Donkey Kong Bananza hat bewiesen, dass Nintendos legendärer Gorilla weit mehr draufhat als endlose Reihen von Fässern und Bananenplantagen. Als eines der ersten echten Zugpferde der Nintendo Switch 2 hat der Titel nicht nur Maßstäbe gesetzt, sondern offenbar auch Ideen angestoßen, die über das Spiel selbst hinausreichen. Was Produzent Kenta Motokura nun über die Zukunft des Franchises gesagt hat, lässt tief blicken – und macht Lust auf das, was noch kommen könnte.
Bananza als Blaupause für Kommendes
Im Gespräch mit einem internationalen Spielemagazin im Rahmen der Game Developers Conference 2026 äußerte sich Motokura bemerkenswert offen über die Nachwirkungen des Entwicklungsprozesses. Er zog dabei eine direkte Parallele zu einem früheren Projekt: Ähnlich wie Super Mario Odyssey seinerzeit als Ideenfundus für die Entstehung von Donkey Kong Bananza gedient habe, erwartet er, dass auch Bananza selbst als Hinweisträger für künftige Projekte fungieren werde. Konkret sagte er, bestimmte Konzepte und Entwicklungsansätze aus Bananza würden als Wegweiser für das nächste Vorhaben dienen. Das ist keine leere Floskel – es klingt nach einem bewussten, kreisläufigen Entwicklungsansatz, bei dem jede neue Errungenschaft zur Keimzelle des Nachfolgenden wird.
Frische als oberstes Gebot
Was dabei allerdings nicht auf der Strecke bleiben darf, ist das Gefühl von Neuartigkeit. Motokura machte deutlich, dass der eigentliche Maßstab bei der Entwicklung neuer Titel nicht die Kontinuität, sondern die Andersartigkeit ist. Wenn man an Super Mario Odyssey gearbeitet habe, sei es darum gegangen, Verwandlungen zu entwerfen, die bis dahin niemand von Mario gesehen hatte. Dieser Anspruch gelte unverändert. Und tatsächlich hat Donkey Kong Bananza genau das eingelöst: Niemand hatte damit gerechnet, dass DK dank des Gesangs von Pauline in tierische Hybridformen schlüpfen und sich dabei buchstäblich durch die Spielwelt fräsen würde. Die ausgedehnte Zerstörungsmechanik und die offene, sandkastenartige Struktur der Spielumgebungen heben Bananza deutlich vom üblichen Plattformer-Einerlei ab – selbst wenn man die 3D-Plattformer-Gene aus dem Hause Nintendo klar erkennt.
Zwischen Geduld und Erwartung
Wer jetzt auf eine baldige Ankündigung hofft, sollte eines nicht vergessen: Zwischen dem Start von Super Mario Odyssey und dem Erscheinen von Donkey Kong Bananza lagen ganze sieben Jahre. Beide Spiele markierten jeweils den Auftakt einer neuen Nintendo-Konsolengeneration – ein Muster, das sich durchaus fortsetzen könnte, aber nicht zwangsläufig muss. Nintendo hat auch andere Wege, die Beliebtheit des Kongs zu nutzen, und es wäre naiv anzunehmen, dass ein direkter Nachfolger bereits in der Schublade liegt. Bis dahin hält Bananza seine Spieler mit dem kostenpflichtigen Zusatzinhalt DK Island und Emerald Rush bei der Stange – einem neuen Roguelike-Modus mit zeitlich begrenzten Ereignissen, die besondere Statuen als Belohnung in Aussicht stellen. Kein Ersatz für einen Nachfolger, aber ein willkommener Grund, in die Welt des Spiels zurückzukehren.