Ubisoft steckt mitten in einer der turbulentesten Phasen seiner Unternehmensgeschichte – Studioschließungen, gestrichene Projekte und interne Unruhen bestimmen seit Monaten die Schlagzeilen. Und doch hat Firmenchef Yves Guillemot nun eine Botschaft ausgesandt, die Fans zweier der größten Spielereihen des Hauses aufhorchen lässt. Wer befürchtet hatte, dass der Kahlschlag auch Far Cry und Assassin’s Creed erfassen würde, darf vorerst aufatmen.
Guillemot macht es offiziell: Gleich mehrere Titel in Arbeit
In einem Gespräch mit dem Branchenmagazin Variety bestätigte Ubisoft-Chef Yves Guillemot, dass sich derzeit zwei vielversprechende Projekte im Bereich Far Cry in Entwicklung befinden. Gleichzeitig verriet er, dass mehrere Assassin’s Creed-Titel in Arbeit sind – darunter sowohl Einzelspieler- als auch Mehrspielererfahrungen. Konkrete Ankündigungen oder Erscheinungstermine nannte er nicht, doch allein die Bestätigung ist für viele Fans eine willkommene Erleichterung. Denn zuletzt kursierte die Befürchtung, dass Ubisofts massiver Umbau auch diese Flaggschiff-Reihen in Mitleidenschaft ziehen könnte – zumal zwei der sechs gestrichenen Projekte Berichten zufolge ebenfalls Assassin’s Creed-Titel gewesen sein sollen.
Vantage Studios: Die neue Heimat der großen Marken
Verantwortlich für die Weiterentwicklung dieser Franchises ist Vantage Studios, eine Tochtergesellschaft, die Ubisoft eigens zu diesem Zweck ins Leben gerufen hat. Das Studio wird von Charlie Guillemot – dem Sohn des Firmenchefs – und Christophe Derennes geleitet und vereint Entwicklerteams aus Montréal, Quebec, Sherbrooke, Saguenay, Barcelona und Sofia unter einem Dach. Neben Far Cry und Assassin’s Creed ist auch Tom Clancy’s Rainbow Six Teil des Aufgabenbereichs von Vantage Studios. Die Personalie Charlie Guillemot sorgt dabei für Diskussionsstoff: Gewerkschaftsvertreter hatten den Schritt bereits öffentlich als Vetternwirtschaft bezeichnet, und Yves Guillemot selbst sah sich jüngst dazu genötigt, die Ernennung seines Sohnes zu verteidigen.
Was bei Assassin’s Creed und Far Cry als nächstes kommt
Beim Blick auf konkrete Projekte zeichnet sich einiges ab, auch wenn Ubisoft offiziell noch schweigt. Im Bereich Assassin’s Creed gilt ein Remake von Assassin’s Creed IV: Black Flag als eines der bestgehüteten Geheimnisse der Branche – zahlreiche Durchsickerungen deuten darauf hin, dass eine offizielle Enthüllung noch im Frühjahr erfolgen könnte, wenngleich die jüngste Umstrukturierung möglicherweise zu Verzögerungen geführt hat. Als nächster vollwertiger Hauptserienteil gilt unterdessen Codename Hexe, das Ubisoft bereits als düsteres, hexenthematisches Abenteuer mit deutlich gärterem Ton angekündigt hat. Bei Far Cry wiederum decken sich Guillemots Aussagen mit einem bereits länger kursierenden Gerücht, demzufolge ein neuer Hauptserientitel namens Far Cry 7 sowie ein eigenständiger Mehrspielertitel in Arbeit sind – ursprünglich für 2026 geplant, möglicherweise aber ebenfalls von den internen Verwerfungen betroffen.