In League of Legends beendet Riot Games die Ära eingekaufter Gaststars mit einem handfesten Paukenschlag. Das hauseigene Hip-Hop-Kollektiv True Damage übernimmt mit dem neuen Track Know My Name die offizielle WM-Hymne. Die Nummer erscheint am 8. Oktober und feiert zeitgleich auf YouTube Premiere. Damit stehen die virtuellen Helden erstmals selbst ganz oben auf dem Turnierplakat.
Riot Games beerdigt externe Pop-Experimente rigoros
Jahrelang kaufte der Publisher externe Megastars für die größte E-Sport-Bühne der Welt ein. Nachdem vor zwei Jahren Linkin Park die Hymne ablieferte und davor NewJeans durch die Arenen hallte, zieht das Management jetzt einen Schlussstrich. Das Kalkül hinter der Kehrtwende ist simpel. Eigene Ikonen besitzen dauerhafte Bindungskraft.
Die Zahlen stützen diesen Schritt ohne Umschweife. Seit dem Debüt von True Damage mit der Hitsingle GIANTS im Jahr 2019 sammelte der Track über 230 Millionen Streams ein. Diese gigantische Abrufmenge beweist die Zugkraft virtueller Bands abseits kurzlebiger Hypes. Riot verzichtet auf teure Lizenzgebühren und füttert stattdessen den eigenen Fankult.
Gemeinsam mit der Virgin Music Group zimmert das Studio laut offizieller Ankündigung nun die 13. Hymne der Seriengeschichte zusammen. Das Ziel bleibt der Spitzenplatz in den globalen Streaming-Charts. Allerdings schickt das Entwicklerteam keineswegs denselben Cast wie damals in die Tonkabine. Hinter den digitalen Masken formiert sich eine runderneuerte Gesangs-Elite.
Neues Line-up hebelt alte Musiker-Hierarchien aus
Die Besetzungsliste kombiniert bewährte Fanlieblinge mit frischem US-Feuer. Rapperin SOYEON von i-dle kehrt als Stimme von Akali zurück und sichert die K-Pop-Wurzeln ab. Für die übrigen Rollen zieht Riot neue Kaliber heran. Grammy-Gewinnerin Coco Jones übernimmt den Gesangspart von Senna, während Vic Mensa als Ekko die Reime liefert.
Den lateinamerikanischen Anstrich steuert Sofía Reyes bei, die als Qiyana das Mikrofon erobert. Champion Yasuo bleibt stumm und bedient als virtueller DJ das Mischpult. Ähnlich wie Riot seinerzeit für die gefeierte Serie mit Starbesetzung auf die Pauke haute, prallen hier völlig unterschiedliche Musikstile ungebremst aufeinander. Das Kollektiv vereint vier Sprachen und drei Genres in einer Produktion.
Global Head of Music Maria Egan begründet die Zusammenstellung mit dem multikulturellen Puls der diesjährigen Austragungsstadt. Das Ensemble soll die raue Energie einer Metropole spiegeln, in der Einflüsse kollidieren. Reiner Genre-Purismus hat in diesem Konstrukt keinen Platz. Diese klangliche Reibung zielt frontal auf die anstehende Live-Feuertaufe an der US-Ostküste.
Barclays Center erzwingt maximale akustische Härte
Der Schauplatz in New York diktiert den Härtegrad der gesamten Produktion. Nach dem Auftakt der Play-in-Phase am 15. Oktober in Los Angeles wandert der Turniertross für den Showdown nach Brooklyn. Im Barclays Center steigt am 14. November das große Finale. Vor 19.000 Zuschauern muss der Track den Saal zum Kochen bringen.
Nachdem das Turnier beim riesigen Jubiläumsevent in China vor allem auf gigantische Stadionshows baute, verlangt New York echte Club-Kante. Mastercard präsentiert die Eröffnungszeremonie, bei der reale Performer und Augmented-Reality-Avatare verschmelzen. Riot meißelt seine virtuelle Band damit endgültig in den Kanon der Sportgeschichte. Die Messlatte liegt verdammt hoch.
Am 8. Oktober fällt mit dem Release von Know My Name das erste Urteil der Community. Das Musikvideo auf YouTube wird zeigen, ob der Funke überspringt. Scheitert der Song am Erbe von GIANTS, droht Riot ein peinlicher Prestigeverlust auf eigenem Terrain. Gewinnt die Nummer, diktieren künftig die Champions den Takt der Popkultur.