Bungies Extraktions-Shooter Marathon ist seit einigen Wochen auf Ausgleichskurs, und das mit bemerkenswerter Konsequenz. Wer auf Tau Ceti IV zuletzt mit einer bestimmten Waffe sämtliche Gegner mühelos vom Feld gefegt hat, dürfte beim nächsten Login eine unangenehme Überraschung erlebt haben – der Biotoxic Disinjector ist nicht mehr das, was er war. Und das ist erst der Anfang.
Die stärkste Waffe im Spiel war schlicht zu dominant
Spielregisseur Joe Ziegler wandte sich direkt über Steam an die Spielergemeinschaft, um den Nerf offiziell anzukündigen. Seine Worte waren dabei erfrischend unverblümt: „Biotoxic Disinjector. Er ist stark! … zu stark… Wir werden live eine Änderung vornehmen, ihn etwas zurückschrauben und seinen Schaden abschwächen.“ Weiter erklärte er, dass das Team in naher Zukunft möglicherweise weitere Anpassungen am sogenannten Biotox vornehmen werde und nicht zwingend bei diesem konkreten Schadens-Nerf bleiben werde. Vorerst wolle man aber sicherstellen, „seine Dominanz im Spiel etwas einzudämmen.“
Das Ergebnis ist ein satter Schadensabzug von 35 Prozent – ein Einschnitt, der sich im Gefecht deutlich bemerkbar macht. Der Disinjector, der mit seiner Kombination aus Laserfeuer und Granaten bislang ganze Lobbys im Alleingang entscheiden konnte, ist damit erheblich zahmer geworden. Er bleibt eine potente Waffe, verlangt nun aber mehr taktisches Geschick und situatives Bewusstsein, um sein volles Potential auszuschöpfen.
Wer den Disinjector hat, verliert nicht alles
Für alle, die sich den Biotoxic Disinjector bereits aus dem Cryo Archive gesichert haben, ist die Lage trotzdem nicht hoffnungslos. Marathon bietet genug Werkzeuge, um sich anzupassen: Aufwertungen wie der Echo-Puls der Recon-Hülle eröffnen neue Wege, Gegner in Bedrängnis zu bringen und sie im Unklaren über die eigene Vorgehensweise zu lassen. Die Erkundung alternativer Ausrüstungskombinationen könnte sich sogar als spielbereichernde Herausforderung herausstellen – sofern man bereit ist, eingefahrene Taktiken über Bord zu werfen.
Größeres Balance-Update steht bereits vor der Tür
Der Disinjector-Nerf ist dabei nur ein Vorbote dessen, was Bungie im Rahmen eines umfassenderen Saison-Zwischenpatches plant. Scharfschützengewehre, Wärmesichtgeräte, Blasenschilde und sogar der Nahkampfschaden mit dem Messer stehen allesamt auf der Abschussliste des Entwicklerteams. Das Update ist bereits für die zweite Aprilhälfte angekündigt und dürfte das Kräfteverhältnis auf Tau Ceti IV erneut kräftig durcheinanderwirbeln. Ob der aktuelle Schadens-Nerf des Disinjectors zu diesem Zeitpunkt weiter verschärft, abgemildert oder durch eine grundlegend andere Anpassung ersetzt wird, lässt Bungie bewusst offen – ein klares Signal, dass die Entwickler das Gleichgewicht des Spiels als fortlaufenden Prozess verstehen und nicht als einmalige Stellschraube.


