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Games

Holzraketen im Orbit – Besieges neue Erweiterung startet am 22. Juni durch

The Broken Beyond schickt Besieges Kriegsmaschinen am 22. Juni ins All – mit Orbitalphysik, Treibstoffmanagement und 13 neuen Bauteilen. Lediglich die technische Stabilität der ehrgeizigen Physiksimulation bleibt die große Unbekannte.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
06.06.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Spiderling Studios hat den finalen Termin für die zweite große Erweiterung seines physikbasierten Bausimulators Besiege festgezurrt: Am 22. Juni um 14 Uhr Pazifikzeit – für europäische Spieler also am späten Abend – startet The Broken Beyond auf Steam. Nachdem das Studio die Erweiterung bereits im Februar offiziell vorgestellt und ein ungefähres Startfenster im zweiten Quartal 2026 in Aussicht gestellt hatte, herrscht nun Gewissheit. Die mittelalterlichen Belagerungsmaschinen tauschen Holz und Pferdewagen gegen Raketentreibstoff und Orbitalbahnen – ein Sprung, der Besieges Sandkasten endgültig in drei Dimensionen entfesselt.

Das steckt im Artikel
  • Vom Mittelalter direkt in den Orbit – der 22. Juni steht
  • Treibstoff, Trägheit und Planetenatmosphären – was die neue Physik bringt
  • Die leise Sorge vor technischen Kinderkrankheiten
  • Mehrspieler im All und eine Community, die jedes Limit sprengt
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Vom Mittelalter direkt in den Orbit – der 22. Juni steht

Besiege gehört zu den stillen Indie-Dauerläufern auf Steam. Was 2015 als schrullige Early Access Spielerei begann, hat sich über ein Jahrzehnt zu einem der beliebtesten Physik-Baukästen des Marktes entwickelt. Mehr als 50.000 Nutzerbewertungen auf der Steam-Seite des Hauptspiels sprechen mit über 95 Prozent Zustimmung eine deutliche Sprache. Die Besiege-Formel klingt simpel: Baue absurde Kriegsmaschinen aus Holz, Seilen, Kanonen und später auch Logikbausteinen – und zerstöre damit Dörfer, Armeen und Burgen. Was simpel klingt, entfaltet durch die gnadenlose Physikengine eine Tiefe, die Spieler seit Jahren zu immer neuen Konstruktionen treibt.

Mit The Broken Beyond verlässt Spiderling Studios nun endgültig den mittelalterlichen Boden. In der Erweiterung kämpfst du dich durch eine komplett neue Kampagne mit Weltraumthematik, reist zwischen Planeten und triffst auf außerirdische Gegner. Projektleiter Daniel Schmidt hatte im Februar die ungewöhnliche Designrichtung so beschrieben: „Es gibt viele großartige Weltraumspiele auf dem Markt, aber wir wollten etwas anderes schaffen. Da Besiege ursprünglich ein mittelalterliches Bauspiel war, fanden wir es spannend, diese Ästhetik ins All zu übertragen.“ Das Ergebnis erinnert an eine Mischung aus Da Vinci, Jules Verne und Space-Orks – Holzschiffe mit Raketenantrieb, festgezurrt mit Seilen und Schrauben.

Treibstoff, Trägheit und Planetenatmosphären – was die neue Physik bringt

Der technische Kern der Erweiterung ist ehrgeizig: The Broken Beyond simuliert echte Gravitationsfelder aller großen Himmelskörper in den Levels. Anders als im Basisspiel, wo Schwerkraft stets linear nach unten zieht, musst du dich jetzt mit Orbitalbahnen um mehrere Himmelskörper gleichzeitig auseinandersetzen. Die Entwickler versprechen eine „echte newtonsche Simulation“, was in einer Unity-Engine mit Dutzenden gleichzeitig berechneten Objekten durchaus Ambition beweist.

Hinzu kommt ein völlig neues Treibstoffsystem – und damit zum ersten Mal in der Besiege-Geschichte eine Form von Ressourcenverwaltung. Du musst die Masse deiner Maschine gegen den Treibstoffvorrat abwägen: Zu wenig Sprit, und die Booster versagen auf halber Strecke. Zu viel Treibstoff, und das Gefährt hebt nie vom Planetenboden ab. Diese Balance erinnert entfernt an Kerbal Space Program, wenngleich Besiege mit seiner absurden Holz-und-Schrauben-Ästhetik einen völlig anderen Ton anschlägt.

Anders als im luftleeren Raum des Orbits verhalten sich Flügel, Propeller und Fallschirme in einer Atmosphäre nach aerodynamischen Prinzipien. Ein zu steiler Eintrittswinkel lässt deine Maschine verglühen – die Entwickler sprechen von atmosphärischer Reibung als aktivem Spielelement. 13 neue Bauteile, darunter Steuerdüsen, Gitterflossen, Treibstofffässer und eine Treibstoffanzeige, erweitern den Baukasten gezielt um Raumfahrtmodule.

Die leise Sorge vor technischen Kinderkrankheiten

Die Frage nach der technischen Stabilität drängt sich bei einem Projekt dieser physikalischen Komplexität auf. Besieges Engine – nach wie vor Unity – muss künftig nicht nur Dutzende Einzelteile pro Maschine berechnen, sondern auch Gravitationsfelder, atmosphärische Reibung und Orbitaldynamik simultan verarbeiten. Das Basisspiel kämpfte in der Vergangenheit bei besonders komplexen Konstruktionen bereits mit spürbaren Framerate-Einbrüchen. Projektleiter Schmidt räumte im Februar selbstkritisch ein: „Bei Spiderling beißen wir manchmal mehr ab, als wir kauen können.“ Ob die Engine diesen Sprung ins All ohne nennenswerte Einbußen schafft, wird der 22. Juni zeigen. Ein Update zum Verkaufsstart erscheint bei Physikspielen dieser Größenordnung fast unvermeidlich.

Mehrspieler im All und eine Community, die jedes Limit sprengt

Der Mehrspielermodus von Besiege – in dem Spieler ihre Maschinen gegeneinander antreten lassen oder gemeinsam Burgen zerstören – wird in The Broken Beyond um intergalaktische Arenen erweitert. Der integrierte Leveleditor erlaubt es, eigene Weltraum-Schlachtfelder zu bauen und mit Freunden zu teilen. Die Kombination aus Schwerelosigkeit, Orbitalmechanik und den neuen Waffen wie dem Blaster könnte das taktische Gefüge komplett umkrempeln: Waren Bodenkämpfe im Basisspiel oft von schwerfälligen Panzern dominiert, könnten im Orbit wendige Raumjäger das Meta bestimmen – sofern die Physik mitspielt.

Besieges größte Stärke war immer seine Community. Seit über zehn Jahren produzieren Spieler absurd-kreative Maschinen, dokumentieren Turniere im BattleBots-Stil und teilen Baupläne über den Steam Workshop. Die neue Freiheit der dreidimensionalen Navigation im Weltraum dürfte diese Kreativität auf ein völlig neues Niveau heben – vorausgesetzt, Spiderling Studios liefert eine stabile Grundlage.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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