Nach mehr als einem Jahrzehnt zieht das Studio hinter Destiny 2 den Stecker bei seiner traditionsreichen Fan-Plattform: Der offizielle Bungie Store wird in seiner bisherigen Form vollständig abgewickelt. Während das Team an einer Neuausrichtung für künftige Merchandising-Strukturen arbeitet, müssen Sammler sich auf eine monatelange Zwangspause einstellen. Der Abschied kommt mit einem engen Zeitplan: Für den letzten Einkauf und die Rettung gekaufter Codes bleiben der Community nur wenige Wochen.
Fristen, Rabatte und die Rettung digitaler Codes
Am 19. Oktober 2026 stellt der Bungie Store den regulären Bestellbetrieb für sämtliche Bungie- und Destiny-Fanartikel endgültig ein. Wer physische Sammlerstücke oder Kleidung erwerben möchte, muss Bestellungen bis zu diesem Stichtag um 18:59 Uhr mitteleuropäischer Zeit abschließen. Bestehende Aufträge und Vorbestellungen liefert das Studio nach eigenen Angaben weiterhin aus. Die Ankündigung erfolgte über den offiziellen Auftritt des @BungieStore auf X.
Eile ist vor allem bei digitalen Gütern geboten, denn ungenutzte Emblem-Codes und Downloads bleiben laut Betreiber nur noch bis zum 31. Dezember 2026 im Kundenkonto gesichert. Um die Lagerbestände zu leeren, startete zeitgleich ein Ausverkauf mit Preisnachlässen von bis zu 77 Prozent. Über Jahre hinweg war die Plattform der zentrale Knotenpunkt, bei dem jährliche Aktionen wie der Bungie Day mit Rabatten und Sammlerstücken das Interesse bündelten. Die Hälfte der aktuellen Einnahmen geht an die Bungie Foundation.
Warum Marathon online bleibt und Destiny pausiert
Die Schließung betrifft bemerkenswerterweise nicht das gesamte Firmenportfolio, denn der Storefront für den Extraction-Shooter Marathon bleibt auf seiner eigenen Subdomain uneingeschränkt aktiv. Obwohl beide Shops dieselbe technische Basis nutzen, können Spieler dort weiterhin Fanartikel erwerben. Bungie trennt die beiden Marken organisatorisch voneinander, während die gesamte Destiny-Kollektion vorerst aus dem digitalen Schaufenster verschwindet.
Dabei hatte das Studio schon früher betont, dass Marathon kein Destiny-Nachfolger werden soll, sondern als separates Projekt auf eigene Vermarktung setzt. Für viele Spieler wirkt es dennoch widersprüchlich, dass Marathon technisch privilegiert weiterläuft. Der Extraction-Shooter verzeichnet schwankende Spielerzahlen, behält jedoch seine Verkaufsplattform, während Destiny 2 seine Anlaufstelle verliert.
Logistikfrust, Sony-Einfluss und der Relaunch 2027
Als Begründung für den Schnitt nennt Bungie den Aufbau einer neuen Heimat für künftige Fanartikel, die besser zu den aktuellen Zielen passe. Konkrete Details dazu, wo Fans ab 2027 Merchandising kaufen können, stellt das Studio erst für das kommende Jahr in Aussicht. Damit entsteht eine Lücke von etlichen Monaten, in der kein offizieller Destiny-Merchandise bezogen werden kann.
Hinter den Kulissen wächst der Sanierungsdruck, nachdem das Studio durch verfehlte Umsatzziele für Sony hohe finanzielle Abschreibungen verursachte. Gleichzeitig litt der bisherige Shop seit Jahren unter deutlicher Community-Kritik: Wochenlange Lieferzeiten, fehlerhafte Sendungen und hohe Importgebühren frustrierten viele Besteller. Ein Neuanfang könnte diese Logistikprobleme bereinigen, birgt unter Sonys Regie aber auch die Gefahr eines spürbar verkleinerten Sortiments.


