In einer Woche, die bereits von Hiobsbotschaften über eingestellte Projekte durchzogen ist, liefert Techland, das Studio hinter der gefeierten „Dying Light“-Reihe, seinen ganz eigenen, doppelten Paukenschlag. Es ist eine Nachricht mit zwei Gesichtern: Eines, das von einem still und heimlich begrabenen Traum erzählt, und ein anderes, das mit dem ohrenbetäubenden Knall eines Revolvers die Rückkehr einer fast vergessenen Legende verkündet. Während das Studio offiziell nur von internen Projektstreichungen ohne Entlassungen spricht, zeichnen neue Gerüchte ein faszinierendes Bild von dem, was in den polnischen Studios geopfert wurde – und was dafür aus der Asche aufersteht.
Der Scherbenhaufen eines Fantasy-Traums
Der erste Teil der Nachricht ist eine melancholische Melodie für Fans ambitionierter neuer Welten. Laut einem Bericht von Insider-Gaming hat Techland sein im Mai 2022 angekündigtes Fantasy-Action-RPG eingestampft. Das Projekt mit dem Codenamen „Cornerstone“ war offenbar eine äußerst ambitionierte Angelegenheit. Es soll sich nicht nur stark von „Star Wars“ inspiriert lassen haben, sondern den Spielern eine Art abgewandelte Version der „Macht“ an die Hand gegeben haben, um Objekte zu bewegen und sogar die Zeit anzuhalten. Doch der Traum zerplatzte an der harten Realität. Als Gründe für das Scheitern werden eine schwache Führungsebene und problematische Hürden bei der Umstellung auf die Unreal Engine 5 gemunkelt, auch wenn der finale Sargnagel für das Projekt im Dunkeln bleibt.
Ein Flüstern im Wüstenwind: Call of Juarez kehrt zurück
Doch aus den rauchenden Trümmern von „Cornerstone“ steigt ein Geist der Vergangenheit auf, der die Herzen von Western-Fans höher schlagen lässt. Dieselben Quellen berichten, dass Techland an einem brandneuen „Call of Juarez“-Titel arbeitet, ebenfalls auf Basis der Unreal Engine. Die Entwicklung soll sogar schon eine ganze Weile laufen. Es ist die potenzielle Wiedergeburt einer Kult-Reihe, die von knallharten Rachegeschichten bis hin zum überdrehten und stilistisch brillanten „Gunslinger“ alles bot, was das Western-Genre so fesselnd macht. Nach Jahren der Stille könnte der Colt von Silas Greaves, Ray McCall oder einem gänzlich neuen Revolverhelden schon bald wieder ohrenbetäubend durch die Saloons hallen.
Die unaufhaltsame Zombie-Gegenwart
Als wäre dieses Wechselbad der Gefühle nicht schon genug, schiebt Techland unbeirrt sein nächstes großes Ding auf die Startrampe: „Dying Light: The Beast“ erscheint bereits am 22. August. Was ursprünglich als DLC für den zweiten Teil geplant war, hat sich zu einem eigenständigen Titel und einer direkten Fortsetzung des ersten Spiels gemausert, inklusive der Rückkehr des Protagonisten Kyle Crane. Techland ist also ein Studio im Spagat – zwischen der bewährten, hochprofitablen Zombie-Gegenwart, einem begrabenen Fantasy-Traum und der verheißungsvollen, aber noch unbestätigten Rückkehr in den Wilden Westen.