Playground Games schickt Forza Horizon 6 mit einem überfälligen Patch in die zweite Season. Der größte Einschnitt betrifft ein Reifenproblem, das die Bestenlisten seit Release verzerrt hat: Drag-Reifen waren in Kurven einfach zu stark. Wer selbst Hand anlegt, sollte nach dem Update sein Tuning anpassen – vor allem Fahrzeuge, die auf Drag-Reifen als Allround-Lösung setzten, brechen jetzt in Kurven ein.
Drag-Reifen verlieren ihre Allround-Fähigkeiten
Der Kern des Updates ist die Anpassung der Drag-Reifen. Das Studio hat in den offiziellen Patch Notes dokumentiert, dass Drag-Reifen den Performance-Index (PI) ungewollt senkten, gleichzeitig aber genug Seitenführung boten, um auch in Kurven-Events konkurrenzfähig zu sein. Ein Widerspruch, der das Tuning-System unterlief.
Das Ergebnis: Drag-Reifen behalten ihren PI-Kostenwert, verlieren aber massiv an Kurvenhaftung. Ein A-700-Tuning bleibt also ein A-700-Tuning – es fährt sich nur in Kurven plötzlich deutlich schlechter. Das Studio hat angekündigt, in einem fortlaufenden Prozess Bestenlisteneinträge zu entfernen, die mit Drag-Reifen in nicht dafür vorgesehenen Events erzielt wurden. Wichtig: Drag-Rennen selbst sind nicht betroffen.
Horizon Play wird deutlich entspannter
Neben dem Reifen-Nerf hat Playground Games das Horizon-Play-System überarbeitet. Wer zwischen Level 26 und 100 feststeckte, profitiert von deutlich niedrigeren XP-Anforderungen. Die Developer Notes machen klare Ansagen: Spieler ab Level 25 werden rückwirkend hochgestuft, wer bereits Level 32 erreicht hat, springt automatisch auf Level 100 und erhält das „Maxed Out“-Achievement samt aller Abzeichen.
Das dürfte vor allem die Spieler freuen, die seit Release regelmäßig Horizon-Play-Rennen gefahren sind. Die retroaktive Belohnung ist ein starkes Signal – wer sich reingehängt hat, wird nicht bestraft, weil der Grind nachträglich verkürzt wurde.
Drivatar-KI und die lange Bugfix-Liste
Der Patch bringt auch Verbesserungen an der Drivatar-KI – das Startverhalten der Gegner wurde korrigiert, die Schwierigkeitsbalance justiert. Auf PC wurde ein Regen-Partikel-Bug auf mittleren Einstellungen gefixt, dazu eine Reihe von Grafikfehlern in der Photomodus-Logik. Die riesigen Spielerzahlen kurz nach Launch erklären, warum Playground Games hier nachjustiert – bei über 168.000 gleichzeitigen Spielern fallen solche Randprobleme einfach früher auf.
Kurios am Rande: Der Patch korrigiert das Lautstärke-Verhalten der Lüftungsschlitze im 2010er Lamborghini Murciélago LP 670-4 SV. Details, die zeigen, wie genau Playground Games die Rückmeldungen aufnimmt.
Was der Nerf für die Tuning-Meta bedeutet
Der Drag-Tire-Nerf ist kein kleiner Eingriff. Gerade im Bereich des Skill Point-Farmings haben viele Spieler auf Drag-Reifen als günstige PI-Senke gesetzt, um in niedrigere Klassen zu kommen. Das fällt jetzt weg. Wer also ein A-Klasse-Tuning mit Drag-Reifen gebaut hat, muss umdenken – die Kurvenhaftung reicht nicht mehr.
Lohnt sich der Griff zu Sport- oder Rennreifen jetzt deutlich mehr? Die Kurven-Performance von Drag-Reifen wurde massiv reduziert, also ja. Playground Games hat damit genau das gemacht, was die Community gefordert hat: Spezialreifen gehören in ihre Nische, nicht in die Allround-Rolle.

