TankRat rollt am 15. Januar 2027 für PlayStation 5 und PC an den Start, nachdem die gamescom Opening Night Live mit einem düsteren Trailer samt William-Blake-Poesie für offene Münder im Stream gesorgt hat. Hinter dem Projekt von Alpha Channel und Kepler Interactive steckt kein typischer Sci-Fi-Shooter, sondern ein unbarmherziger Baukasten-Trip durch ein verstrahltes Niemandsland. Als digitales Bewusstsein verschmelzen die sogenannten Schlafwandler mit zusammengezimmerten Panzerkolossen, um sich gegen mechanische Monstrositäten bis in die sagenumwobene Himmelsstadt Highpoint durchzubeißen.
Schrottplatz-Evolution: Wenn jedes erbeutete Bauteil den Spielstil diktiert
Die sogenannte Event Containment Area (ECA) fungiert als gnadenloses Testgelände für das eigene Überlebensgeschick. Wer hier blindlings mit Standard-Ausrüstung vorprescht, wird von gegnerischen Verbänden in Sekunden in seine Einzelteile zerlegt. Statt starrer Klassenstrukturen setzt der Titel auf absolute Anpassungsfreiheit: Leichte Fahrgestelle ermöglichen blitzschnelle Ausweichmanöver und Flankenangriffe, während schwere Wannen enorme Trefferzonen wegstecken, dafür aber träge auf Lenkimpulse reagieren. Über 25 Waffenoptionen, von durchschlagskräftigen 90-mm-Glattrohrkanonen bis hin zu präzisen 10-mm-Distanzwaffen, verlangen ständiges Umdenken bei der Zielerfassung.
Besonders spannend ist dabei die Dualität der Spielfigur. Whittaker bewegt sich nicht ausschließlich in tonnenschweren Stahlwänden, sondern wechselt als sogenannte Needle-Sonde fliegend zwischen fragiler Aufklärungsdrohne und gepanzertem Gefährt. Auf dem Schlachtfeld erbeutete Trümmerteile dienen nicht als rein passive Währung, sondern lassen sich direkt an Ort und Stelle in das bestehende Chassis einschweißen. Wer die sechs Hauptmissionen und die sieben kolossalen Boss-TankRats überleben will, muss Schwachstellen analysieren und Panzerungswinkel gezielt an das Terrain anpassen.
Wie funktioniert das Kitbashing-System in TankRat beim Zusammenbau eigener Panzer?
Das Kitbashing-System in TankRat erlaubt das nahtlose Zusammensetzen und dynamische Modifizieren von Panzerchassis durch erbeutete Komponenten besiegter Maschinen, wodurch leichte Aufklärer mit hoher Wendigkeit oder schwer gepanzerte Kolosse mit über 25 verschiedenen Waffenkalibern entstehen, die sich jederzeit an die extremen Gefahren der Event Containment Area anpassen lassen.
Dieser Baukasten-Ansatz erinnert frappierend an die Detailverliebtheit von Projekten wie Armored Core, bricht aber bewusst mit sterilen Hangar-Menüs. Jedes gefundene Geschützrohr, jede Zusatzpanzerung und jedes Kettenglied verändert die Drehmomentverteilung sowie das Kurvenverhalten auf schlammigem oder asphaltiertem Untergrund. Wenn während eines Bosskampfes die Primärwaffe überhitzt oder die Seitenpanzerung wegbricht, entscheidet das improvisierte Reparieren mit Schrottteilen über Sieg oder Totalverlust.
Digitale Schlafwandler im Shroud: Radioaktive Stürme fressen Erinnerungen
Hinter dem rauen Kettenrasseln verbirgt sich eine erstaunlich philosophische Erzählung über Identitätsverlust und künstliches Leben. Die namensgebende Shroud, ein radioaktiver Sturm, verzerrt in der Spielwelt kontinuierlich Zeit, Raum und Erinnerungsfragmente der Schlafwandler. Mentor Cyril dient dabei als kryptischer Wegweiser durch die Ruinen der Zivilisation, während moralische Entscheidungen die Loyalität zu anderen Überlebenden auf eine harte Probe stellen.
Auch technisch zeigt sich das Projekt ambitionsreich: Die offizielle TankRat Steam-Seite listet für die PC-Fassung bereits solide Systemanforderungen mit DirectX 12, mindestens 8 GB Arbeitsspeicher und 45 GB freiem Speicherplatz auf, während eine GeForce RTX 3070 oder Radeon RX 6700 XT für optimale Bildraten empfohlen wird. Wer auf Microsoft-Konsolen unterwegs ist, schaut zum aktuellen Zeitpunkt allerdings in die Röhre: Eine Xbox-Fassung ist vom Studio bislang nicht bestätigt.
Handgemachter Modellbau-Charme statt austauschbarer Hochglanz-Grafik
Dass sich der Titel optisch wohltuend vom Genre-Einheitsbrei abhebt, ist kein Zufall. Creative Director Daniel Ebanks blickt auf langjährige Stationen bei Rockstar Games, Ubisoft und Silicon Knights zurück und verankert das visuelle Konzept tief in der Sci-Fi-Kultur des 20. Jahrhunderts. Die Panzer und Maschinen wirken wie handgefertigte Miniatur-Modelle, die mit Lötkolben, Klebstoff und Draht zusammengefügt wurden.
Genau wie FromSoftware bei The Duskbloods eigene Design-Pfade einschlägt, beweist Alpha Channel Mut zur Kante. TankRat verzichtet auf seelenlose Service-Gimmicks und konzentriert sich voll auf eine fokussierte Singleplayer-Kampagne mit spürbarem Einschlag. Wenn das Balancing zwischen Fahrzeugphysik und Boss-Herausforderung zum Start im Januar 2027 aufgeht, rollt hier ein echter Geheimtipp auf die Gaming-Welt zu.
