Na, das ist doch mal Öl für die Gerüchteküche! Während die Gaming-Welt auf ein offizielles Xbox-Handheld wartet, schafft Microsoft im Hintergrund offenbar Fakten. Einem neuen Bericht zufolge arbeitet das Unternehmen nicht nur an einem internen Handheld-Prototyp mit dem Codenamen „Project Green Leaf“, sondern stattet sein Game Development Kit (GDK) bereits mit spezifischen Software-Tools aus, um Spiele für mobile Hardware zu optimieren. Ein klares Indiz dafür, dass man in Redmond den Handheld-Markt ernster nimmt als je zuvor.
Intelligente Software statt eigener Hardware?
Der Kern der Neuigkeit, die zuerst vom YouTuber Moore’s Law is Dead verbreitet wurde, sind neue Stromspar-Optionen im Xbox GDK. Entwickler sollen zukünftig auf „(PO)“ (Power Optimized) und „(PO+)“ (Power Optimized Plus) setzen können. Dabei handelt es sich um „intelligente, software-gesteuerte Effizienzmaßnahmen“, die den Energieverbrauch bei geringer Auslastung, also in Menüs oder bei Hintergrundprozessen, senken sollen.
Für uns Spieler hätte das einen handfesten Vorteil: Spiele, die diese Techniken nutzen, könnten im Marketplace entsprechend markiert werden. So wüsstest du sofort, welcher Titel auf deinem Handheld – sei es ein zukünftiges Xbox-Gerät oder ein Partner-Produkt wie das ROG Xbox Ally – besonders akkuschonend läuft. Microsoft verfolgt hier also zunächst einen cleveren software-basierten Ansatz.
Project Green Leaf: Mehr als nur ein Prototyp?
Die Existenz von Project Green Leaf ist die eigentliche Bombe. Dieser Prototyp dient Microsoft dazu, die neuen GDK-Features unter realen Bedingungen zu testen. Er zeigt, dass das Unternehmen, anders als lange vermutet, sehr wohl an eigener Handheld-Hardware forscht. Einem früheren Bericht zufolge wurde ein erster Anlauf für ein eigenes Gerät gestoppt, weil Chiphersteller AMD eine Abnahmegarantie von über 10 Millionen Einheiten forderte – ein Risiko, das Microsoft angesichts von damals 5 Millionen verkauften Steam Decks nicht eingehen wollte. Offenbar hat sich die Lage geändert.
Wichtig ist, dieses Projekt nicht mit Project Helix zu verwechseln. Bei Helix handelt es sich um den Codenamen für die nächste, stationäre Xbox-Konsolengeneration, die laut Microsoft unter anderem bei der Ray-Tracing-Performance einen gewaltigen Sprung machen soll.
Bereitet Microsoft das Spielfeld für den zweiten Anlauf vor?
Microsoft geht den smarten Weg. Anstatt überstürzt ein eigenes Handheld auf den Markt zu werfen, kultivieren sie das Ökosystem. Indem sie Entwicklern die Werkzeuge an die Hand geben, um ihre Spiele für mobile Hardware zu optimieren, schaffen sie eine solide Software-Basis. Das macht die Plattform für Partner wie ASUS attraktiv und bereitet gleichzeitig den Boden für ein späteres, ausgereiftes First-Party-Gerät. Der erste Versuch mag gescheitert sein, doch die Zeichen für einen wohlüberlegten zweiten Anlauf verdichten sich.
