Crimson Desert hat trotz gemischter Kritiken bereits Millionen Spieler in seine Welt gezogen – und Pearl Abyss schaut nach vorne. Doch CEO Heo Jin-young hat in einer Aktionärsversammlung überraschend offene Worte gefunden, die die Diskussion um das Spiel neu entfachen dürften. Wer gedacht hat, das Studio würde Kritik an der Geschichte abbügeln, wird überrascht sein, was Heo tatsächlich zu sagen hatte.
Der CEO gibt zu: Die Story hätte besser sein müssen
In einem Frage-und-Antwort-Format mit Aktionären wurde Heo Jin-young direkt auf die als mangelhaft empfundene Handlung von Crimson Desert angesprochen. Seine Antwort war bemerkenswert unumwunden: Die Enttäuschung über die fehlende erzählerische Tiefe spüre das Entwicklerteam genauso stark wie die Spielerschaft. Dass man sie nicht verbessern konnte, sei auf eigene Unzulänglichkeiten zurückzuführen – keine Ausflüchte, keine Schuldzuweisungen. Das Team habe sich auf die spielerischen Stärken konzentriert, die es gut beherrscht, und wolle die Geschichte im nächsten Projekt besser ausarbeiten.
Diese Aussage ist kein leeres Lippenbekenntnis. Sie verleiht den anonymen Berichten über eine turbulente Entwicklungsphase – mit internen Machtkämpfen und einem fragmentierten Designprozess – eine gewisse Glaubwürdigkeit, ohne sie direkt zu bestätigen. Das Studio weiß, was schiefgelaufen ist, und scheint gewillt, Konsequenzen zu ziehen.
DLC: Kein klares Bekenntnis, aber auch kein Nein
Auf die Frage nach zukünftigem DLC hielt sich Heo bedeckt, ohne die Tür zuzuschlagen. Das Konzept des Studios rund um Zusatzinhalte ziele darauf ab, eine Umgebung zu schaffen, in der Spieler das Spiel länger genießen können – und man wolle liefern, was die Community wünscht, so schnell wie möglich. Gleichzeitig stehe die Erweiterung der Basisspielverkäufe derzeit an erster Stelle, bevor größere Entscheidungen über DLC getroffen werden. Heo zeigte sich zufrieden mit dem bisherigen Erfolg und deutete an, bald die Marke von fünf Millionen verkauften Exemplaren bekanntgeben zu können – ein Zeichen dafür, dass Crimson Desert trotz aller Kontroversen kommerziell funktioniert.
Die zuletzt veröffentlichten Patches – mit privater Lagerbox, weiteren Schnellreisepunkten und abgeschwächten Gegnern – zeigen, dass Pearl Abyss den Dialog mit der Community bereits aktiv sucht und auf Feedback reagiert. Ob dieser Kurs zu vollwertigem DLC führt, wird die Zeit zeigen.
Multiplayer: Hardware stößt an Grenzen
Vielleicht der interessanteste Teil des Aktionärsgesprächs: Das Team hat laut Heo intern tatsächlich versucht, Mehrspielerfunktionen zu implementieren – ist dabei aber an die Grenzen der aktuellen Hardwaregeneration gestoßen. Die grafischen Kompromisse, die dafür notwendig gewesen wären, seien zu gravierend. Pearl Abyss hat die Idee damit nicht endgültig begraben, sondern vorerst auf Eis gelegt. Angesichts der bereits bestehenden Mechanik, bei der Damiane und Oongka als Begleiter hinzugerufen werden können, wäre ein echter Koop-Modus in einer zukünftigen Version oder einem Folgetitel keine abwegige Vorstellung.


