100 – so viele Begleiter könnt ihr ab sofort in Crimson Desert registrieren. Herbeirufen dürft ihr im Lager zwar weiterhin nur 50 – aber wer ein Faible für virtuelle Zoos hat, für den ist Update 1.11.00 pures Gold. Und Pearl Abyss wäre nicht Pearl Abyss, wenn sie nicht gleich noch zwei andere Dauerbrenner der Community angehen würden: verschwundene Rare-Ausrüstung und ein Flipper-Minispiel, das bisher eher zur Aggressionsbewältigung taugte als zur Entspannung.
Das Begleiter-System wächst – und wächst
Die zentrale Neuerung in den vollständigen Patch Notes auf Steam liest sich unspektakulär, ist aber für Langzeitsammler ein echter Meilenstein: Neue Herausforderungen schalten zusätzliche Registrierungs-Slots für Begleiter frei, das Maximum steigt auf 100. Im Lager selbst bleibt die Obergrenze für gleichzeitig herbeigerufene Begleiter bei 50 – eine technisch nachvollziehbare Grenze, die auf der BlackSpace Engine und den Konsolen-Fassungen gleichermaßen stabil laufen muss.
Dazu gibt es eine Reihe von Komfortverbesserungen, die Veteranen mit einem erleichterten Nicken quittieren werden. Baby-Wyvern bekommen ein eigenes Kartensymbol – wer schon mal eine Viertelstunde damit verbracht hat, ein Junges in der Landschaft zu suchen, weiß, was das wert ist. Die Namen von Begleitern bleiben jetzt auch nach dem Wachstum erhalten, und Wyvern erscheinen nicht länger in einem Zustand, in dem sie sich nicht reiten lassen.
Verlorene Rare-Ausrüstung ist jetzt kein Weltuntergang mehr
Das Feature, das vermutlich die meisten stillen Dankesgebete auslösen wird, betrifft die Händler. Ab sofort sammeln Shopkeeper seltene Ausrüstung, die Spieler verloren oder zerstört haben, und bieten sie zum Rückkauf an. Die Items tauchen innerhalb von sieben Tagen nach dem Verlust im Sortiment auf – allerdings zu einem höheren Preis als ihrem ursprünglichen Wert.
Das ist ein klassisches Sicherheitsnetz, wie man es aus MMOs kennt, und es passt zu Pearl Abyss‘ Philosophie, die Grenzen zwischen Singleplayer-Titel und Live-Service zunehmend zu verwischen. Wer die Grundlagen des Handelssystems in Crimson Desert bereits verinnerlicht hat, wird diesen Auffangmechanismus sofort zu schätzen wissen. Die Patch Notes spezifizieren, dass es sich um Rare-Ausrüstung aus Schatztruhen, Quests und anderen Quellen handelt – nicht um gewöhnliche Drops. Wer also denkt, er könne jetzt seinen gesamten verlorenen Krempel zurückkaufen, wird enttäuscht. Aber für die Stücke, bei denen es wirklich wehtut, ist das System Gold wert.
Der Flipper ist jetzt eher Flipper und weniger Folter
Dass Pearl Abyss einem Minispiel einen eigenen Patch-Abschnitt widmet, spricht Bände über den Zustand, in dem es sich befand. Die Flipper-Anpassungen lesen sich wie das Eingeständnis eines Entwicklerteams, das beim internen Testen selbst die Contenance verloren hat: Der Ball bewegt sich jetzt „etwas schwerer“, durchdringt seltener Wände, bleibt nicht mehr in der oberen linken Ecke stecken, und die Abschussmechanik aus dem Portal wurde in Kraft und Winkel überarbeitet.
Diese Fixes sind kein Balance-Patch – sie sind eine Generalüberholung eines Systems, das offenbar nie richtig funktioniert hat. Zusammen mit der neuen Belegbarkeit der Controller-Tasten für Inventar, Karte, Fähigkeiten, Journal und Fotomodus zeigt sich hier ein Studio, das seinen Spielern zuhört. Dass die harschen Nutzungsbeschränkungen für Drachen als Reittiere weiterhin ein Thema sind, steht auf einem anderen Blatt – aber Update 1.11.00 liefert zumindest einen Fix, der Wyvern im nicht-reitbaren Zustand nicht länger herbeiruft.
Sechs Millionen und kein Ende in Sicht
Crimson Desert hat seit dem Release im März sechs Millionen Exemplare verkauft. Das hat Pearl Abyss Anfang dieser Woche bekannt gegeben – und die Zahl erklärt, warum das Studio diesen Update-Rhythmus durchhält. Pearl Abyss hat bereits klargestellt, dass Crimson Desert so lange Gratis-Updates bekommt, wie die Community danach verlangt. Gleichzeitig arbeitet das Team an der Überarbeitung der Story-Erzählung und an anspruchsvolleren Kampfinhalten. Die Gratis-Updates sind kein Altruismus – sie sind eine kalkulierte Strategie, um die Spielerbasis warmzuhalten, während die größeren Baustellen angegangen werden.
Der Patch ist ab sofort verfügbar. Wer mehr Details will, findet auf der offiziellen Ankündigungsseite von Crimson Desert die komplette Übersicht.
Die Patch Notes enthalten darüber hinaus die übliche Mischung aus Lokalisierungs-Fixes, UI-Verbesserungen und Kampf-Anpassungen – darunter ein Fix für den Bug, der auf dem Schwierigkeitsgrad „Schwer“ zwei Nahrungsitems statt einem verbraucht hat. Es sind diese kleinen Dinge, die zeigen, dass Pearl Abyss tatsächlich die Bug-Reports liest.


