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Intel: Wallpaper
Hardware

Intel kopiert AMDs X3D-Formel – und packt gleich 108 MB Cache drauf

Intel plant zwei Mittelklasse-CPUs mit 108 Megabyte Cache als direkte Antwort auf AMDs X3D-Dominanz. Der Nova-Lake-Leak zeigt die richtige Richtung – aber 2027 ist spät, und AMD hat bis dahin Zen 6 am Start.

Christian Schmidinger
von Christian Schmidinger
07.07.26
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Lesezeit: 4 Min.
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Seit dem Ryzen 7 5800X3D im Jahr 2022 guckt Intel in Gaming-Benchmarks regelmäßig in die Röhre. AMDs gestapelter 3D-V-Cache hat aus soliden Mittelklasse-CPUs plötzlich Gaming-Monster gemacht, während Intel mit immer höheren Taktraten und immer absurderen Power-Limits dagegenhielt – und trotzdem verlor. Vier Jahre später sieht es nicht besser aus: Arrow Lake blieb im Gaming hinter Raptor Lake zurück und verlor gegen Ryzen 9000X3D auf ganzer Linie. Jetzt taucht ein Leak auf, der zeigt: Intel hat verstanden, dass Takt allein nicht reicht. Die Antwort heißt bLLC – Big Last Level Cache. Und sie kommt mit 108 Megabyte.

Das steckt im Artikel
  • Vier Jahre X3D-Dominanz und kein Plan B
  • 108 MB Cache, 22 Kerne – was der Leak wirklich verrät
  • Single-Die, 125 Watt, kein High-End – Intels seltsame Prioritäten
  • 2027 ist weit weg – und AMDs Zen 6 schläft nicht

Vier Jahre X3D-Dominanz und kein Plan B

Am Anfang war es nur ein Experiment. AMD hatte 3D-V-Cache für Server-CPUs entwickelt und testete die Technologie auf einem Ryzen 7 5800X – das Ergebnis deklassierte Intels gesamtes damaliges Lineup in Spielen. Seitdem ist das Muster eingespielt: Jede Ryzen-Generation bekommt ihre X3D-Varianten, und jede davon setzt sich im Gaming an die Spitze.

Intel reagierte auf die einzig mögliche Weise: mehr Takt, mehr Power-Limit, mehr Kerne. Der Core i9-14900KS boostete auf 6,2 GHz, zog über 300 Watt und war in Spielen trotzdem langsamer als ein Ryzen 7 7800X3D mit 5,0 GHz. Arrow Lake sollte es richten – stattdessen fiel die Gaming-Leistung sogar hinter die eigene Vorgängergeneration zurück.

3D-V-Cache ist kein Feature, das man mal eben nachbaut. Es ist eine strukturelle Überlegenheit in latenzabhängigen Workloads – und genau das hätte in Intels Ingenieursetagen spätestens 2024 klingeln müssen. Der Leak zu Nova Lake-S ist das erste handfeste Indiz, dass diese Erkenntnis jetzt in Silizium gegossen wird.

108 MB Cache, 22 Kerne – was der Leak wirklich verrät

Wie KitGuru berichtet, plant Intel zwei Mittelklasse Nova-Lake-S-CPUs mit je 108 Megabyte Cache. Der sogenannte bLLC – Big Last Level Cache – soll genau das tun, was AMDs 3D-V-Cache tut: Latenzen senken, Speicherzugriffe reduzieren, Spiele beschleunigen.

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Die Architektur dahinter ist ein Mix aus Alt und Neu: 6 Performance-Kerne (Coyote Cove), 12 Effizienz-Kerne (Arctic Wolf) und 4 Low-Power-Kerne ergeben 22 Kerne auf einem einzigen Compute-Die. Beide Varianten gehören zur Core Ultra 5 400S-Serie – also zur gehobenen Mittelklasse, nicht zu den i9- oder i7-Nachfolgern.

VideoCardz hat die komplette SKU-Tabelle des Leaks zusammengetragen und bestätigt: Das 108-MB-Modell sitzt unterhalb der Single-Tile-Varianten mit 144 MB und den Dual-Tile-Monstern mit bis zu 288 MB. Von den beiden 22-Kernern ist eine Variante als freie K-Serie mit 125 Watt TDP eingeplant, die andere als gesperrte 65-Watt-Version.

Single-Die, 125 Watt, kein High-End – Intels seltsame Prioritäten

Was an diesem Leak irritiert, ist nicht die Technik. Es ist die Platzierung. Die 108-MB-Cache-CPUs kommen als Core Ultra 5 – nicht als Ultra 7 oder Ultra 9.

Das sind Prozessoren, die gegen Ryzen 5 und Ryzen 7 antreten sollen, nicht gegen AMDs absolute Gaming-Flaggschiffe wie den 9800X3D oder einen kommenden Ryzen 9 9950X3D.

Gleichzeitig lässt der Leak durchblicken, dass die dicken Dual-Tile-Nova-Lake-Chips mit bis zu 474 Watt PL2 zwar existieren, aber erst später kommen – und selbst dann ist unklar, ob sie überhaupt bLLC mitbringen. Intels Botschaft ist widersprüchlich: Der große Cache kommt zuerst in die Mittelklasse. Oben gibt’s Kerne ohne Cache, unten Cache ohne Kerne.

Das ist keine Strategie, das ist ein Kompromiss. Und Kompromisse schmecken im CPU-Markt selten süß – vor allem nicht gegen einen Gegner, der vom Ryzen 5 7600X3D bis zum 9950X3D jede Preisklasse mit 3D-V-Cache abdeckt. Dass AMD X3D längst zur Serienausstattung gemacht hat, während Intel noch experimentiert, zeigt AMDs strukturellen Vorteil jenseits von Kernen und Takt.

2027 ist weit weg – und AMDs Zen 6 schläft nicht

Die unangenehmste Zahl im ganzen Leak ist nicht die Cache-Größe oder die TDP. Es ist das Jahr: Nova Lake-S wird frühestens 2027 erwartet.

Das bedeutet, dass Intel noch mindestens ein volles Jahr mit Arrow Lake und einem möglichen Refresh gegen AMDs Zen 5 X3D durchhalten muss – und dann gegen Zen 6.

Zen 6 wurde von AMD offiziell für 2026 bestätigt. Der Wechsel auf TSMCs N2-Node ist wahrscheinlich, Taktgerüchte gehen von über 6,5 GHz aus, und 24 vollwertige Kerne ohne Effizienz-Kompromiss stehen ebenfalls im Raum. Sollte Zen 6 auch nur annähernd halten, was die Gerüchte versprechen, tritt Nova Lake nicht gegen den aktuellen X3D-König an, sondern gegen einen Prozessor, der Intels Taktvorteil pulverisiert und den Cache-Vorteil behält.

Intel steht vor einem Wettlauf, den es so in der CPU-Geschichte selten gab: Die eigene Architektur muss nicht nur aufholen, was man seit 2022 versäumt hat – sie muss gleichzeitig einen Sprung antizipieren, den der Gegner schon in den Startlöchern hat. Dass Nova Lake im Mittelklasse-Segment ein interessantes Produkt wird, steht außer Frage. Ob es reicht, ist eine andere.

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vonChristian Schmidinger
Seit den ersten Runden BubbleBobble und DynaBlaster am Amiga, haben mich Videospiele in der einen oder anderen Form begleitet. Heute bin ich froh, dass sich seit Amiga und Nintendo Gameboy ein bisschen was getan hat und allen Unkenrufen zum Trotz ist für mich der PC noch immer die Plattform der Wahl. Das geht soweit, dass ich mir meine Rechner seit 2005 selber baue, aber auch als Problemlöser darf ich manchmal für Freunde und Kollegen zum Maschinengeist sprechen ?
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