PikPok hat den Vollrelease von Into the Dead: Our Darkest Days für März 2027 angekündigt. Damit verlässt der Zombie-Side-Scroller seinen Early Access – und springt gleichzeitig von einem reinen PC-Titel auf eine weite Plattform-Palette: Steam, Epic Games Store, PS5, Xbox Series X|S, Nintendo Switch 2 und GeForce NOW. Während der VR-betonte Crimson Heights-Zweig des Studios auf einer anderen Spur fährt, bleibt Our Darkest Days die klassische, erzählerische Survival-Variante im Franchise.
Was der Schritt auf 1.0 für die Spieler bedeutet
Der 1.0-Launch im März 2027 ist mehr als ein Datum: Er ist das Ende einer fast zweijährigen Early-Access-Phase, in der PikPok das Spiel über Steam stetig erweitert hat. Wer den Titel bislang auf dem PC verfolgt hat, bekommt dann die fertige Fassung – neu, aber nicht grundsätzlich anders. Wer gewartet hat, erhält erstmals die Wahl zwischen mehreren Plattformen. Die offizielle Steam-Seite hält das Spiel weiterhin auf „sehr positiv“, eine Meldung von Gematsu bestätigt die Plattform-Liste.
Der eigentliche Gewinn liegt aber woanders: Der Konsolen-Launch öffnet das Spiel für ein Publikum, das bisher außen vor war. Gerade auf der Switch 2 könnte der 2.5D-Look voll aufgehen – ein kurzes Stück Sichtbarkeit, das dem Titel auf dem umkämpften PC-Markt verwehrt geblieben wäre. Der Schritt verändert also nicht das Spiel, sondern dessen Reichweite.
Was Our Darkest Days von anderen Zombie-Titeln unterscheidet
Our Darkest Days verzichtet auf das klassische Kugelfeuer und setzt stattdessen auf Ressourcen-Verwaltung und moralische Entscheidungen. Ihr führt eine kleine Gruppe durch das Texas der 80er-Jahre, sammelt knappe Vorräte, baut Unterschlupfe – und müsst immer wieder wählen, wem ihr helfen könnt und wem nicht. Überleben heißt hier im Kern: die Hoffnung der Gruppe nicht abreißen zu lassen. Der Vergleich mit This War of Mine zieht sich durch nahezu jede Besprechung. Das Ressourcen- und Moralbudget ist in diesem Spiel der eigentliche Gegner – nicht die Untoten.
Wichtig ist die Einordnung, dass hier ein Studio aus dem Mobile-Bereich auf dem PC antritt. Der Crimson-Heights-Ableger von PikPok nutzt VR, und das eigenständige Mobile-Franchise hat über 100 Millionen Downloads gesammelt. Our Darkest Days ist dagegen der Versuch, diese Marke erzählerisch auf die nächste Stufe zu heben – mit einem langsamen, ruhigen Ton, der sich bewusst von der Action der meisten Zombie-Shooter absetzt.
Eine Early-Access-Reise, die die Community mitgestaltet hat
Seit dem Start im April 2025 ist das Spiel durch Feedback gewachsen. PikPok-Chef Mario Wynands nennt die Rückmeldungen der Spieler ausdrücklich als Grundlage für die Form, die das Projekt nun angenommen hat. Das ist typisches PR-Vokabular – trägt hier aber real: Wer die Versionsgeschichte verfolgt hat, sieht, dass zentrale Entscheidungen des Spiels direkt aus dem Early-Access-Feedback entstanden sind.
Der Vergleich drängt sich auf, wie auch andere Studios auf diesen Weg gesetzt haben – etwa die beständige Nachbesserung von Dying Light 2 durch Techland. Der Unterschied liegt in der Ausgangslage: Während Techland einen holprigen Start nachbessern musste, startete Our Darkest Days bereits mit starker Rezeption und nutzte die EA-Phase eher zum Ausbau als zur Reparatur. Das ist ein anderer Weg zu 1.0 – und im Zweifel der angenehmere.
Warum der März 2027 mehr ist als ein Termin
Der Termin im März 2027 bündelt zwei Botschaften. Er bestätigt erstens, dass PikPok das Projekt als langfristigen Bestandteil seiner Strategie sieht – nicht als schnellen Nebenverdienst. Zweitens markiert er den ersten wirklich breiten Auftritt eines Kern-Franchise außerhalb der Mobile-Welt. Das Studio, das jahrelang vom Handy-Markt lebte, wagt mit einem geduldigen, narrativen Horror-Spiel den Schritt auf die großen Plattformen.
Ein Risiko bleibt. Ein so ruhig erzähltes Zombie-Spiel muss auf Konsolen beweisen, dass es gegen die lautere Konkurrenz bestehen kann – und dass der This War of Mine-Vergleich nicht nur in Texten überzeugt, sondern auch in der Spielerfahrung über Stunden trägt. Bis zum März 2027 bleibt genug Zeit, diesen Eindruck zu bestätigen oder zu widerlegen.
