Der neue PvPvE-Extraction-Shooter ARC Raiders hat die Gaming-Welt im Sturm erobert und verzeichnete nur wenige Stunden nach seinem Start einen phänomenalen Ansturm mit über 260.000 gleichzeitigen Spielern allein auf dem PC. Doch inmitten dieses Triumphs, in einer Zeit, in der die Rolle von künstlicher Intelligenz in kreativen Prozessen hitziger denn je diskutiert wird, sah sich Entwickler Embark Studios genötigt, in Bezug auf den eigenen Einsatz von KI-Technologien Klarheit zu schaffen. In einem aufschlussreichen Interview bezog CCO und Mitbegründer Stefan Strandberg nun Stellung und lichtete den Nebel der Spekulationen.
Synthese statt Substitution
Entgegen mancher Befürchtungen kam bei der Entwicklung von ARC Raiders keine generative KI zum Einsatz, um kreative Inhalte zu erschaffen. Der Einsatz künstlicher Intelligenz beschränkt sich, ähnlich wie beim Schwester-Titel THE FINALS, auf einen ganz spezifischen Bereich: Text-to-Speech-Technologie für einige der Stimmen im Spiel. Strandberg betont dabei, dass es sich um einen hybriden Prozess handelt. So kommt eine Kombination aus den Aufnahmen realer Schauspieler und den TTS-Werkzeugen zur Anwendung. Es ist eine Symbiose, bei der die Technologie als unterstützendes Instrument dient, nicht als Ersatz.
Eine Ode an die menschliche Kreativität
Diese pragmatische Herangehensweise darf jedoch nicht als Vorbote einer dystopischen, von KI-generierten Inhalten dominierten Zukunft missverstanden werden. Ganz im Gegenteil: Strandberg legt ein leidenschaftliches Bekenntnis zum menschlichen Faktor ab. „Es gibt kein Endziel, irgendwelche Schauspieler zu ersetzen“, stellt er unmissverständlich klar. Der Grund dafür ist tief in der Wertschätzung für den kreativen Funken verankert. Laut Strandberg geschieht etwas „fantastisches“, wenn echte Darsteller ins Spiel kommen und nicht nur ihre Stimme, sondern auch ihre Persönlichkeit und Interpretation in die Spielwelt und deren Geschichte einfließen lassen. Dieser unersetzliche Beitrag ist ein Wert, den Embark Studios nicht missen möchte.
Große Welten, kleines Team
Warum also überhaupt auf Text-to-Speech zurückgreifen? Die Antwort liegt in der Philosophie des Studios, als relativ kleines Team dennoch reichhaltige und expansive Welten erschaffen zu wollen. Die Technologie ist ein Werkzeug zur Effizienzsteigerung, das es den Entwicklern erlaubt, ihre ambitionierten Visionen zu realisieren, ohne dabei ihre schlanke Struktur aufgeben zu müssen. Diese Vision reicht weit über die aktuellen Projekte hinaus. CEO Patrick Söderlund deutete bereits zwei weitere, noch ungezeigte Titel an und betonte das Ziel, als ein neugieriges Studio wahrgenommen zu werden, das seinen Spielern mit tiefstem Respekt begegnet und einen positiven Beitrag für die gesamte Industrie leisten will.


