Kurz vor dem Release schaltet NACON noch einen Trailer frei, und der ist kein typischer „Kauft unser Spiel“-Clip. ACE Team zeigt darin, wo der Schwerpunkt ihres Koop-Horrors wirklich liegt: nicht auf den Monstern im Dschungel, sondern auf dem, was in euren Köpfen passiert, während ihr beschließt, tiefer reinzugehen. Der Countdown läuft – am 15. Juli 2026 erscheint The Mound: Omen of Cthulhu für PC, PS5 und Xbox Series X/S. Die Demo beim Steam Next Fest hat mit rund 300.000 Spielern und über 700.000 Wunschlisten schon mal klargemacht: Das Interesse ist da. Jetzt geht es um die Frage, ob das Spiel dieses Interesse hält.
300.000 Spieler, 700.000 Wunschlisten – die Demo hat geliefert
300.000 Spieler in einer Woche, über 700.000 Einträge auf der Steam-Wunschliste – für ein AA-Spiel ohne Triple-A-Marketingbudget sind das beeindruckende Zahlen. Die Demo hat gezeigt, dass ACE Team mit seinem Konzept offenbar genau den Nerv getroffen hat, der seit Phasmophobia und Lethal Company im Koop-Horror-Sektor frei lag.
Der neue Trailer untermauert diesen Kurs: Statt schneller Ballerei setzt The Mound auf eine Mischung aus knappen Ressourcen, schleichendem Wahnsinn und dem permanenten Gefühl, dass der nächste Schritt der letzte sein könnte. Wir haben bereits ausführlich über die Mechaniken des Spiels berichtet und konnten dabei sehen, wie tief das Sanity-System tatsächlich ins Gameplay greift.
Weniger Kugeln, mehr Verstand: Wie „The Mound“ Horror neu denkt
Der Trailer macht eines deutlich: In diesem Dschungel schießt ihr euch nicht frei. Die Ausrüstung ist bewusst begrenzt, die Munition knapp, und jede Kreatur, der ihr begegnet, ist eher ein Grund zu fliehen als zu kämpfen. Das eigentliche Spiel dreht sich um die Frage, wie lange eure Gruppe den Druck aushält – und ob ihr überhaupt noch unterscheiden könnt, was echt ist und was nicht.
Je tiefer die Expedition vordringt, desto aggressiver werden die Halluzinationen. Der Trailer zeigt, was wir aus den bisherigen Spielszenen bereits kennen: Plötzlich sehen die eigenen Teamkameraden aus wie Monster. Ein Schuss, der eigentlich einem Ghul galt, trifft den Kumpel neben euch – und die Mission kippt.
Das ist kein Zufalls-Gimmick, sondern das Kernversprechen des Spiels. Kooperation wird hier nicht belohnt, sie wird auf die Probe gestellt. ACE Team ist für solche kreativen Risiken bekannt. Das chilenische Studio hat sich mit Zeno Clash und Rock of Ages einen Ruf für Spiele erarbeitet, die niemand sonst machen würde. Technisch waren frühere Titel oft holprig – aber die nun gezeigten Szenen wirken deutlich runder als alles, was man vom Studio bisher gesehen hat.
Ein Publisher in Schieflage – was die NACON-Insolvenz bedeutet
Der Release kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt für den Publisher. NACON hat im Februar 2026 Insolvenz angemeldet, nachdem der Mehrheitsaktionär Bigben Interactive einen Kredit von 43 Millionen Euro nicht mehr bedienen konnte. Wie IGN berichtet, läuft seither ein gerichtliches Sanierungsverfahren.
Dass The Mound trotzdem durch die Beta-Phase gekommen ist und jetzt in den Release geht, spricht dafür, dass das Spiel technisch fertig ist. Es spricht aber auch dafür, dass NACON dringend Einnahmen braucht. Wir haben bereits im Juni über die angespannte Lage des Publishers berichtet. Die Beta lief, die Vorbestellungen wurden geöffnet – und das dynamische Preismodell, bei dem mehr Wunschlisten-Einträge den Launch-Rabatt erhöhen, wirkt in diesem Kontext eher wie ein Liquiditäts-Instrument als wie ein Community-Feature.
Trotzdem: Wer The Mound spielen will, bekommt am 15. Juli ein fertiges Spiel. Die Frage ist nicht, ob der Release stattfindet – sondern wie stabil die Unterstützung danach aussieht, wenn NACONs Zukunft weiter unklar bleibt.
Der letzte Trailer – eine Warnung und ein Versprechen
Der neue Trailer setzt einen klaren Ton: kein triumphaler Release-Clip, sondern eine Warnung an alle, die glauben, sie könnten diesen Dschungel mit voller Magazintrommel durchpflügen. ACE Team zeigt Gesichter, die in Panik verfallen. Hände, die an Waffen zittern. Blicke, die ins Leere starren. Das ist kein Action-Trailer – das ist ein Psychogramm.
Mit sieben Tagen bis zum Release haben NACON und ACE Team noch einmal alles auf eine Karte gesetzt. Das Spiel muss halten, was der Trailer verspricht: einen Koop-Horror, der nicht mit Jumpscares, sondern mit dem systematischen Zerfall eurer Gruppe arbeitet. Die Demo hat gezeigt, dass das Konzept funktioniert. Jetzt muss das fertige Spiel liefern.
