Stig Asmussen, der Mann hinter Star Wars Jedi: Fallen Order und Survivor, hat einen herben Rückschlag einstecken müssen. Das Dungeons & Dragons Spiel seines 2024 gegründeten Studios Giant Skull wurde von Hasbro und Wizards of the Coast eingestellt. Der Publishing Deal ist geplatzt, die Zusammenarbeit beendet. Wo ein Projekt mit einem der angesehensten Entwickler der Branche scheitert, fühlt sich das an wie ein Alarmzeichen – nicht nur für Giant Skull, sondern für Wizards of the Coast insgesamt.
Vom Jedi-Ritter zur Würfelhölle: Was genau war geplant?
Gegründet von einem God of War 3 und Star Wars Jedi-Veteranen, hatte Giant Skull nichts Geringeres vor, als D&D für ein neues Publikum zu öffnen. John Hight, Präsident von Wizards of the Coast, beschrieb die Vision gegenüber Bloomberg so: „Das Spiel sollte D&D-Spieler ansprechen, weil es ihre Fantasie beflügelt, aber auch Leute, die Actionspiele lieben – die Jedi-Spiele, God of War.“ Es sollte kein neues Baldur’s Gate werden, wie Hight betonte – sondern ein actiongeladenes D&D Erlebnis mit anderen Schwerpunkten.
Asmussen selbst hatte angekündigt, dass das Projekt Animationen bieten würde, die selbst Star Wars Jedi: Survivor in den Schatten stellen sollte. Eine mutige Ansage – die jetzt eine leere Versprechung bleibt. Umso bitterer, dass daraus nun nichts wird.
Der dritte D&D Flop in drei Jahren: Ein Muster wird sichtbar
Das ist kein Einzelfall, sondern ein besorgniserregendes Muster. Bereits 2023 strich Hasbro das D&D MMO von Archetype Entertainment, das von Star Wars Autor Drew Karpyshyn geführt wurde. Ein weiteres experimentelles D&D Projekt verschwand lautlos von der Bildfläche. Jetzt trifft es Giant Skull. Drei Projekte, drei Absagen, drei hochkarätige Teams – das spricht nicht für Pech, sondern für strukturelle Probleme bei der D&D-Spielestrategie von Wizards of the Coast.
Der finanzielle Druck auf Hasbro ist enorm. Die Verkaufszahlen von Magic: The Gathering schwächeln, der umstrittene Vorstoß in den digitalen Token-Marktplatz war ein Flop, und die Spieleabteilung muss immer härter um Budgets kämpfen. Dass ausgerechnet ein Projekt mit einem Stig Asmussen – einem Mann, der kommerziell und kritisch erfolgreiche Spiele abgeliefert hat – auf der Strecke bleibt, zeigt, wie tief der Rotstift mittlerweile ansetzt.
Was passiert jetzt mit Giant Skull?
Asmussen selbst gibt sich kämpferisch: „Die Dinge laufen gut bei Giant Skull“, ließ er ausrichten. Das klingt optimistisch, aber die Realität ist hart: Ein junges Studio ohne veröffentlichtes Spiel, das gerade seinen ersten und einzigen Deal verloren hat, steht vor einer ungewissen Zukunft. Immerhin besteht das Team aus Veteranen von Riot Games, Rocksteady und Epic Games – genug Erfahrung, um neue Partner zu finden.
Die Frage ist nur: Wer springt in die Bresche? Sony? Microsoft? Ein chinesischer Publisher? Asmussens Track Record spricht für ihn, aber der Markt für AAA-Actionspiele ist gnadenlos. Und nachdem Baldur’s Gate 3 mit über 15 Millionen verkauften Einheiten neue Maßstäbe für D&D Spiele gesetzt hat, zögern viele Publisher, in dieses Minenfeld einzusteigen.