben.

Das steckt im Artikel
  • Luke Dicken und sein Team verlassen Take-Two
  • CEO Zelnick zwischen Enthusiasmus und Pragmatismus
  • GTA 6 bleibt Handarbeit – auf Kosten von fast 1,85 Milliarden Euro

Luke Dicken und sein Team verlassen Take-Two

Luke Dicken, der zuvor als Datenwissenschaftler bei Zynga tätig war, bevor das Unternehmen von Take-Two übernommen wurde, verkündete auf LinkedIn, dass seine Zeit bei Take-Two sowie die seines gesamten Teams beendet ist. In einem persönlichen Beitrag beschrieb er die Situation als „wirklich enttäuschend“ und bat sein Netzwerk darum, den entlassenen Teammitgliedern bei der Jobsuche zu helfen. Sein Team hatte nach eigenen Angaben sieben Jahre lang an fortschrittlicher Technologie gearbeitet, die Entwicklungsprozesse innerhalb des Studios unterstützen sollte. Dabei habe man stets darauf geachtet, Innovation und kreative Problemlösung mit solidem Produktdesign zu verbinden – mit dem Ziel, Entwickler in ihrem Alltag zu entlasten und effizienter zu machen. Wie viele Personen konkret betroffen sind, ist nicht bekannt.

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CEO Zelnick zwischen Enthusiasmus und Pragmatismus

Was die Entlassung besonders pikant macht, ist die öffentliche Haltung von Take-Two-Chef Strauss Zelnick gegenüber KI. Er bezeichnete sich als überzeugten Befürworter der Technologie „von Anfang an“ und betonte, dass das Unternehmen bereits Hunderte von Pilotprojekten und Implementierungen in verschiedenen Studios laufen habe. Generative KI-Werkzeuge seien bereits dabei, Kosten und Zeit einzusparen. Gleichzeitig stellte er klar, dass KI „keinerlei Anteil“ an der Entwicklung von Grand Theft Auto 6 habe – und dass der Gedanke, die Technologie könne allein großartige Spielerlebnisse erschaffen, geradezu „lächerlich“ sei. Diese Doppelstrategie aus Begeisterung und Distanzierung ist charakteristisch für viele Führungspersönlichkeiten der Branche, wirft aber angesichts der nun vollzogenen Entlassung eine naheliegende Frage auf: Wozu braucht man einen KI-Chef, wenn die vorhandenen Werkzeuge angeblich bereits genügen?

GTA 6 bleibt Handarbeit – auf Kosten von fast 1,85 Milliarden Euro

Was die Entlassung letztlich motiviert hat, ist offiziell nicht bekannt. Denkbar wäre, dass Take-Two angesichts wachsender Skepsis gegenüber dem KI-Hype frühzeitig reagiert und Positionen abbaut, die sich nicht direkt auf die Spieleentwicklung auswirken. Ebenso gut möglich ist, dass die bestehenden Systeme intern als ausreichend erachtet werden und weiterer Innovationsbedarf schlicht verneint wurde. Unberührt davon bleibt Grand Theft Auto 6, das laut britischen Unterlagen mit einem Budget von umgerechnet rund 1,85 Milliarden Euro zu den teuersten Spieleproduktionen aller Zeiten zählt – und das nach eigenen Angaben vollständig von Rockstar North in Handarbeit entwickelt wird. Der Titel soll am 19. November für PlayStation 5 und Xbox Series X/S erscheinen. Noch im Sommer soll die offizielle Marketingkampagne anlaufen, was neue Trailer und weiterführende Details in Aussicht stellt.

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vonRené Nikel
Seit Dino Wars oder North&South am Amiga hat sich in der Spieleindustrie so einiges verändert, aber meine Leidenschaft für Videospiele nicht! Mit dem Alter von 5 Jahren hatte ich zum ersten Mal einen Joystick in der Hand und seit diesem Moment war die virtuelle Welt wie ein zweites Zuhause für mich. Ich finde so ziemlich jedes Genre interessant, selbst wenn es sich um einen kleinen Indie-Titel handelt. Die aktuellste Nintendo Konsole und ein leistungsstarker PC gehören bei mir zu der Grundausstattung. Bei meiner Begeisterung für den Journalismus in Verbindung mit Videospielen gab es da nur eine logische Konsequenz. Redakteur bei PixelCritics werden, um mein Interesse beider Welten auszuleben.
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