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Cronos: The New Dawn – Test
Tests

Cronos: The New Dawn im Test – Düsterer Survival-Horror-SciFi der Extra-Gore-Klasse

Das Survival-Horror-Meisterwerk Cronos – The New Dawn konfrontiert dich in einer dichten, kafkaesken Atmosphäre mit gnadenloser Ressourcenknappheit, während du durch Zeitreisen versuchst, die apokalyptische Auslöschung der Menschheit durch eine sich entwickelnde Biomasse im post-pandemischen Krakau zu verhindern.

Alexander Liebe
von Alexander Liebe
06.10.25
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Lesezeit: 6 Min.
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Cronos: The New Dawn – Screenshot
9.1 Grandios
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Wir kennen und kannten es. Wir fürchteten es … Cronos: The New Dawn nimmt das Thema einer weltweiten Pandemie wieder auf und inszeniert eine katastrophale Situation: Die Pandemie, genannt „Der Wandel“ löscht beinahe die gesamte Menschheit aus und verwandelt sie in sogenannte Biomasse, welche ein kollektives Bewusstsein zu entwickeln scheint und das ohnehin schon endgültige Leben der Hinterbliebenen noch bedrohlicher machen. Die Lösung? Es gibt keine … Nur der schier jämmerliche Versuch die Vergangenheit zu ändern. Ob wir dies schaffen und ob es sich lohnt in die Welt von Cronos: The New Dawn einen virtuellen Schritt zu wagen, erfahrt ihr im nachfolgenden Review.

Das steckt im Artikel
  • Krakau … oder wie es einmal aussah …
  • Vorwärts in die Vergangenheit
  • Immer diese Massephase …
  • Pew, Pew, Pew … Drehung/Wendung und Katzen

Krakau … oder wie es einmal aussah …

Pandemie. Die Bewohner werden gebeten zu Hause zu bleiben und die Sachlage auszusitzen. Doch was geschieht, wenn weder Besserung noch Hilfe eintritt? Die Folgen eines solchen Verlaufs legen den geschichtlichen Grundstein in Cronos: The New Dawn. Denn hierbei kann die ausgebrochene Pandemie „Der Wandel“ nicht eingedämmt werden und es kommt zum Massensterben. Die Befallenen drehen durch und zeigen neben rot unterlaufenen Augen stark aggressives Verhalten. Was ist die Ursache? Niemand weiß es. Was ist das Ergebnis? Fast totale Auslöschung der Menschheit. Die hinterbliebenen Leichen verschmelzen zu einer Biomasse und scheinen ein kollektives Bewusstsein zu erlangen. In menschenähnlichen Drohnen greifen Sie aus der Biomasse hervorspringend die Überlebenden an, um auch sie endgültig der Biomasse hinzuzufügen.

Cronos: The New Dawn – Screenshot

Wir erwachen. In unserem Anzug sind wir vor der Pandemie sicher … vorerst. Als sogenannte „Reisende“ ist es nicht unsere Aufgabe ein Heilmittel zu suchen. Unsere Aufgabe ist es das Geschehene zu verhindern. Und wie? Indem wir verstorbene oder verschollene Schlüsselpersonen in der Vergangenheit aufspüren und retten oder töten. So hegt unser Auftragsgeber genannte „Das Kollektiv“ die Hoffnung die Geschehnisse der Geschichte abzuwenden, sodass es erst gar nicht zum Wandel kommt.

Zunächst wird unserer Reisenden Nummer ND-3576 in der Erwachungskammer einige zusammenhangslose Fragen gestellt, um unsere Wahrnehmung und Entscheidungsrichtung abzutesten. Danach werden wir brutal und mit Pistole bewaffnet in die kalte Luft Krakaus gesetzt. Dabei ist schnell klar: Hier erwartet uns kein freundlicher Empfang und die Welt ist gespickt mit Gefahren und tödlichen Mechanismen hinter jeder Ecke. Mehr sei an dieser Stelle geschichtlich nicht verraten.

Vorwärts in die Vergangenheit

Das geschichtliche Setup in Cronos: The New Dawn ist nach meinem Empfinden überragend. Von Sekunde eins an ist man gepackt von der Fragestellung was hier passiert ist und wie es dazu kam. Dabei füttert uns Bloober Team gekonnt mit minimalen Brotkrummen. Wir lesen Nachrichten, Briefe oder hören uns Tonaufnahmen an, von der ehemaligen Bevölkerung Polens und erfahren so Stück für Stück wie die Pandemie seinen Lauf nahm.

Dabei streifen wir durch eine bizarre Szenerie. Post-apokalyptische Orte, in denen wir Quarantänemaßnahmen erkennen können, hilfesuchende Bewohner in Wohnungen dem Wahnsinn verfallen sind und Kinder, die ihre Eltern auf brutalste oder traurigste Weise verloren haben. Kein Lebenszeichen … Keine Hoffnung zu spüren … Diese Welt ist schlichtweg tot. Es gibt keine Rettung mehr. Selten, dass ich in einem Videospiel eine dermaßen endgültige Atmosphäre präsentiert bekommen habe. Das haben die Entwickler wirklich grandios hinbekommen.

Cronos: The New Dawn – Screenshot

Also was nun? Sinnlos hier eine Heldenstunde hinzulegen, oder? Totes kann man nicht erwecken. Stimmt. Gäbe es da nicht die auftretenden Anomalien, welche neben gravitativen Besonderheiten auch zeitlich seltsame Eigenschaften an den Tag legen. Und genau diese machen wir uns zu nutze. Das Kollektiv hat nämlich die Vermutung, dass wir hierdurch Zugang zur Vergangenheit erhalten und so die letzte Chance der Menschheit vor uns hätten: Zeitreisen. Missionsaufgabe, für den Fall, dass ihr sie annehmt, ist die Veränderung der Vergangenheit zugunsten der Menschheit. So sollen wir Schlüsselpersonen aufspüren, welche maßgeblich an der Pandemie mitwirken, um so den Zeitfluss abzuändern. Wer kennt und liebt: Das ist auch die geschichtliche Grundlage des Films „Twelve Monkeys“. Wer noch nicht kennt: Film-Wissenslücke bitte beheben.

Immer diese Massephase …

Wer ist unser Feind? Kurzum: Die Biomasse. Nun ja … nicht so beeindruckender Gegner, wäre da nicht die von der Masse ausgesendeten menschenähnlichen Drohnen, die uns physisch angreifen, mit Säure bespucken oder sich weiterentwickeln. Ja, richtig gelesen. Jede zurückgelassene Leiche bietet dem neuangekommenen Weisen, wie sie sich nennen, die Chance zu wachsen. Sie zerren an dem Überbleibsel und werden so stärker, größer und / oder geschützter. Weiters übernehmen Sie die Fähigkeit der gefressenen Leiche. Solltet ihr dies also nicht eindämmen, steht ihr einem großen, schlagenden, Säure spuckenden und durch Panzerung geschütztem Gegner gegenüber. Prächtig.

Dazu haben wir natürlich ausreichend Munition und Ressourcen, um den Masseankömmlingen die Stirn zu bieten. Falsch gedacht … Denn genau das hebt Cronos: The New Dawn von allen bisherigen Survival-Horrorspielen ab. Die Ressourcenknappheit ist hier gnadenlos. Es kommt tatsächlich auf jeden Schuss an und ob er richtig sitzt. Ansonsten erwartet euch der sichere Tod oder ein langer ausweichender Spazierlauf durch die Reste Krakaus. Dies erhöht den Schwierigkeitsgrad von Cronos: The New Dawn ungemein und wird eventuell Neulinge in dem Genre abschrecken.

Pew, Pew, Pew … Drehung/Wendung und Katzen

Als Waffe haben wir die klassischen Gerätschaften zur Verfügung. Pistole zu Beginn, erweitert durch Schrotflinte später und anderen voluminöseren Wummen. Dennoch bleibt die Knappheit bestehen. Ihr müsst bei jedem Einsatz abwägen, ob es das Wert ist oder eine andere Strategie nicht besser wäre. Wir können in Schutzräume die Waffen und auch die Rüstung aufbessern. Ähnlich wie in Dead Space gibt es dazu spezielle Ressourcen, die in raren Mengen eingesammelt werden müssen. Die Kämpfe sind aber geclustert. Ihr läuft nicht an jeder Ecke in einen Gegner. Es ist eher so, dass geballt eine Kampfsituation stattfindet und danach von einer etwas längeren Erkundungstour gefolgt wird. Das macht Cronos: The New Dawn zu einem Etappensprint, statt zu einem Marathon.

Cronos: The New Dawn – Screenshot

Die Gegner hallten jedoch tatsächlich viel aus, sind oftmals in der Überzahl oder einfach übermächtig. Die Fluchtstrategie ist hierbei ein gewollter Mechanismus. So können wir, statt plump einmalig zu schießen auch den Schuss aufladen um so mehr Schaden zu verursachen. Dennoch muss der Schuss natürlich sitzen. Die Varianz der Gegnerschaft ist überschaubar groß. Hin und wieder taucht auch ein Sonderling auf und überrascht uns mit einer Extrapackung Grausamkeit. Mir ging es oftmals an den metallenen Kragen. So liebend gerne der Gegner zu Fall gebracht werden wollte, Flucht war die einzig sinnvoll wählbare Option.

Einziger Hoffnungsschimmer am Firmament sind die überlebenden Katzen, welche es als Collectible zu sammeln gibt. Diese scheinen von der Pandemie nicht betroffen zu sein und streunen in Krakau nun herrenlos umher. Die wenigen Sekunden den flauschigen Vierbeine streicheln zu dürfen sind die einzigen Sekunden in denen Tod, Zerstörung und Wahnsinn nicht nach uns greifen.

Cronos: The New Dawn – Screenshot
Cronos: The New Dawn
Grandios 9.1
Gameplay 8.7
Grafik 9.5
Sound 9.3
Inhalt 8.8
Atmosphäre 9.4
Pro Sehr düsterer Gore Starke Survival-Essenz Packende Geschichte Überragende Optik Detaillierte Umgebung
Kontra Etwas monotone Aufgabenstellungen Mittelgroßer Spielumfang
Fazit
Cronos: The New Dawn ist für mich ein Meisterwerk. Kein anderes Game schafft eine derart dichte und kafkaeske Atmosphäre von Beginn an. Die Paarung mit einer fragwürdigen, aber doch mysteriösen Geschichte zieht mich als Genre-Fan sofort in den Bann. Zugegeben werden es Genre-Neulinge schwer haben. Diese Schwere ist jedoch vom Entwicklerteam bewusst gewollt.

Cronos: The New Dawn zerrt den Spieler auf die Ursprünge des Survival-Horrors und schafft die ständige Panik von Ressourcenknappheit und schier übermächtigen Gegnern. Mechanisch bietet der Titel Altbekanntes und greift auf funktionierende Mechaniken zurück. Das Setup im postapokalyptischen Krakau ist auch eine bekannte Komponente, jedoch tiefgreifend und detailliert in Szene gesetzt. Der Schwierigkeitsgrad setzt dem Spieler zu und ist eine essenzielle Komponente im Horror-Dickicht.
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vonAlexander Liebe
Seitdem ich zum ersten Mal einen Controller in der Hand hielt wusste ich, dass dies eine Freundschaft fürs Leben wird. Bis heute ist der digitale Sport für mich fixer Bestandteil meiner Freizeit. Mit AustriaGaming ist er sogar zum Teil zur Berufung geworden. Favorisierte Spiele sind für mich aus dem Genre Horror, SciFi und RPG mit viel geschichtlichem Tiefgang. Gerade innovative und alternative Games ziehen mich öfters in den Bann.
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