Call of Duty ist seit Jahren eine Gelddruckmaschine – aber auch eine Marke, die zunehmend unter Druck steht. Nun sickern Informationen durch, die zeigen, wie tiefgreifend Microsoft Activisions Zukunftspläne umzugestalten versucht. Ein eigenständiges Zombies-Spiel, ein verschobener Konsolenstart und eine Reihe, die sich grundlegend neu erfinden soll – was hinter den Kulissen passiert, klingt nach mehr als bloßem Gerücht.
Modern Warfare 4 als Starttitel – Pläne, die ins Wanken gerieten
Nach Angaben des bekannten Insiders TheGhostOfHope hatte Activision ursprünglich geplant, Call of Duty: Modern Warfare 4 als Starttitel für Microsofts kommende Konsolengeneration herauszubringen. Das Ziel war dabei ambitioniert: Das Spiel sollte im direkten Wettbewerb mit Grand Theft Auto 6 um Spieleraufmerksamkeit buhlen und den Konsolenstart mit einem spektakulären Paukenschlag begleiten. Diese Rechnung hat sich jedoch zerschlagen. Globale Engpässe beim Arbeitsspeicher haben die Hardwareentwicklung erheblich verzögert, wodurch Activision nun gezwungen ist, seine Vermarktungsstrategie von Grund auf neu auszurichten. Laut dem Insider haben diese Verzögerungen die ursprünglichen Marketingpläne für das nächste Call of Duty-Kapitel spürbar beschädigt.
Zwei Spiele statt einem – Zombies bekommt eigenen Auftritt
Als mögliche Reaktion auf die geänderten Rahmenbedingungen wird nun eine Strategie diskutiert, die an vergangene Doppelveröffentlichungen erinnert: Ähnlich wie einst Call of Duty: Infinite Warfare und Call of Duty: Modern Warfare Remastered zusammen erschienen, könnte zum Start der neuen Konsolengeneration sowohl ein klassischer Mehrspieler-Ableger als auch ein eigenständiges Zombies-Spiel auf den Markt kommen – letzteres mutmaßlich entwickelt von Treyarch. Ein solcher Schritt wäre für die Reihe durchaus folgerichtig, denn der Zombies-Modus genießt seit Jahren eine treue, eigenständige Fangemeinde, die weit über den klassischen Mehrspielerbetrieb hinausgeht.
Wendiger, agiler, weniger starr – Microsofts Erwartungen an Activision
Hinter den Kulissen soll Microsoft zudem darauf drängen, dass Activision flexibler und weniger abhängig von seinem jährlichen Veröffentlichungsrhythmus wird. Die Idee dabei: Eine reaktionsschnellere Entwicklungsstruktur hätte es dem Studio ermöglicht, Trends wie den Aufstieg der Extraktionsschützen-Spiele früher und kohärenter zu bedienen – statt mit dem verspäteten und letztlich enttäuschenden DMZ-Modus hinterherzulaufen. Activision selbst hat derweil bestätigt, künftig nicht mehr zwei aufeinanderfolgende Spiele derselben Teilreihe zu veröffentlichen. Nach Call of Duty: Black Ops 7 folgt also kein weiterer Black Ops-Ableger, und auch Modern Warfare wird nach einem möglichen vierten Teil nicht unmittelbar fortgeführt. Wann genau die neue Konsolengeneration erscheint, bleibt unterdessen offen – Berichte deuten auf frühestens 2027 hin, wobei auch der nächste PS6-Start in diesem Zeitraum erwartet wird. Eines steht fest: Die Zukunft von Call of Duty steht vor einem der größten strukturellen Umbrüche seit Jahren.