Remedy Entertainment hat die ersten PC Systemanforderungen zu Control Resonant veröffentlicht – und der Speicherplatz macht stutzig. Statt der 42 Gigabyte, die der Vorgänger Control Ultimate Edition inklusive beider Erweiterungen belegte, verlangt der neue Titel happige 100 Gigabyte auf einer SSD. Das klingt nach deutlich mehr Umfang, wirft aber auch Fragen zur Optimierung der Northlight Engine auf, die schon bei Alan Wake 2 für intensive Diskussionen gesorgt hat.
100 Gigabyte für ein Spiel? Das steckt dahinter
Werfen wir einen Blick auf die nackten Zahlen. Remedy hat die Anforderungen in zwei Stufen gestaffelt – Minimum und Empfehlung. Mindestens verlangt das Spiel einen Intel Core i5-8500 oder vergleichbare AMD CPU, 16 Gigabyte RAM und eine GeForce GTX 1070 oder Radeon RX 5600 XT. Die empfohlenen Specs sehen einen Ryzen 7 3700X (oder Intel-Äquivalent) vor, bei gleichem Arbeitsspeicher, dazu eine RTX 3070 oder RX 6700 XT. Einzige Konstante: Beide Stufen setzen zwingend eine SSD und Windows 10 oder 11 (jeweils 64 Bit) voraus.
Der auffälligste Wert ist der Speicherplatz. 100 Gigabyte – das liegt sogar über Alan Wake 2, das bei Release mit 90 Gigabyte SSD auskam und ebenfalls auf der hauseigenen Northlight Engine läuft. Wer Control Ultimate Edition noch auf der Platte hat, muss sich also auf massive Zubauten einstellen. Das Studio selbst bezeichnet Control Resonant als sein „größtes und ambitioniertestes Spiel“ – allein die Dateigröße untermauert diese Aussage.
Die Specs im Überblick:
| Komponente | Mindestanforderungen | Empfohlene Hardware |
|---|---|---|
| Betriebssystem | Windows 10 / 11 (64-Bit) | Windows 10 / 11 (64-Bit) |
| Prozessor (CPU) | Intel Core i5-8500 / AMD Äquivalent | AMD Ryzen 7 3700X / Intel Äquivalent |
| Arbeitsspeicher (RAM) | 16 Gigabyte | 16 Gigabyte |
| Grafikkarte (GPU) | Nvidia GeForce GTX 1070 / AMD Radeon RX 5600 XT | Nvidia GeForce RTX 3070 / AMD Radeon RX 6700 XT |
| Speicherplatz | 100 Gigabyte auf SSD | 100 Gigabyte auf SSD |
Was in der Liste fehlt: konkrete Angaben zu Auflösung, Bildrate oder Grafikvoreinstellungen. Remedy spricht selbst von „initialen“ Anforderungen und kündigt für die kommenden Wochen detailliertere Spezifikationen an. Das ist ein bekanntes Muster: Oft fallen die finalen Anforderungen höher aus, wenn Raytracing oder höhere Detailstufen ins Spiel kommen.
Was die Northlight Engine mit deiner Hardware macht
Hier wird es technisch interessant. Remedy hat bereits bestätigt, dass Control Resonant auf Path Tracing und DLSS 4.5 setzt – die Path Tracing Grafikpracht von Control Resonant haben wir uns bereits im Trailer angesehen. Wer schon einmal Path Tracing in Cyberpunk 2077 oder Alan Wake 2 aktiviert hat, weiß: Diese Technik frisst selbst High-End Hardware bei lebendigem Leib auf. Eine RTX 3070 auf der empfohlenen Liste klingt für klassisches Rasterizing solide – für Path Tracing bei höheren Auflösungen wird sie vermutlich nicht reichen.
Die langjährigen Begleiter der Northlight Engine sind zudem bekannte Performance-Macken. Sowohl Quantum Break als auch Control und Alan Wake 2 litten unter Mikrorucklern und Framepacing-Problemen, die speziell bei der Maussteuerung auffielen. Die Community diskutiert seit Jahren über diesen „Northlight Mouse Stutter“. Remedy hat bei Alan Wake 2 nachgebessert, ganz verschwunden ist das Problem aber nie. Bleibt zu hoffen, dass die Entwickler den Multi-Millionen-Dollar-Titel sauberer ausliefern als die Vorgänger – zumal das Studio auf allen Plattformen 60 Bilder pro Sekunde verspricht. Dass dies technisch machbar ist, zeigt der Bericht zur Alpha-Phase und die 60 FPS Pläne von Remedy.
Remedys schwieriger Balanceakt zwischen Ambition und Realität
Control Resonant erscheint am 24. September 2026 für PS5, Xbox Series X/S und PC – das ist der Termin, den Remedy auf der jüngsten State of Play Veranstaltung von Sony bestätigt hat. Das Spiel wird der direkte Nachfolger zu Control aus dem Jahr 2019 und spielt sieben Jahre später. Statt Jesse Faden übernimmt diesmal Dylan Faden die Hauptrolle – Dylan Faden als völlig neuer Protagonist verspricht einen frischen erzählerischen Ansatz. Schauplatz ist eine verzerrte Version von Manhattan, in der übernatürliche Kräfte und Realitätsbrüche an der Tagesordnung sind.
Doch das Studio steht unter Druck. Firebreak, Remedys letzter großer Titel, verfehlte die kommerziellen Erwartungen deutlich, was zum Rücktritt des damaligen CEO Tero Virtala führte. Seit März 2023 sitzt Jean-Charles Gaudechon, ehemaliger EA-Manager, am Ruder und hat bereits mit bemerkenswerter Offenheit über Verkaufszahlen für Schlagzeilen gesorgt. Control Resonant muss liefern – finanziell und qualitativ. Mit einem Preis von 59,99 Euro für die Standard Edition liegt der Titel auf dem Niveau anderer AAA-Produktionen.
Das Spiel ist zudem Teil des Remedy Connected Universe, das Control, Alan Wake und Quantum Break lose miteinander verbindet. Wer sich für die übergreifende Lore interessiert, findet in unserem Report zum verflochtenen Universum von Remedy eine ausführliche Analyse der Zusammenhänge.
Was die Specs wirklich bedeuten
Die veröffentlichten Systemanforderungen sind eine solide Momentaufnahme – aber eben nur eine vorläufige. Positiv: Eine GTX 1070 und 16 Gigabyte RAM sind für ein 2026er Spiel moderate Hürden. Negativ: Wer Path Tracing ausreizen will, muss vermutlich deutlich tiefer in die Tasche greifen. Der Speicherplatz von 100 Gigabyte ist eine Ansage – und ein Indiz dafür, dass Remedy nicht auf aggressive Kompression setzt, sondern auf möglichst hochauflösende Texturen und Assets.
Die finale Bewertung steht aus. Remedy kündigt an, die finalen Spezifikationen sowie detailliertere Performance-Angaben in den kommenden Wochen nachzureichen. Bis dahin gilt: Wer mit einer RTX 3070 und einer SSD spielt, liegt auf der sicheren Seite. Wer auf Nummer sicher gehen will, wartet auf die finalen Anforderungen und die ersten Benchmarks – denn die Geschichte der Northlight Engine lehrt uns, dass Vorab-Specs und Release-Performance zwei verschiedene Paar Schuhe sein können.