72 Minuten Alpha Gameplay zu State of Decay 3 – YouTuber Brian Menard hat sich an die frühe Version gesetzt und zeigt eine durchgehende Spielsitzung ohne Schnitte. Vom ersten Schritt durch die verseuchte Landschaft bis zum Sturm auf ein Pestherz. Der Eindruck ist gemischt: State of Decay 3 sieht besser aus als State of Decay 2 jemals zum Launch. Aber das ist eine niedrige Messlatte.
State of Decay 3 Gameplay – 72 Minuten Rohmaterial
Das Video ist kein zusammengeschnittener Teaser, sondern eine ehrliche Spielsitzung – mit allen Kinderkrankheiten, die dazugehören. Menard schleicht durch verlassene Siedlungen, sammelt Ressourcen, repariert Fahrzeuge und kämpft sich durch Horden von Untoten. Das Gameplay zeigt die klassische State of Decay DNA: offene Erkundung, knappe Ressourcen und permanenter Druck. Wer auf Nahkampf setzt, spart Munition – wer schießt, zieht Aufmerksamkeit auf sich. Eine detaillierte Aufschlüsselung der Inhalte gibt es bei XboxDynasty.
Besonders auffällig: die Umgebungen. Die Alpha Version zeigt deutlich detailliertere Texturen und eine dichtere Atmosphäre als der Vorgänger. Dass es sich um einen frühe Build handelt, sieht man trotzdem. An manchen Stellen fehlen Schatten, Texturen laden nach, und die Performance ruckelt. Menard warnt selbst: „Bevor wir loslegen – wichtig zu wissen, dass dieses Material aus einer extrem frühen Alpha Version von State of Decay 3 stammt.“ Das ist kein Makel, sondern Transparenz.
Bewährtes System, sichtbarer Fortschritt
Fans von State of Decay 2 werden sich sofort zurechtfinden: Die Kernmechaniken des Überlebens kehren zurück. Fahrzeuge müssen aus Ersatzteilen repariert werden, Basen wachsen durch gesammelte Ressourcen, und der permanente Tod von Charakteren ist weiterhin Teil des Spielprinzips. Neu ist die Tiefe im Basenbau – mehrere Außenposten sollen parallel verwaltbar sein, und die Enklaven anderer Überlebender reagieren dynamischer auf die Entscheidungen der Spieler.
Jez Corden von Windows Central beschrieb den Eindruck nach einer frühen Vorführung so: „State of Decay 3 hat den AAA Anstrich perfekt getroffen, der State of Decay 2 noch gefehlt hat.“ Das ist ein starkes Lob – aber auch ein indirektes Eingeständnis, wie weit der Vorgänger von diesem Standard entfernt war. Der Gameplay Trailer des Xbox Games Showcase hatte bereits angedeutet, wohin die Reise geht. Die 72 Minuten Alpha Material bestätigen: Undead Labs hat die visuelle und spielerische Schraube deutlich angezogen.
Wir haben bereits vor dem Showcase ausführlich beschrieben, wie Undead Labs das Beste zweier Welten vereinen will – die emotionale Tiefe des ersten Teils mit dem Systembaukasten des zweiten. Das Video von Menard zeigt erste Ansätze, dass dieses Versprechen nicht nur PR ist.
Der größte Gegner sitzt im Studio
So vielversprechend das Material wirkt – der dringendste Kritikpunkt liegt nicht im Spiel, sondern in der Geschichte des Studios. State of Decay 2 startete 2018 als technische Katastrophe: verschwindende Gegner, Fahrzeuge, die durch die Luft katapultiert wurden, zerschossene Spielstände. Undead Labs hat über Jahre nachgebessert und mit der Juggernaut Edition ein solides Spiel daraus gemacht. Aber der erste Eindruck war verbrannt.
Genau dieses Muster darf sich nicht wiederholen. Die Alpha Aufnahmen zeigen Fortschritt, aber auch, dass noch viel Arbeit vor dem Release 2027 liegt. Ein genaues Datum gibt es noch nicht. Hinzu kommen die anstehenden Entlassungen in der Xbox Sparte, die im Juli erwartet werden. Ob Undead Labs davon betroffen sein wird, ist offen – aber Unsicherheit im Mutterkonzern ist selten ein Katalysator für bessere Releases.
Wir haben den ersten Alpha Playtest im Mai bereits dokumentiert und den langen Weg mit sechs Jahren Wartezeit zum Xbox Showcase nachgezeichnet. State of Decay 3 hat das Potenzial, der beste Teil der Serie zu werden – wenn Undead Labs aus der Vergangenheit gelernt hat.
Auf den Pixel gefühlt…
Kurz, präzise, unbestechlich
