State of Decay 3 hat auf dem Xbox Games Showcase seinen ersten echten Gameplay Trailer gezeigt. Drei Minuten, die nach sechs Jahren Wartezeit eine klare Botschaft senden: Die Untoten wandern nicht mehr ziellos durch die Gegend. Sie jagen. Und das verändert die gesamte Überlebensformel der Serie fundamental.
Zombies als aktive Jäger stellen die Formel von State of Decay auf den Kopf
Die wichtigste Neuerung, die der Trailer kommuniziert, ist ein Paradigmenwechsel in der Feind-KI. In State of Decay 2 waren Zombies primär Hindernisse auf dem Weg zum nächsten Versorgungspunkt. Gefährlich in Massen, aber passiv. Der dritte Teil dreht dieses Verhältnis um.
Die Untoten formieren sich jetzt zu Jagdrudeln, die aktiv nach Überlebenden suchen. Das bedeutet konkret: Wer seine Basis in der Nähe eines Nests aufschlägt und dieses nicht proaktiv ausschaltet, riskiert, dass organisierte Horden die eigenen Überlebenden aufspüren. Der klassische Gameplay-Loop von „rausgehen, Ressourcen sammeln, zurückkommen, Basis ausbauen“ bekommt damit eine zweite Ebene.
Statt rein reaktiv auf Bedrohungen zu reagieren, müssen Spieler jetzt offensiv gegen Nester vorgehen, bevor die Jagdrudel zu nah an das eigene Lager rücken. Undead Labs will damit laut eigener Aussage die systemische Tiefe des zweiten Teils mit der emotionalen Kraft des Originals verbinden. Der Trailer zeigt dazu selbstgebaute Fallen, die mit Bomben bestückt ganze Gruppen auslöschen können. Taktische Vorbereitung statt stumpfem Draufhalten.
Kooperativer Multiplayer und Unreal Engine 5 sollen den Generationensprung liefern
State of Decay 3 läuft auf der Unreal Engine 5 und das sieht man. Der visuelle Unterschied zum Vorgänger ist bereits im Trailer deutlich spürbar, auch wenn die übliche Showcase-Vorsicht gilt: Fertiges Produkt und polierter Trailer sind zwei verschiedene Dinge.
Spannender als die Grafik ist das, was der Trailer über den Koop verrät. Der Protagonist wird durchgehend von zwei weiteren Charakteren begleitet, die sich deutlich intelligenter verhalten als die oft hilflose KI aus Teil zwei. Ob das reine Koop-Partner oder verbesserte NPCs sind, lässt der Trailer bewusst offen. Aber Undead Labs deutet klar an, dass der kooperative Multiplayer substanziell ausgebaut wird.
Für ein Studio, dessen Vorgänger in der Juggernaut Edition auf Steam nur ein rudimentäres Koop-System bot, wäre das ein erheblicher Fortschritt. Vier Spieler gleichzeitig, jeder mit eigener Community, das war bereits beim Alpha Playtest im Mai spielbar.
Sechs Jahre Entwicklung, Entlassungen und trotzdem ein Release für 2027
Die Geschichte hinter State of Decay 3 ist fast so chaotisch wie die Apokalypse im Spiel selbst. Angekündigt im Jahr 2020, steckte das Projekt laut Berichten jahrelang in der Vorproduktion fest. Der Wechsel auf die Unreal Engine 5, unklare kreative Visionen und schließlich die Entlassungswelle bei Undead Labs im Rahmen der Microsoft-Kürzungen 2024 warfen das Studio massiv zurück.
Dass trotz allem ein Release 2027 bestätigt wurde, ist ein positives Signal. Noch positiver: Das Spiel war bereits im Alpha-Test spielbar. Das spricht für einen realen Entwicklungsstand, der über hübsche Trailer hinausgeht.
Historisch ist auch der Plattform-Sprung. Erstmals in der Geschichte der Serie erscheint State of Decay 3 auf der PS5. Dazu kommen PC, Xbox Series X|S und der Game Pass ab Tag eins. Microsofts Multiplattform-Strategie macht auch vor der eigenen Kernmarke keinen Halt mehr.
State of Decay 2 brauchte sechs Jahre und den Game Pass, um auf über zehn Millionen Spieler zu wachsen, trotz eines technisch holprigen Launches mit einem Metacritic-Score von 66. Der Nachfolger hat jetzt die Chance, diesen Makel auszubügeln. Laut Xbox Wire lässt sich das Spiel ab sofort auf die Wunschliste setzen.
