Es ist einer dieser Momente, in denen ein Update gleichzeitig das Beste und das Frustrierendste ist, was einem Spiel passieren kann. Playground Games hat Season 3 für Forza Horizon 6 gestartet – Italian Exotics – und damit vier neue DLC-Autos, 52 EventLab-Props und eine komplette Rücksetzung der Rivals-Bestenlisten gebracht. Die gute Nachricht zuerst: Es gibt elf neue Fahrzeuge, darunter den Ferrari F80, der mit 1200 PS das stärkste straßenzugelassene Ferrari-Modell aller Zeiten ist. Die schlechte Nachricht: Playground Games hat die Exploit-Problematik so satt, dass es den großen Reset-Knopf gedrückt hat. Ein Update der Gegensätze.
Das Update, das niemanden kalt lässt
Fangen wir mit dem Offensichtlichen an. Der Italian Passion Car Pack ist jetzt live und kostet 4,99 Euro auf Steam und im Microsoft Store – oder ist kostenlos für alle, die die Premium Edition besitzen. Vier Autos kommen damit in die Garagen: der Ferrari F80 (2025) als Hybrid-Hypercar mit selbst entwickeltem E-Motor und Brembo-Bremsen, der ikonische Ferrari 275 GTB4 Spider (1967), die brutal aufgemotzte Alfa Romeo Giulia GTAm (2021) und der Group-C-Renner Alfa Romeo SE 048SP (1990). Eine bunte Mischung aus rohem Rennsport und eleganter Straßen-Optik.
Dazu kommen über die nächsten vier Wochen drei weitere Neuzugänge über die Festival Playlist – der Lamborghini Temerario, der Huracán EVO Spyder und der De Tomaso Pantera GT5 – sowie die Car-Pass-Autos für Juli und August. Insgesamt also elf neue Boliden. Wer die Sammlung komplettieren will, sollte die nächsten Wochen dranbleiben.
Der Aftermarket-Händler am Horizon Stadium in Shimanoyama wird außerdem für die Dauer der Season zum italienischen Exoten-Händler umfunktioniert. Sechs normalerweise Wheelspin-exklusive Fahrzeuge – darunter der Ferrari 288 GTO und der Lamborghini Diablo GTR – können dort direkt gekauft werden. Dazu kommen 52 neue EventLab-Props, die von Bambus-Zäunen bis zu Gacha-Maschinen reichen. Playground Games liefert inhaltlich also wirklich ab.
Die Italiener sind da – aber zu welchem Preis?
Jetzt zum Elefanten im Raum, der eigentlich keiner ist, weil jeder damit gerechnet hat. Der Leaderboard-Reset. Playground Games hat die Rivals-Bestenlisten komplett geleert. Der Grund: monatelange Exploits mit Drag-Reifen, die es ermöglichten, in Kurven-Events unrealistische Zeiten zu fahren. Wir haben bereits im Juni darüber geschrieben, wie der Drag-Reifen-Nerf die Tuning-Meta auf den Kopf gestellt hat. Der Reset ist die logische Konsequenz daraus – aber er tut trotzdem weh.
Wer legitime Zeiten eingetragen hatte, verliert sie. Zumindest die Sammlungs-Belohnungen aus dem Collection Journal bleiben erhalten, das hat Playground Games versichert. Aber der emotionale Verlust der eigenen Bestleistung ist nicht zu unterschätzen, vor allem wenn man stundenlang um Sekundenbruchteile gefeilt hat. Die PR-Stunts-Bestenlisten sind übrigens noch nicht resettet – die kommen später, sobald die entsprechenden Fixes ausgerollt sind.
Dazu kommen einige andere wichtige Fixes. Die KI wurde überarbeitet, weil sie in Kurven zu aggressiv collisionierte. Der LINK Clean Sweep Skill zählt jetzt endlich richtig. Und das Auction House hat keine Preis-Obergrenze mehr für Autos, die nicht im Autoshow-Kaufhaus erhältlich sind – das könnte die Preise für rare Fahrzeuge ordentlich durcheinanderwirbeln. Auch die bekannten Exploits wurden geschlossen: Auto-Drive-AFK-Farming, Skill-Point-Farmen über Estates, und die Eliminator-Umgehung, bei der man sich Head-to-Head-Rennen entziehen konnte.
Vom Drag-Reifen-Desaster zum Neuanfang
Was bleibt, ist ein gutes Update mit einem faden Beigeschmack. Playground Games macht vieles richtig: Die Auto-Auswahl ist stark, die 52 neuen EventLab-Props geben der Community neues Baumaterial, und der Aftermarket-Takeover ist eine nette Abwechslung. Dass die Entwickler auch die lange Bugfix-Liste angehen, zeigt, dass sie die Rückmeldungen ernst nehmen.
Gleichzeitig ist der Leaderboard-Reset ein eingestandenes Versagen. Die Drag-Reifen-Problematik war seit Launch bekannt, aber es hat bis Juni gedauert, um den Nerf zu liefern, und bis Juli, um die Konsequenzen zu ziehen. Dass ehrliche Spieler jetzt ihre Zeiten verlieren, ist bitter – und die Kommunikation, dass die PR-Stunts-Rücksetzung später kommt, ohne konkretes Datum zu nennen, hilft auch nicht.
Trotzdem: Season 3 ist ein Statement. Playground Games lässt Forza Horizon 6 nicht verwaisen, sondern liefert Inhalte und geht gleichzeitig die Altlasten an. Bleibt zu hoffen, dass die nächsten Resets sauberer kommuniziert werden – und dass der Ferrari F80 so fährt, wie er auf dem Papier aussieht.

