Dead Astronauts, ein schwedisches Studio aus Malmö, hat sich auf dem Summer Game Fest mit einem ersten Trailer zu HAEX offiziell vorgestellt. Das Debüt der 2024 gegründeten Entwicklerschmiede kombiniert einen First Person Shooter, bei dem das Überleben im Vordergrund steht, mit Koop für bis zu vier Spieler und verfrachtet das Ganze in eine subarktische Region, die von einer mysteriösen Anomalie und außerirdischen Kreaturen heimgesucht wird. Die Aussprache des Namens hält übrigens eine kleine Überraschung parat: HAEX wird wie „Hex“ ausgesprochen.
Körpertemperatur, Koop und eine aus dem Ruder gelaufene Expedition
Die Prämisse ist klassisch, aber solide: Eine Forschungsexpedition verschwindet in den subarktischen Nordregionen, nachdem eine unerklärliche Anomalie auftaucht. Die Spieler überleben einen Helikopterabsturz, wachen in einer fremdartigen Umgebung auf und müssen nicht nur herausfinden, was mit ihren Kollegen passiert ist, sondern auch, was die Anomalie überhaupt ausgelöst hat. Das Spiel funktioniert sowohl allein als auch mit bis zu drei weiteren Spielern im Koop, wobei der Fortschritt zwischen Sessions gemeinsam geteilt wird.
Dead Astronauts setzt dabei stärker auf Simulations-Elemente, als der erste Trailer vermuten lässt. Die Spielfigur muss Körpertemperatur, Hunger und Durst managen – dazu kommt eine akute Ressourcenknappheit. Die Vorbereitung der Ausrüstung vor dem Ausrücken soll entscheidend darüber bestimmen, wie gut man gegen die Bedrohungen bestehen kann. An Gegnern gibt es nicht nur außerirdische Kreaturen, sondern auch seltsame Maschinen, die aus dem Nebel auftauchen – alles eingebettet in eine Open World, die laut offizieller Beschreibung prozedural generiert wird. Auf dem Papier eine dichte Atmosphäre, die an einen Mix aus Road to Vostok und Once Human erinnert, ohne sich aber durch ein einzelnes, markantes Alleinstellungsmerkmal abzuheben.
Ein Studio mit Starbesetzung, aber ohne Bewährungsprobe
Das interessanteste Detail steckt nicht im Trailer, sondern in der Vita des Entwicklers: Dead Astronauts wurde 2024 von vier Branchenveteranen gegründet – Tobias Nyman, Erik Morin, Robert Moschos und Thomas Tedemalm – die zuvor bei Massive Entertainment, Ubisoft und Epic Games an Titeln wie The Division, Far Cry und Fortnite mitgearbeitet haben. Im Februar 2025 sammelte das Studio eine Seed-Finanzierung von 4 Millionen Euro ein, angeführt vom schwedischen VC Behold Ventures.
Dass das Team Shooter-Erfahrung von Weltrang mitbringt, ist schwer zu bestreiten. Trotzdem bleibt HAEX ein Projekt mit beachtlicher Fallhöhe: Vier Millionen Euro Seed sind für ein prozedural generiertes Open World Spiel mit dynamischen Systemen, Koop-Infrastruktur und aufwendiger Gegner-KI kein üppiges Budget. Hinzu kommt ein Release-Fenster, das erst im Laufe des Jahres 2027 als Early Access auf Steam und im Epic Games Store vorgesehen ist – bei einer Ankündigung Mitte 2026 also noch mindestens ein Jahr Entwicklungszeit. Der Survival-Markt wird bis dahin nicht gerade leerer: Lost Rift und Windrose haben bereits vorgemacht, wie schnell ein gut gemachter Survival-Titel im Early Access durchstarten kann – und wie gnadenlos der Markt alles ignoriert, was nicht sofort abliefert.
Die Frage an euch in der Runde: Reicht euch das Portfolio aus The Division und Fortnite, um einem neuen Studio Blindvertrauen zu schenken, oder wartet ihr bei Survival-Titeln grundsätzlich erstmal ab, ob der Early Access hält, was der Trailer verspricht?
