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Wenn die Lavafront heranrollt – Into the Fire macht das Retten von Leben zur schweißtreibenden Zerreißprobe

Starward Industries schickt Abenteurer mit Lösch-Schrotflinten direkt an den Rand eines ausbrechenden Vulkans. Im Zentrum des Geschehens stehen dramatische Rettungsmissionen von Eingeschlossenen und ein stetig wachsendes Basislager im Ascheregen.

Mischa Schumacher
von Mischa Schumacher
08.09.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Extraction-Spiele drillen uns seit Jahren darauf, Taschen mit fremder Beute vollzustopfen und feindliche Spieler im Hinterhalt abzuknallen. Starward Industries schmeißt diesen zynischen Loot-Kreislauf mit Into the Fire über Bord. Statt gierig nach wertvollen Kisten zu graben, schlüpft ihr in die Stiefel von Bergungskräften, die Mensch und Tier vor einer verheerenden Naturkatastrophe retten müssen. Wer trödelt, wird von glühender Lava verschlungen.

Das steckt im Artikel
  • Lösch-Schrotflinten und der ständige Kampf gegen die Uhr
  • Glühende Lavaströme zwingen Retter zu bitteren Entscheidungen
  • Vom Beinahe-Kollaps zum mutigen Extraction-Experiment

Lösch-Schrotflinten und der ständige Kampf gegen die Uhr

Hinter dem Konzept verbirgt sich ein reines Singleplayer-Erlebnis aus der First-Person-Perspektive, das die klassische Extraction-Formel grundlegend auf den Kopf stellt. Anstatt euch mit schwer bewaffneten Söldnern um den wertvollsten Safe zu prügeln, zieht ihr allein in eine unberechenbare Sperrzone. Euer Auftrag lautet schlicht: Rette so viele Leben wie möglich, sichere essenzielle Rohstoffe und erreich den Evakuierungspunkt, bevor der Vulkan die letzte Ausfallstraße begräbt.

Diese Rettungsmissionen steuern sich ungemein physisch und fordern ständige Wachsamkeit. Eure Spielfigur trägt keine panzerbrechenden Sturmgewehre, sondern greift auf ein Arsenal modifizierter Bergungsgeräte zurück. Mit schweren Lösch-Schrotflinten feuert ihr Druckladungen gegen lodernde Flammenwände, während kompakte Schaumpistolen kleinere Brandherde ersticken. Druckbomben sprengen eingestürzte Holzbarrikaden frei, um verschüttete Pfade wieder passierbar zu machen.

Das Lösch-Equipment dient allerdings nicht nur dem Brandschutz, sondern sichert auch euer nacktes Überleben. In den Trümmern lauern unheimliche Feuerkreaturen, die aus den vulkanischen Anomalien der Insel emporsteigen. Ein gezielter Strahl aus dem Wasserschlauch kühlt die glühenden Angreifer herunter, während seismische Scanner Erschütterungen im Untergrund orten, bevor die nächste Eruption den Boden unter euren Stiefeln aufreißt.

Jede erfolgreiche Abwehr verschafft euch jedoch nur wenige Sekunden, um den eigentlichen Brandherd der Katastrophe im Auge zu behalten.

YouTube Video

Glühende Lavaströme zwingen Retter zu bitteren Entscheidungen

Schauplatz dieser extremen Einsätze ist das sogenannte Dante-Archipel, eine weitläufige Inselkette, die von einer mysteriösen vulkanischen Katastrophe heimgesucht wird. Die Spielwelt bleibt dabei keine statische Arena, sondern verändert ihr Gesicht mit jedem Vorstoß. Zähflüssige Lavaströme fressen sich durch Straßen, beißende Aschestürme rauben die Orientierung und gewaltige pyroklastische Wellen schneiden zuvor sichere Rückzugswege in Sekundenschnelle ab.

Unter diesem gnadenlosen Zeitdruck verwandelt sich jeder Schritt in eine moralische Zerreißprobe. Findet ihr am Rand eines kollabierenden Gebäudes verängstigte Überlebende oder verletzte Tiere, müsst ihr binnen Sekunden abwägen: Tragt ihr die Hilflosen mühsam durch den Ascheregen zur Rettungskapsel, oder lauft ihr Gefahr, gemeinsam mit ihnen von den herannahenden Fluten überrollt zu werden?

Wer zu lange zögert, lässt Menschenleben in der Asche zurück.

Die Geretteten sind jedoch weit mehr als bloße Punkte auf einer Anzeigetafel. Bringt ihr Zivilisten, verletzte Tiere und seltene Pflanzen erfolgreich zurück ins sichere Basislager, wächst eure Siedlung dynamisch heran. Neue Bewohner schalten zusätzliche Handwerksoptionen frei, errichten frische Siedlungsdistrikte und eröffnen neue Handelswege. Jedes gerettete Lebewesen stärkt die Zuflucht für künftige Vorstöße in das Herz des Vulkans.

Dieser spielerische Mut kommt nicht von ungefähr, sondern markiert einen überlebenswichtigen Wendepunkt für die Verantwortlichen hinter den Kulissen.

Vom Beinahe-Kollaps zum mutigen Extraction-Experiment

Entwickelt wird das Rettungsabenteuer von Starward Industries aus dem polnischen Krakau. Das Team besteht aus erfahrenen Branchen-Veteranen, die zuvor an gefeierten Monumentalwerken wie The Witcher 3 oder Dying Light mitgewirkt haben. Mit dem retro-futuristischen Debütwerk The Invincible bewies das Studio zwar ein herausragendes Gespür für dichte Atmosphäre, erlitt an den Kassen jedoch eine bittere Bruchlandung. Trotz solider Kritiken blieben die Verkäufe weit hinter den hohen Produktionskosten zurück.

Die wirtschaftlichen Nachwehen trafen die Belegschaft mit voller Härte. Anfang 2024 musste das Studio rund die Hälfte aller Angestellten entlassen, während Gründer und Geschäftsführer Marek Markuszewski seinen Hut nehmen musste. Um die Zukunft der Firma zu sichern, verabschiedeten sich die verbliebenen Entwickler vom reinen Story-Adventure und setzen nun alles auf tiefgreifende Spielmechaniken, die eine treue Fanbasis über hunderte Stunden fesseln können.

Auf dem Bildschirm zahlt sich dieser Kurswechsel bereits spürbar aus. Wer sich selbst ein Bild von den Rettungseinsätzen machen möchte, kann sich direkt auf dem PC in den laufenden Steam-Playtest stürzen, der im Zuge des aktuellen Steam PvE Survival Crafting Fests für alle Interessierten bereitsteht.

Mit dem frischen Fokus auf Retten statt Plündern stößt Starward Industries eine Tür auf, die im Genre bislang sträflich vernachlässigt wurde. Wenn das Team die Balance zwischen unberechenbarer Naturgewalt und motivierendem Basenausbau bis zum finalen Release meistert, könnte Into the Fire genau der erlösende Befreiungsschlag werden, den das krisengeschüttelte Studio so dringend benötigt.

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vonMischa Schumacher
Seit Kindestagen bin ich ein riesen Nintendo-Fan und bin mit Spielen wie Super Mario und Pokemon aufgewachsen. Dann kam die erste Playstation, kurz darauf folgte der eigene PC und somit gab es für mich keinen Halt mehr und meine Leidenschaft für Videospiele wurde immer größer. So groß, dass ich mittlerweile 16 Konsolen im Wohnzimmer stehen hab. Ich kann mit Shooter nicht wirklich etwas anfangen, jedoch habe ich mit RPGs und JRPGs umso mehr Freude, Jump and Runs dürfen natürlich hier nicht fehlen. Mein Herz gilt Spielen mit einer bewegenden Story, da kann Grafik schon mal als Nebensache betrachtet werden.
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