Sports Interactive hat den ersten Gameplay Deep Dive zu Football Manager 27 veröffentlicht. Das Video zeigt, wie das Studio die Benutzeroberfläche umbaut: sechs Navigationsbereiche, adaptives Layout, Vollbild-Erfahrungen statt Fenster-Chaos. Football Manager 27 soll die UI-Kritik am Vorgänger nicht nur beantworten, sondern strukturell auflösen. Der Deep Dive ist der Auftakt einer geplanten Serie, die bis zum November-Release regelmäßig neue Einblicke liefern will. Ein genaues Datum, die Plattformen und Vorbestellungen stehen allerdings noch aus.
Sechs Bereiche, weniger Klicks
Die primäre Navigationsleiste heißt jetzt Portal, Squad, Tactics, Recruitment, Training und Club. Jeder Bereich führt direkt zu seinem Ziel – Squad öffnet den Kader, Tactics die Taktik. Die Kacheln, in FM26 noch primäres Navigationsmittel, werden zum reinen Informationsträger degradiert. Wer früher durch Menüebenen klickte, landet heute direkt im Kontext.
Dazu kommen Vollbild-Erfahrungen: Scout-Berichte erscheinen in der Nachricht selbst, mehrere Transfer-Angebote für denselben Spieler werden gruppiert. Das adaptive Layout erkennt die Monitorauflösung und skaliert für Ultrawide, HD und 4K. Tooltips liefern mehr Kontext, die Input-Latenz wurde reduziert. SI verspricht, dass die Änderungen auf Community-Feedback und internen Reviews basieren.
Die Narbe von FM26
Football Manager 26 war kein schlechtes Spiel – aber seine Oberfläche war ein Streitpunkt. Die neue UI von FM26 sollte die Suche schlauer und Saves nahtloser machen. Die Taktik-Revolution von FM26 mit getrennten Formationen und neuen Rollen war ein echtes Highlight. Doch die Navigation blieb ein Nadelöhr, das viele Spieler nicht vergessen haben.
SI hat darauf reagiert: Chris Groves wurde als neuer Community-Manager eingesetzt, im September ging ein offizieller Discord-Server live. Der Studio-Direktor Miles Jacobson hat den Kurswechsel intern vorangetrieben. Die Deep-Dive-Reihe ist Teil einer Strategie, die Vertrauen zurückgewinnen soll – nicht durch Ankündigungen, sondern durch funktionierende Screens.
Zweiter Anlauf auf der Unity-Engine
Der Umstieg auf die Unity-Engine war ein Kraftakt. Football Manager 25 wurde nach mehreren Verschiebungen eingestellt, FM26 debütierte als erste Version auf dem neuen Fundament. Die UI-Probleme waren auch ein Kind dieser Umstellung. FM27 ist die zweite Generation – und damit der Moment, in dem sich zeigt, ob das Studio die Engine beherrscht oder weiter gegen sie arbeitet.
Die Reduzierung der Input-Latenz, die adaptiven Layouts, die Vollbild-Erfahrungen: Das sind keine kosmetischen Änderungen. Es sind technische Antworten auf eine Architektur, die in der ersten Generation an ihre Grenzen stieß. Ob die zweite Generation reif genug ist, wird sich im November zeigen – nicht in einem Trailer.
Ein offener November
Der Release steht für November 2026 fest. Plattformen, Vorbestellungen und der genaue Termin fehlen weiterhin. Das ist kein Versehen: SI hat sich bewusst entschieden, erst Gameplay zu zeigen und dann nach Geld zu fragen. Die Konkurrenz schläft nicht – SEGA hat mit einem kostenlosen Konkurrenten bereits vorgelegt, und auch eFootball baut sein Ökosystem aus.
Football Manager 27 muss liefern. Nicht nur ein saubereres Menü, sondern den Beweis, dass SI die Kurve bekommt. Die zweite Unity-Generation ist die letzte Ausrede, die das Studio noch hat.
