Der Flächenbrand, der aktuell durch Microsofts Gaming-Sparte wütet, fordert immer mehr Opfer. Die Hiobsbotschaften reißen nicht ab: Nach den schockierenden Gerüchten um die Einstellung von Prestigeprojekten wie Everwild und Perfect Dark sowie dem Kahlschlag bei den Rennspiel-Experten von Turn 10, trifft es nun offenbar auch die tapferen Überlebenden von Undead Labs. Das Studio, das in den Schützengräben der Postapokalypse an dem mit Hochspannung erwarteten State of Decay 3 arbeitet, ist ebenfalls von der gnadenlosen Entlassungswelle erfasst worden.
Das Ausmaß des Bebens
Die volle Wucht der Einschläge ist noch gar nicht abzusehen. Während die Gaming-Welt noch die Scherben der vorangegangenen Meldungen zusammenkehrt, sickern bereits die nächsten düsteren Details durch. Laut einem Bericht von Ethan Gach von Kotaku hat der Rotstift auch bei Undead Labs gewütet. Wie tief die Schnitte gehen, ist zwar noch nicht klar, doch die Art und Weise der Kommunikation lässt Schlimmes erahnen. Meetings mit den bangenden Mitarbeitenden sollen „auf rollierender Basis“ in den Kalendern auftauchen – eine zermürbende Taktik, die eine Atmosphäre der lähmenden Ungewissheit schafft und die Moral im Studio pulverisieren dürfte. Die Situation ist also noch in vollem Gange, und das letzte Wort ist noch lange nicht gesprochen.
Eine Entwicklung mit Hindernissen
Diese Nachricht trifft das Projekt State of Decay 3 an einem ohnehin schon wunden Punkt. Die Entwicklung des Spiels, das bereits 2020 mit einem cineastischen Trailer angekündigt wurde, gleicht einer Odyssee. Ein früherer Bericht von Kotaku aus dem Jahr 2022 deckte bereits schwerwiegende interne Probleme wie Sexismus und eine toxische Arbeitsatmosphäre auf. Diese Missstände führten zu einer erheblichen Abwanderung von Talenten und bremsten die Entwicklung des Survival-Titels empfindlich aus. Zwar gab es zuletzt einen Hoffnungsschimmer in Form eines neuen In-Engine-Trailers auf dem Xbox Games Showcase 2024 und der offiziellen Ankündigung, die Content-Updates für State of Decay 2 zu beenden, um alle Ressourcen auf die Fortsetzung zu konzentrieren. Doch der aktuelle Aderlass fühlt sich nun wie ein brutaler Rückschlag auf diesem steinigen Weg an.
Zukunft ungewiss, Gerüchteküche brodelt
Was bedeutet dieser erneute Rückschlag für die Zombie-Apokalypse? Gerüchte hatten einen möglichen Release im Jahr 2026 ins Spiel gebracht, doch das Ausbleiben jeglicher Präsenz auf dem diesjährigen Xbox Showcase ließ bereits Böses ahnen. Die aktuellen Entlassungen gießen nun zusätzlich Öl ins Feuer der Spekulationen. Verschärfend kommt hinzu, dass im Studio angeblich noch an einem weiteren, unangekündigten Projekt gearbeitet wird. Es ist also denkbar, dass die Entlassungen mit der Einstellung dieses geheimen Titels zusammenhängen, um State of Decay 3 zu retten – oder, im schlimmsten Fall, genau umgekehrt. Die Zukunft von Undead Labs und ihrer Survival-Saga hängt am seidenen Faden.