Der September wird für Remedy zum Stresstest. Control Resonant erscheint am 24. September auf PS5, Xbox Series X|S und PC – und kollidiert damit direkt mit Silent Hill: Townfall, das am exakt selben Tag startet. Kommunikationsdirektor Thomas Puha nennt das Release-Fenster gegenüber IGN „herausfordernd“ – und kündigt gleichzeitig die größte Marketingoffensive der Studio-Geschichte an. Ein Statement, das in seiner Ehrlichkeit auffällt und zeigt: Remedy weiß, worauf es sich einlässt.
September 2026 – einer der brutalsten Release-Monate der Generation
Weite Teile der Industrie weichen dem GTA 6 Start im November aus und drängen ihre Titel in den September – mit verheerender Verdichtung. Neben Silent Hill: Townfall (24. September) und Onimusha: Way of the Sword (25. September) kämpfen Marvel’s Wolverine, The Blood of Dawnwalker und Warhammer 40,000: Dawn of War 4 um Aufmerksamkeit. Ein Umfeld, in dem selbst ein etablierter Name wie Control Resonant untergehen kann – wenn die Sichtbarkeit nicht stimmt.
Remedy hat das früh erkannt. Schon bei der Ankündigung von Control Resonant war klar, dass das Spiel in ein enges Release-Fenster rutscht. Dass das Studio nun nachlegt, ist konsequent.
Die größte Marketingkampagne der Remedy-Geschichte
„Wir geben Control Resonant die mit Abstand größte Marketingkampagne von Remedy“, sagt Puha im IGN-Interview. Das ist kein PR-Gebrabbel – der Track Record untermauert den Schritt. Mit dem neuen CEO Jean-Charles Gaudechon hat Remedy einen Mann aus der Publishing-Schule von EA geholt, der genau für diese Hebelwirkung sitzt.
Zusätzlich setzt Remedy auf einen aggressiven Preispunkt: 59,99 Euro – zehn Euro unter dem üblichen AAA-Niveau. Die Hoffnung: Spieler, die zwischen zwei September-Blocks zu entscheiden haben, greifen zum günstigeren Ticket.
„Das Release-Fenster ist herausfordernd, das bestreite ich nicht“, räumt Puha ein. „Aber es wird immer Konkurrenz geben. Letztlich müssen wir auf die Qualität unseres Spiels vertrauen.“
Was die Kampagne über Remedys Lage verrät
Das Ausmaß der Marketingoffensive ist auch ein Zeichen von Druck. FBC: Firebreak, Remedys letzter Release, kam kaum über 30 gleichzeitige Spieler auf Steam hinaus. Gaudechon selbst räumte ein, dass Alan Wake 2 und Control „hätten mehr verkaufen müssen“. Control Resonant ist der erste große Selbstvermarktungs-Test für Remedy – und ein kommerzieller Misserfolg wäre in dieser Gemengelage schwer zu verkraften.
Das Kampfsystem sieht tatsächlich nach einem echten Schritt nach vorne aus, die Fraktions-Mechanik erinnert an das beste aus der Metroidvania-Schiene, die Remedy bereits mit den Metroidvania-Elementen in Manhattan angekündigt hat. Das Spiel selbst muss also niemanden fürchten. Was zählt, ist der Launch-Moment.